Auf einen Blick
- MarkierungCAI, weiß-rot mit Wegnummer
- SchwierigkeitT, E, EE, EEA
- Hüttensaisonetwa Mitte Juni bis Ende September
- KüstenpfadeApril bis Juni und Oktober
- Notruf112
- Top-RegionenDolomiten, Ligurien, Amalfiküste, Ätna
Wie Wandern in Italien organisiert ist
Die Wege markiert überwiegend der Alpenverein CAI mit weiß-roten Streifen und einer Wegnummer. Die Nummer ist wichtiger als der Name: In der Wegbeschreibung und auf den Schildern steht meistens nur sie. Schwierigkeiten sind mit T (Wandern), E (Bergwandern), EE (erfahrene Bergwanderer) und EEA (Klettersteig mit Ausrüstung) angegeben. Ein Weg mit EE ist ausgesetzt, dort gehören Trittsicherheit und Schwindelfreiheit dazu.
Übernachtet wird im rifugio. Diese Hütten sind komfortabler als ihr Ruf, haben Halbpension und im Sommer volle Lager, reserviere also vorab und sag ab, wenn du nicht kommst. Die Saison der meisten Berghütten läuft ungefähr von Mitte Juni bis Ende September, außerhalb dieser Zeit sind Seilbahnen und Mautstraßen oft geschlossen.
Achtung: Gewitter am Nachmittag sind im italienischen Hochsommer die Regel, nicht die Ausnahme. Starte früh, plane die letzte Höhenmeter bis Mittag und dreh um, wenn Wolken aufziehen. Auf Küstenpfaden ist Hitze das größere Risiko: Zwischen 12 und 16 Uhr gibt es dort keinen Schatten und selten Wasser.
Dolomiten: die Drei Zinnen und die Alta Via 1
Die Umrundung der Drei Zinnen ist die bekannteste Wanderung Italiens und trotzdem zu Recht berühmt. Vom Rifugio Auronzo führt ein breiter Weg zur Kapelle und zum Rifugio Lavaredo, dann steigt der Pfad zur Dreizinnenhütte, von wo aus du die berühmte Nordwand-Ansicht hast. Der Rundweg ist rund zehn Kilometer lang, technisch einfach und dauert mit Pausen etwa vier Stunden.
Der Haken ist die Anfahrt: Die Straße hinauf zum Rifugio Auronzo ist eine Mautstraße mit begrenzten Parkplätzen, die im Sommer am Vormittag voll ist, teils mit Zufahrtsbeschränkungen und Shuttlebussen. Fahre entweder vor sieben Uhr los oder nimm den Bus vom Tal. Wer mehr will, geht die Alta Via 1 von Hütte zu Hütte quer durch die Dolomiten, gut zehn Tage lang.
Als Basis eignen sich Toblach und Cortina, für einen entspannteren Zuschnitt auch Brixen, Bozen oder Trient. Einen Überblick über Täler und Seilbahnen gibt die Regionsseite zu den Dolomiten und zu Südtirol. Für einen einfachen Panoramatag ohne Ausrüstung ist die Seiser Alm die richtige Wahl.
Tipp: In Südtirol sind viele Wanderungen mit dem Nahverkehr erreichbar, und Unterkünfte geben oft eine Gästekarte für Busse und Bahnen aus. Frag im Hotel danach, bevor du das Auto nimmst, die Parkplätze an den Klassikern sind das eigentliche Nadelöhr.
Cinque Terre: Küstenpfade mit Statusvorbehalt
Der Sentiero Azzurro verbindet die fünf Dörfer über der Steilküste. Das ist die Postkartenwanderung Liguriens, aber sie ist keine Selbstverständlichkeit: Einzelne Abschnitte sind wegen Erdrutschen immer wieder gesperrt, teils über Jahre, und werden abschnittsweise wieder geöffnet. Verlass dich nie auf einen älteren Reiseführer oder einen Blogeintrag.
Für die kostenpflichtigen Abschnitte brauchst du eine Cinque Terre Trekking Card, die du an den Bahnhöfen und Parkeingängen bekommst. Der Weg von Monterosso nach Vernazza ist der anspruchsvollste und schönste Teil, mit reichlich Stufen. Wenn unten gesperrt ist, weichst du auf die höher gelegenen Wege aus, etwa den Höhenweg über Volastra, der durch Weinberge führt und deutlich leerer ist.
Basis sind die Dörfer der Cinque Terre selbst, alle über den Nahverkehrszug verbunden, sodass du in eine Richtung wandern und zurückfahren kannst. Schöne Verlängerungen gehen nach Portovenere und auf den Küstenweg des Monte di Portofino bei Portofino. Den aktuellen Wegestatus veröffentlicht der Nationalpark auf seiner offiziellen Website, das ist die einzige verlässliche Quelle. Mehr zur Region findest du unter Ligurien.
Amalfiküste: der Path of the Gods
Der Sentiero degli Dei läuft hoch über dem Meer von Bomerano bei Agerola nach Nocelle oberhalb von Positano. Rund sieben Kilometer, meistens bergab, mit Blick auf die Küste und bei klarem Wetter bis Capri. Der Weg ist ein alter Verbindungspfad, teils schmal und ausgesetzt, aber ohne Klettersteigcharakter.
Geh die Route unbedingt von Agerola aus, dann läuft der Höhenunterschied für dich und die Aussicht liegt vor dir. Zum Start kommst du mit dem Bus von Amalfi oder Sorrent. Am Ende wartet in Nocelle die berühmte Treppe mit etwa 1.500 Stufen hinunter nach Positano, alternativ nimmst du den Ortsbus. Wer Knieprobleme hat, entscheidet sich für den Bus, die Treppe ist kein Spaß.
Basisorte sind Amalfi, Positano und Sorrent. Starte im Frühjahr oder Herbst, im Hochsommer ist die Strecke schattenlos und heiß. Alle Orte und Verbindungen findest du auf der Seite zur Amalfiküste.
Ätna: Wandern auf dem aktiven Vulkan
Der Ätna ist der höchste aktive Vulkan Europas, und er ist wirklich aktiv. Auf eigene Faust darfst du bis zu einer bestimmten Höhe gehen, die Gipfelkrater dagegen nur mit autorisiertem Bergführer, und das Limit wird je nach Aktivität kurzfristig geändert. Halte dich daran, das ist keine Formalie.
Die Südseite erschließt sich vom Rifugio Sapienza aus, mit Seilbahn und Geländewagen bis in die Höhe, danach zu Fuß mit Guide. Deutlich ruhiger und landschaftlich interessanter ist die Nordseite bei Piano Provenzana, wo alte Lavaströme und Birkenwälder liegen. Rechne mit lockerem Aschegeröll, festen Schuhen und Wind, oben ist es erheblich kälter und windiger als am Meer.
Als Basis eignen sich Catania für die Südseite und Taormina für die Nordseite. Beide Städte haben Anbieter mit Transfer. Weitere Touren auf der Insel stehen bei Sizilien und in unserer Sizilien-Rundreise.
Fünf weitere Regionen, die kaum jemand auf dem Zettel hat
Am Gardasee geht es vom Ufer direkt in die Berge: Die Seilbahn von Malcesine bringt dich auf den Monte Baldo, oben laufen aussichtsreiche Kammwege über dem See. Rund um Riva del Garda führen alte Militärpfade und Tunnel durch die Felswände, im Frühjahr und Herbst ideal.
In Umbrien wanderst du zwischen Bergdörfern statt über Gipfel. Der Franziskusweg verbindet Assisi mit den Klöstern der Umgebung, und von Spoleto führt ein alter Weg über die Ponte delle Torri in die Schlucht. Das ist Wandern mit Kirche, Espresso und Trüffelpasta am Ende der Etappe.
Die Abruzzen sind die wildeste Ecke Mittelitaliens: Gran Sasso, Hochebenen wie der Campo Imperatore und ein Nationalpark mit Bären und Wölfen, dazu erstaunlich wenig Betrieb. Auf Sardinien liegt mit dem Selvaggio Blu die härteste Mehrtagestour des Landes an der Ostküste, die nur mit Erfahrung oder Guide funktioniert, dafür gibt es an derselben Küste einfache Zustiegswege zu den Buchten. Und in Ligurien zieht sich hinter der Küste die Alta Via dei Monti Liguri über die Kämme, mit Meerblick und ohne Menschenmassen.
Kurzüberblick
| Tour | Aufwand | Beste Zeit | Basis |
|---|---|---|---|
| Drei Zinnen Rundweg | ca. 10 km, einfach | Juli bis September | Toblach, Cortina |
| Alta Via 1 | Mehrtagestour | Juli bis September | Dolomiten |
| Sentiero Azzurro | Etappen mit vielen Stufen | April bis Juni, Oktober | Cinque Terre |
| Sentiero degli Dei | ca. 7 km, überwiegend bergab | April bis Juni, Oktober | Agerola, Amalfi |
| Ätna Gipfelbereich | nur mit Bergführer | Mai bis Oktober | Catania, Taormina |
Gut zu wissen: Wander-Notruf in Italien ist die 112. Speichere vor der Tour die Offlinekarte, im Gebirge und an der Steilküste bricht das Netz regelmäßig weg. Und trag dich in Hütten in die Liste ein, das ist die einfachste Form der Absicherung.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Italien?
Das hängt von der Höhe ab. In den Dolomiten ist die Saison ungefähr von Ende Juni bis Ende September, vorher liegt in den Rinnen noch Schnee und die Hütten haben zu. An den Küstenpfaden in Ligurien und an der Amalfiküste sind April bis Juni und der Oktober ideal, im Hochsommer ist es dort schattenlos und heiß. Am Ätna geht es von Mai bis Oktober.
Ist die Wanderung um die Drei Zinnen schwierig?
Technisch nicht. Der Rundweg ist rund zehn Kilometer lang, gut ausgebaut und in etwa vier Stunden zu schaffen, feste Schuhe reichen. Die eigentliche Hürde ist die Anfahrt: Die Mautstraße zum Rifugio Auronzo hat begrenzte Parkplätze, die im Sommer am Vormittag belegt sind, teils mit Zufahrtsbeschränkung und Shuttlebetrieb. Fahr sehr früh oder nimm den Bus.
Sind die Wege der Cinque Terre geöffnet?
Das wechselt. Einzelne Abschnitte des Sentiero Azzurro sind wegen Erdrutschen immer wieder gesperrt und werden nach Sanierung stückweise geöffnet. Prüfe den Status kurz vor der Wanderung auf der offiziellen Website des Nationalparks, nicht in Reiseführern. Für die kostenpflichtigen Abschnitte brauchst du die Cinque Terre Trekking Card. Als Alternative gibt es höher gelegene Wege durch die Weinberge.
Kann man den Ätna ohne Führer besteigen?
Nur bis zu einer festgelegten Höhe. Der Gipfelbereich mit den aktiven Kratern darf ausschließlich mit autorisierten Bergführern betreten werden, und die Grenze wird je nach vulkanischer Aktivität kurzfristig verschoben. Buche eine geführte Tour ab Catania oder Taormina, nimm warme Kleidung und feste Schuhe mit, oben ist es deutlich kälter und windiger als am Meer.
Wie schwer ist der Path of the Gods?
Mittel. Von Bomerano bei Agerola nach Nocelle sind es rund sieben Kilometer, überwiegend bergab, ohne Klettersteig, aber mit schmalen und ausgesetzten Stellen. Rechne mit drei bis vier Stunden. Der harte Teil kommt am Schluss: die Treppe von Nocelle hinunter nach Positano mit etwa 1.500 Stufen. Wer die Knie schonen will, nimmt ab Nocelle den Bus.






