Lombardei · Italien

Como & der Comer See

Como ist das Tor zum Comer See: eine kompakte Altstadt zwischen Stadtmauerresten und Ufer, dahinter steigen die Berge fast senkrecht aus dem Wasser. Ab Mailand bist du in weniger als einer Stunde hier, und genau deshalb ist Como der einfachste Einstieg in Italiens berühmteste Seenlandschaft.

Diese Seite zeigt dir, was sich in der Stadt wirklich lohnt, warum die Bootsfahrt nach Bellagio und Varenna der eigentliche Höhepunkt ist und wie du deinen Tag am See klug planst.

Como & der Comer See
Foto: Sir James, CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionLombardei
  • LageSüdwestspitze des Comer Sees
  • AnreiseAb Mailand in 40 bis 60 Minuten mit dem Zug
  • Besuchsdauer1 Tag, mit Bootsfahrt besser 2
  • Beste ReisezeitMai, Juni und September
  • HighlightBootsfahrt nach Bellagio und Varenna

Warum Como? Eine ehrliche Einschätzung

Como selbst ist eine hübsche, aber keine spektakuläre Stadt: eine überschaubare Altstadt hinter Resten der Stadtmauer, ein imposanter Dom, eine lange Seepromenade. Der eigentliche Star ist der See. Die Berge fallen hier steil ins Wasser, an den Ufern reihen sich Dörfer und Villen, und das Licht am späten Nachmittag ist tatsächlich so gut, wie es die Fotos versprechen.

Deshalb die klare Empfehlung: Nimm Como als Basis und Ausgangspunkt, nicht als einziges Ziel. Der beste Tag am Comer See besteht aus einer Bootsfahrt in die Seemitte nach Bellagio und Varenna, kombiniert mit der Funicolare nach Brunate und ein paar Stunden Altstadt. Als Tagesausflug ab Mailand funktioniert das erstaunlich gut, mit einer Übernachtung wird daraus ein entspannter Kurzurlaub.

Die Top-Sehenswürdigkeiten in und um Como

1 Bootsfahrt nach Bellagio und Varenna

Das ist die Hauptattraktion, plane dafür mindestens einen halben Tag ein. Vom Anleger an der Piazza Cavour fahren Linienschiffe und schnelle Tragflächenboote in die Seemitte. Bellagio liegt auf der Landspitze zwischen den beiden Seearmen und ist berühmt für seine Treppengassen, Varenna am Ostufer gegenüber ist kleiner, ruhiger und für viele der schönere Ort. Beide lassen sich an einem Tag gut kombinieren, zwischen ihnen pendeln Fähren im dichten Takt.

Nimm morgens das schnelle Boot (Servizio Rapido, gut 45 Minuten bis Bellagio), dann bleibt Zeit für beide Orte. Das langsame Schiff zurück nach Como wird am Nachmittag zur Panoramafahrt an Villen und Dörfern vorbei.

Tickets: Die Linienschiffe betreibt die staatliche Navigazione Laghi. Tickets gibt es am Schalter am Anleger und online, für das schnelle Boot zahlst du einen Zuschlag. An Sommerwochenenden sind die Boote voll, kauf dein Ticket dann am besten schon am Vorabend und sei früh am Anleger.

Zur offiziellen Website

2 Funicolare Como-Brunate

Seit 1894 zieht die Standseilbahn vom Seeufer hinauf nach Brunate, ein Villendorf rund 500 Meter über dem See. Oben warten ein paar Cafés und der beste Blick auf Como und den westlichen Seearm. Wer mag, läuft in einer guten halben Stunde weiter zum Leuchtturm Faro Voltiano, von dort reicht die Sicht an klaren Tagen bis zu den Alpen.

Die Talstation liegt am östlichen Ende der Seepromenade, die Bahn fährt tagsüber alle 15 bis 30 Minuten. Besonders lohnt die Fahrt am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief über dem See steht.

3 Duomo di Como

Der Dom ist das eindrucksvollste Gebäude der Stadt und ein spannender Stilmix: 1396 als gotischer Bau begonnen, erst im 18. Jahrhundert mit einer barocken Kuppel vollendet. Die fein gearbeitete Marmorfassade lohnt einen zweiten Blick, innen hängen große Wandteppiche aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Eintritt ist frei, angemessene Kleidung wird erwartet.

4 Die Altstadt (Città Murata)

Das Zentrum von Como ist klein, geordnet und in ein bis zwei Stunden gut zu erlaufen: die Piazza San Fedele mit ihrer romanischen Kirche, die Flaniermeile Via Vittorio Emanuele II, dazu Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem massiven Torturm Porta Torre. Como war jahrhundertelang ein Zentrum der Seidenweberei, einige Läden verkaufen bis heute Tücher und Krawatten aus lokaler Produktion.

5 Seepromenade und Villa Olmo

Vom Zentrum führt die Uferpromenade in gut 20 Minuten nach Westen zur Villa Olmo, dem größten neoklassizistischen Landsitz der Stadt. Der Park ist frei zugänglich und ein guter Platz für eine Pause mit Seeblick. Auf dem Weg passierst du weitere Villen, dazwischen liegen Lidos, in denen du im Sommer baden kannst.

6 Tempio Voltiano und Life Electric

Como ist die Geburtsstadt von Alessandro Volta, dem Erfinder der Batterie. Ihm sind gleich zwei Landmarken am Ufer gewidmet: der klassizistische Rundtempel Tempio Voltiano mit einem kleinen Museum und die moderne Edelstahlskulptur Life Electric von Daniel Libeskind draußen am Ende der Mole. Der Spaziergang über die Mole gehört zum Abendprogramm einfach dazu.

7 Villa del Balbianello (Lenno)

Die berühmteste Villa des Sees liegt eine gute halbe Stunde mit Boot oder Bus entfernt auf einer bewaldeten Landzunge bei Lenno: Terrassengärten, kandelaberförmig geschnittene Platanen und Drehort für James Bond und Star Wars. Der Andrang ist entsprechend groß, buche den Besuch vorab über die offizielle Website des FAI, der die Villa verwaltet.

Ein Tag am Comer See: der bewährte Ablauf

So holst du aus einem einzigen Tag das Maximum heraus: Ankunft am Morgen in Como, direkt weiter zum Anleger an der Piazza Cavour und mit dem schnellen Boot nach Varenna. Dort eine Runde über den Uferweg, dann mit der Fähre hinüber nach Bellagio, Mittagessen und Treppengassen. Am frühen Nachmittag zurück nach Como, wahlweise mit dem Panoramaschiff, danach hinauf nach Brunate für den großen Überblick. Der Rest des Nachmittags gehört Dom und Altstadt, zum Abschluss folgt der Abendspaziergang über die Mole zur Life-Electric-Skulptur.

Mit zwei Tagen entzerrst du das Programm: Tag eins für die Seemitte mit Bellagio, Varenna und vielleicht der Villa del Balbianello, Tag zwei für Como selbst mit Brunate, Villa Olmo und einer langen Mittagspause am Wasser. Wer im Sommer baden will, plant zusätzlich einen Stopp an einem der Lidos ein.

Praktische Infos für deinen Besuch

Como hat zwei Bahnhöfe, und der Unterschied ist wichtig: Nach Como San Giovanni fahren die Züge ab Milano Centrale in rund 40 Minuten, der Bahnhof liegt zehn Gehminuten oberhalb der Altstadt. Die Trenord-Züge ab Milano Cadorna enden dagegen an der Station Como Nord Lago direkt am See. Beide Strecken werden tagsüber mindestens stündlich bedient.

Mit dem Auto ist Como deutlich weniger entspannt: Die Altstadt ist ZTL-Zone, die Zufahrt wird mit Kameras überwacht, Parkplätze sind knapp, und die Uferstraßen rund um den See sind schmal und im Sommer chronisch verstopft. Wenn es das Auto sein muss, stell es in ein Parkhaus am Rand und lass es dort für den Rest des Tages stehen.

Gut zu wissen: Die beste Reisezeit sind Mai, Juni und September. Dann fahren die Boote im vollen Takt, die Gärten blühen oder leuchten herbstlich, und die größten Ferienmassen fehlen. An schönen Sommerwochenenden kommen viele Mailänder dazu, dann sind Züge und Schiffe voll.

Como kombinieren

Mailand liegt so nah, dass sich beide Ziele auf einer Reise durch die Lombardei fast von selbst verbinden. Sehr gut passt auch Bergamo mit seiner Città Alta, etwa eine Stunde entfernt. Wer nach dem Trubel von Bellagio Stille sucht, fährt weiter an den Ortasee nach Orta San Giulio. Und falls du noch schwankst, ob es der Comer See oder doch der Gardasee werden soll: Der Vergleich Gardasee oder Comer See hilft bei der Entscheidung, einen Überblick über alle Seen gibt dir die Übersicht der schönsten Seen Italiens.

Klima und Anreise auf einen Blick

Gerade in Como28°Cteils bewölkt
  • Wärmster MonatJuli, 28 °C
  • Kühlster MonatJanuar, 1 °C
  • Trockenster MonatJanuar
  • Höhe201 m

Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius

9°1°J
11°3°F
14°5°M
17°8°A
21°12°M
26°17°J
28°20°J
28°20°A
23°16°S
18°12°O
13°6°N
10°3°D

Regen Millimeter und Regentage pro Monat

56mm7 TageJ
84mm8 TageF
106mm9 TageM
130mm11 TageA
192mm18 TageM
165mm15 TageJ
140mm13 TageJ
154mm12 TageA
139mm11 TageS
206mm12 TageO
134mm10 TageN
74mm6 TageD

Entfernung ab deutschen Flughäfen

AbEntfernungFlugzeit ca.
Stuttgart (STR)321 km1 Std. 0 Min.
München (MUC)349 km1 Std. 0 Min.
Frankfurt (FRA)472 km1 Std. 10 Min.
Köln/Bonn (CGN)580 km1 Std. 20 Min.
Düsseldorf (DUS)633 km1 Std. 20 Min.
Berlin (BER)797 km1 Std. 35 Min.
Hamburg (HAM)872 km1 Std. 40 Min.

Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.

Städte in der Nähe

StadtEntfernungMit dem Auto etwa
Mailand39 km50 km, 0 Std. 30 Min.
Stresa43 km50 km, 0 Std. 30 Min.
Bergamo47 km60 km, 0 Std. 45 Min.
Orta San Giulio52 km60 km, 0 Std. 45 Min.
Sirmione123 km150 km, 1 Std. 45 Min.
Malcesine134 km170 km, 2 Std. 0 Min.

Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.

Häufige Fragen

Lohnt sich Como als Tagesausflug von Mailand?

Ja, das ist sogar einer der besten Tagesausflüge ab Mailand. Nimm einen frühen Zug (ab Milano Centrale rund 40 Minuten), geh direkt zum Anleger und fahr mit dem Boot nach Bellagio oder Varenna. Am Nachmittag bleiben Zeit für die Funicolare nach Brunate und die Altstadt, abends sitzt du wieder im Zug. Nur an Sommerwochenenden solltest du Puffer einplanen, dann sind Züge und Boote voll.

Bellagio oder Varenna: Was ist schöner?

Bellagio ist größer, eleganter und bekannter, mit berühmten Treppengassen und viel Betrieb. Varenna ist kleiner, steiler und ruhiger, mit einem romantischen Uferweg und der Villa Monastero. Wenn du dich entscheiden musst, nimm Varenna. Besser: beide kombinieren, die Fähre zwischen ihnen braucht nur rund 15 Minuten und fährt tagsüber ständig.

Wie kommt man von Como nach Bellagio?

Am schönsten mit dem Schiff ab Piazza Cavour: Das schnelle Tragflächenboot braucht gut 45 Minuten, das langsame Schiff etwa zwei Stunden mit vielen Zwischenstopps. Alternativ fährt die Buslinie C30 am Ostufer entlang, sie ist günstiger, aber kurvig und in der Saison oft voll. Hin mit dem schnellen Boot, zurück mit dem Panoramaschiff ist die beste Kombination.

Wie viele Tage braucht man für den Comer See?

Ein voller Tag reicht für Como plus Bellagio und Varenna, wenn du früh startest. Mit zwei bis drei Tagen wird es deutlich entspannter: ein Tag für die Seemitte, ein Tag für Como mit Brunate und Villa Olmo, dazu Zeit für die Villa del Balbianello oder einfach eine lange Schifffahrt. Wer wandern oder baden will, bleibt länger.

Wann ist die beste Reisezeit für den Comer See?

Mai, Juni und September sind ideal: mildes Wetter, voller Bootsfahrplan, blühende Gärten und weniger Andrang als im Hochsommer. Juli und August sind heiß und an den Hotspots voll, dafür ist das Badewasser am wärmsten. Von November bis März fahren weniger Boote und viele Villen sind geschlossen, die Stimmung ist dafür herrlich ruhig.