Auf einen Blick
- RegionLigurien
- UNESCOSeit 1997, gemeinsam mit Portovenere und den Inseln
- Die fünf DörferMonterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola, Riomaggiore
- FortbewegungZug, Boot und Wanderwege; Autos bleiben draußen
- Empfohlene Dauer1 bis 2 Tage, ideal mit Übernachtung
- Beste ReisezeitApril bis Juni, September und Oktober
Die fünf Dörfer im Überblick
1 Monterosso al Mare
Das nördlichste und größte Dorf ist das untypischste: Monterosso liegt vergleichsweise flach und hat als einziges einen richtigen Sandstrand mit Bademöglichkeit. Dafür gibt es hier die meisten Hotels und Restaurants. Wer mit Kindern reist oder Strandtage einplanen will, ist in Monterosso am besten aufgehoben.
2 Vernazza
Für viele das schönste der fünf Dörfer: ein natürlicher kleiner Hafen, die Piazzetta direkt am Wasser, darüber der Torre Doria. Der berühmte Postkartenblick öffnet sich vom Wanderweg Richtung Monterosso nach etwa zehn Minuten Aufstieg. Mittags ist Vernazza der vollste Ort der Küste, morgens und abends der stimmungsvollste.
3 Corniglia
Das stille Dorf: Corniglia thront als einziges oben auf dem Felsen, ohne direkten Hafen. Vom Bahnhof führen rund 380 Stufen der Lardarina hinauf, alternativ fährt ein kleiner Shuttlebus. Genau deshalb bleiben viele Tagesgäste weg, und du bekommst enge Gassen, Weinberge und Terrassenblicke fast für dich.
4 Manarola
Das Fotomotiv schlechthin: Die Häuserpyramide über dem Felshafen fotografierst du am besten vom kurzen Panoramaweg Richtung Punta Bonfiglio, besonders zur blauen Stunde. Rund um Manarola wachsen die Reben für den süßen Sciacchetrà-Wein. Badeleiter statt Strand: Mutige springen vom Fels ins tiefe Wasser.
5 Riomaggiore
Das südlichste Dorf empfängt dich mit einer steilen Hauptgasse und einem winzigen Hafenbecken, in dem sich abends das Licht fängt. Riomaggiore ist der praktische Einstieg von La Spezia aus und ein guter Ort für Aperitivo und Frittura di Mare aus dem Papiertütchen am Hafen.
Per Zug durch die Cinque Terre
Der Zug ist das Rückgrat der Cinque Terre: Alle fünf Dörfer haben einen Bahnhof an der Linie zwischen La Spezia und Levanto, die Fahrt zwischen zwei Nachbardörfern dauert nur wenige Minuten, meist im Tunnel. In der Saison verstärkt der Cinque Terre Express den Takt. Rechne mittags mit vollen Zügen und Gedränge an den Bahnsteigen, die kurzen Sprünge sind trotzdem jeder Autofahrt überlegen: Die Straßen oberhalb der Küste sind eng, kurvig, und Parkplätze in den Dörfern gibt es praktisch nicht. Stell das Auto in La Spezia oder Levanto ab. Boote verbinden die Dörfer zusätzlich von See aus, nur Corniglia hat keinen Anleger.
Tickets: Die Cinque Terre Card gibt es in zwei Varianten: als Trekking Card für die gebührenpflichtigen Wanderwege und als Train Card, die zusätzlich unbegrenzte Zugfahrten zwischen Levanto und La Spezia enthält. Kaufen kannst du sie online oder an den Bahnhöfen; Preise und Konditionen ändern sich, prüfe die offizielle Website des Nationalparks.
Wann lohnt sich welche Card?
Die Rechnung ist einfach: Willst du den klassischen Küstenweg zwischen Monterosso und Corniglia wandern, brauchst du ohnehin die Trekking Card, denn diese Abschnitte kosten Eintritt. Planst du zusätzlich drei oder mehr Zugfahrten am Tag, lohnt sich fast immer die Train Card. Wer nur mit dem Boot fährt oder bloß zwei Dörfer besucht, fährt mit Einzeltickets oft günstiger. Wichtig: Auch normale Zugtickets musst du vor dem Einsteigen entwerten, Kontrollen sind auf dieser Strecke häufig.
Wandern: der Stand der Wege
Der berühmte Sentiero Azzurro verbindet die Dörfer entlang der Küste. Die Abschnitte Monterosso-Vernazza und Vernazza-Corniglia sind die Klassiker: jeweils rund anderthalb bis zwei Stunden, mit Stufen, schmalen Passagen und großartigen Ausblicken, festes Schuhwerk vorausgesetzt. Die Via dell’Amore zwischen Riomaggiore und Manarola, einst der leichteste Spazierweg der Küste, war nach Felsstürzen viele Jahre gesperrt und ist seither nur eingeschränkt zugänglich, teils mit Zeitfenstern. Prüfe den aktuellen Status aller Wege vor deinem Besuch auf der offiziellen Website des Nationalparks, Sperrungen nach Unwettern sind hier normal. Höher am Hang verlaufen kostenlose Alternativwege mit mehr Höhenmetern und weniger Betrieb. Mehr Touren-Ideen findest du unter Wandern in Italien.
Achtung: Verlass dich nicht auf alte Blogartikel oder Kartenapps: Wegabschnitte der Cinque Terre werden nach Unwettern immer wieder kurzfristig gesperrt. Was letzten Monat offen war, kann heute zu sein. Die offizielle Nationalpark-Website führt den tagesaktuellen Status.
So entgehst du den Massen
Die Tagesbesucher, viele davon von Kreuzfahrtschiffen in La Spezia, fluten die Dörfer etwa zwischen zehn und siebzehn Uhr. Deine Gegenstrategie: Übernachte an der Küste und nutze die Randzeiten, morgens vor neun und abends nach achtzehn Uhr gehören die Gassen wieder den Bewohnern. Tagsüber weichst du nach Corniglia oder auf die höheren Wanderwege aus. Juli und August sind heiß und voll, Mai, Juni, September und Oktober das deutlich bessere Fenster. Und plane Puffer ein: Wenn alle gleichzeitig zurück nach La Spezia wollen, sind die Abendzüge rappelvoll.
Wenig Zeit? Diese Dörfer zuerst
Mit nur einem halben Tag konzentrierst du dich auf Vernazza und Manarola, die beiden ikonischen Orte, verbunden durch eine kurze Zugfahrt. Ein ganzer Tag erlaubt zusätzlich Corniglia und den Wanderabschnitt Vernazza-Corniglia. Erst mit einer Übernachtung erlebst du, was die Cinque Terre besonders macht: die Stunden ohne Tagesgäste.
Basis: La Spezia oder Levanto?
In den Dörfern selbst sind Unterkünfte knapp und teuer, daher schlafen die meisten außerhalb. La Spezia ist die praktische Wahl: großes Zugangebot, mehr Hotels, faire Preise, dazu Boote nach Portovenere. Eine Schönheit ist die Hafenstadt nicht. Levanto am Nordende ist die entspanntere Alternative: ein echter Badeort mit Strand und Altstadt, per Zug genauso schnell in Monterosso. Beide liegen direkt an der Cinque-Terre-Linie. Von Genua aus erreichst du die Küste in gut einer Stunde, mehr zur Region liest du im Ligurien-Guide. Wie sich die Küste gegen die Konkurrenz im Süden schlägt, klärt unser Vergleich Amalfiküste oder Cinque Terre.
Essen und Trinken an der Steilküste
Die ligurische Küche lebt von Kräutern, Olivenöl, Gemüse und Fisch. Pflicht sind Trofie al Pesto, kurze gedrehte Nudeln mit Basilikumpesto, klassisch mit Kartoffelwürfeln und grünen Bohnen. Dazu Focaccia aus der Bäckerei und Farinata, ein dünner Fladen aus Kichererbsenmehl. Monterosso ist für seine gesalzenen Sardellen bekannt, an den Häfen von Riomaggiore und Vernazza gibt es Frittura Mista im Papiertütchen zum Mitnehmen. Getrunken wird der trockene Weißwein der Küste, gekeltert an genau den Terrassen, an denen du beim Wandern vorbeikommst, und zum Dessert der süße Sciacchetrà.
Zur Bestell-Logik: Das Gedeck (Coperto) auf der Rechnung ist normal und kein Betrug. Lokale mit Fotomenü in der ersten Reihe am Wasser sind teuer und selten die besten, ein paar Stufen bergauf kochen die kleinen Osterien ehrlicher. Reserviere fürs Abendessen in dem Dorf, in dem du schläfst. Was du sonst noch probieren solltest, steht unter italienische Gerichte.
Tipp: Kauf morgens Focaccia beim Bäcker und nimm sie mit auf den Weg. Zwischen zwölf und zwei sind die Terrassen in den Dörfern voll, oben auf dem Wanderweg hast du dagegen Platz und Aussicht.
Anreise, Auto und ZTL
Die Cinque Terre liegen an der Küstenbahn zwischen La Spezia und Genua. Fernzüge halten in La Spezia Centrale und teilweise in Levanto und Monterosso, in die Dörfer selbst fahren vor allem Regionalzüge. Aus Richtung Rom, Pisa und Florenz steigst du in La Spezia um, aus Richtung Mailand und Turin meist in Genua oder Levanto. Die nächstgelegenen größeren Flughäfen sind Pisa und Genua. Wie Bahnfahren in Italien grundsätzlich funktioniert, steht im Guide mit dem Zug durch Italien. Fürs Auto gilt: In den Dörfern greifen Fahrverbote und ZTL-Zonen mit Kameraüberwachung, was das bedeutet und was ein Fehler kostet, erklärt unser Beitrag zu den ZTL-Zonen in Italien. Denk außerdem an dein Gepäck: Hier geht fast alles über Treppen und schmale Gassen, mit einem großen Koffer wird schon die Ankunft anstrengend.
Zwei Tage an der Küste: ein konkreter Plan
Tag eins: früh mit dem Zug nach Monterosso, dann zu Fuß über den Küstenweg nach Vernazza, rund zwei Stunden mit vielen Stufen und den besten Blicken der Küste. Mittags Pause am Hafen von Vernazza, nachmittags weiter nach Corniglia, wandernd oder per Zug, und oben durch die stillen Gassen. Abends zurück in deinen Basisort, wo du in Ruhe isst.
Tag zwei: vormittags Riomaggiore, bevor die Tagesgäste eintreffen, danach per Zug oder Boot nach Manarola. Mittags eine Runde über den Panoramaweg durch die Weinberge, nachmittags Badepause in Monterosso oder eine zweite Wanderetappe. Zum Sonnenuntergang gehst du in Manarola Richtung Punta Bonfiglio. Hast du nur einen Tag, nimm aus beiden Tagen die Hälfte: Vernazza, Corniglia und Manarola.
Was sich gut kombinieren lässt
Am Südende des Golfs liegt Portovenere, das bunte Hafendorf, das zum selben UNESCO-Gebiet gehört und in der Saison per Boot ab La Spezia erreichbar ist. Nach Norden führt dieselbe Küstenbahn Richtung Portofino und weiter nach Genua. Südlich beginnt die Toskana: Pisa erreichst du in gut einer Stunde, Lucca liegt ähnlich nah und ist die ruhigere der beiden Städte.
Ehrlich gesagt: was überschätzt wird
Die Cinque Terre sind kein Badeziel. Nur Monterosso hat einen richtigen Strand, sonst geht es über Felsen und Leitern ins Wasser. Die Via dell’Amore ist berühmter, als der kurze, breite Spazierpfad es verdient, ihren Ruf verdankt sie vor allem den langen Jahren der Sperrung.
Unangenehm voll wird es an Sommerwochenenden, an Feiertagen und immer dann, wenn Kreuzfahrtschiffe in La Spezia liegen. Zwischen elf und sechzehn Uhr stehst du in Vernazza eher in der Gasse als am Wasser, und die Abendzüge zurück sind entsprechend voll. Und fünf Dörfer an einem halben Tag sind kein Programm, sondern eine Hetzjagd.
Klima und Anreise auf einen Blick
- Wärmster MonatAugust, 28 °C
- Kühlster MonatJanuar, 5 °C
- Trockenster MonatJuli
- Höhe35 m
Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius
Regen Millimeter und Regentage pro Monat
Entfernung ab deutschen Flughäfen
| Ab | Entfernung | Flugzeit ca. |
|---|---|---|
| München (MUC) | 499 km | 1 Std. 10 Min. |
| Stuttgart (STR) | 512 km | 1 Std. 15 Min. |
| Frankfurt (FRA) | 666 km | 1 Std. 25 Min. |
| Köln/Bonn (CGN) | 777 km | 1 Std. 35 Min. |
| Düsseldorf (DUS) | 830 km | 1 Std. 35 Min. |
| Berlin (BER) | 960 km | 1 Std. 45 Min. |
| Hamburg (HAM) | 1.060 km | 1 Std. 55 Min. |
Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.
Städte in der Nähe
| Stadt | Entfernung | Mit dem Auto etwa |
|---|---|---|
| Portovenere | 9 km | 10 km, 0 Std. 15 Min. |
| Portofino | 48 km | 60 km, 0 Std. 45 Min. |
| Lucca | 68 km | 80 km, 1 Std. 0 Min. |
| Pisa | 69 km | 90 km, 1 Std. 0 Min. |
| Genua | 72 km | 90 km, 1 Std. 0 Min. |
| Parma | 91 km | 110 km, 1 Std. 15 Min. |
Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für die Cinque Terre?
Ein voller Tag reicht für drei bis vier Dörfer per Zug plus einen Wanderabschnitt. Ideal sind zwei Tage mit einer Übernachtung: Dann erlebst du Morgen und Abend ohne Tagesbesucher, kannst in Ruhe wandern und einen Bootstrip einbauen. Weniger als ein halber Tag lohnt die Anreise kaum, dann lieber zwei Dörfer richtig statt fünf im Laufschritt.
Lohnt sich die Cinque Terre Card?
Wenn du den Küstenweg zwischen Monterosso und Corniglia wandern willst, brauchst du die Trekking Card ohnehin, diese Abschnitte sind gebührenpflichtig. Die Train Card lohnt sich zusätzlich, sobald du drei oder mehr Zugfahrten am Tag machst. Für einen reinen Bootstag oder nur zwei Dörfer sind Einzeltickets oft günstiger. Aktuelle Konditionen findest du auf der offiziellen Nationalpark-Website.
Ist die Via dell'Amore wieder geöffnet?
Die Via dell'Amore zwischen Riomaggiore und Manarola war nach Felsstürzen viele Jahre gesperrt und ist seit ihrer Wiedereröffnung nur eingeschränkt begehbar, zeitweise mit Zeitfenstern oder Führung. Der Zugang kann sich kurzfristig ändern. Prüfe den aktuellen Stand unbedingt vor deinem Besuch auf der offiziellen Website des Nationalparks der Cinque Terre.
Welches ist das schönste Dorf der Cinque Terre?
Vernazza und Manarola liefern die berühmtesten Bilder: Vernazza mit Hafenpiazza und Turm, Manarola mit der Häuserpyramide überm Fels. Monterosso punktet mit dem einzigen echten Sandstrand, Corniglia mit Ruhe und Weinbergen, Riomaggiore mit dem stimmungsvollsten Abendlicht. Bei wenig Zeit: Vernazza und Manarola zuerst, danach entscheidet dein Geschmack.
Kann man mit dem Auto in die Cinque Terre fahren?
Davon ist dringend abzuraten. Die Dörfer sind für den Verkehr gesperrt oder nur für Anlieger erreichbar, Parkplätze sind extrem rar und die Zufahrtsstraßen eng und kurvig. Stell das Auto in La Spezia oder Levanto ab und nimm den Zug, der alle fünf Dörfer im dichten Takt verbindet. So bist du schneller und entspannter unterwegs.
La Spezia oder Levanto als Basis?
La Spezia ist praktischer: mehr Züge, mehr Unterkünfte, faire Preise und Boote nach Portovenere, dafür wenig Charme. Levanto ist der schönere Ort: Badeort mit Strand und Altstadt am Nordende der Strecke, per Zug in wenigen Minuten in Monterosso. Für kurze Aufenthalte mit viel Programm nimm La Spezia, für entspannte Tage mit Strand Levanto.






