Amalfiküste · Italien

Amalfi: Sehenswürdigkeiten & Tipps

Amalfi war einmal eine Seemacht, die es mit Venedig und Pisa aufnahm, und aus dieser Zeit stammt das Beste, was der Ort zu bieten hat: ein Dom mit orientalisch anmutender Fassade auf einer hohen Freitreppe, ein Kreuzgang mit spitzen weißen Bögen und ein Tal voller alter Papiermühlen hinter der Stadt.

Heute ist Amalfi der zentrale Verkehrsknoten der Küste und tagsüber entsprechend voll. Genau daraus ergibt sich der wichtigste Tipp: Wer hier übernachtet oder früh kommt, erlebt einen anderen Ort als der Tagesgast um zwei Uhr nachmittags. Hier steht, wie du das praktisch anstellst.

Amalfi: Sehenswürdigkeiten & Tipps
Foto: Mайкл Гиммельфарб, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionKampanien, Amalfiküste
  • UNESCOCostiera Amalfitana, seit 1997
  • Geschichteim Mittelalter eine der vier italienischen Seerepubliken
  • WahrzeichenDom Sant'Andrea über einer hohen Freitreppe
  • Empfohlene Dauer1 Tag, als Standort 3 bis 4 Nächte
  • AnreiseSITA-Bus ab Sorrent oder Salerno, Fähre ab Salerno und Positano

Warum Amalfi?

Amalfi ist der einzige Ort an dieser Küste mit echter Stadtgeschichte. Im 10. und 11. Jahrhundert handelten die Amalfitaner mit Byzanz und Nordafrika, das Seerecht der Stadt galt jahrhundertelang im ganzen Mittelmeer, und der Reichtum steckt bis heute im Dom und in den Gassen dahinter. Anders als das steilere Positano hat Amalfi eine flache Mitte: Du kannst hier ohne Treppen bummeln, was an dieser Küste eine Seltenheit ist.

Ehrlich zum Andrang: Zwischen etwa zehn und siebzehn Uhr treffen Busse, Fähren und Ausflugsboote gleichzeitig ein, und die Hauptgasse zwischen Hafen und Dom wird zum Nadelöhr. Wenn du das nicht magst, komm vor neun oder nach achtzehn Uhr, dann gehört der Ort wieder den Bewohnern. Als Standort ist Amalfi gut geeignet, weil alle Busse und Boote hier halten und die Preise unter denen von Positano liegen. Wer absolute Ruhe sucht, wohnt besser in Ravello oberhalb.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

1 Dom Sant’Andrea und die Treppe

Über sechzig Stufen führen von der Piazza hinauf zur gestreiften Fassade mit ihren Spitzbögen und dem Goldmosaik im Giebel. Die Fassade ist eine Rekonstruktion des 19. Jahrhunderts, der Kern der Kirche ist deutlich älter. Innen liegt in der Krypta der Apostel Andreas, dessen Reliquien 1208 aus Konstantinopel hierher kamen. Die Treppe selbst ist Treffpunkt, Fotomotiv und der beste Platz, um dem Trubel zuzusehen.

2 Chiostro del Paradiso

Der Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert gehört zum Dombesuch und ist der ruhigste Ort im Zentrum: schmale weiße Doppelsäulen, ineinander verschränkte Spitzbögen, Palmen im Hof. Die Bauform stammt aus dem arabisch geprägten Mittelmeerraum und erinnert daran, mit wem Amalfi Handel trieb. Von hier führt der Rundgang weiter in die alte Basilika und die Krypta.

3 Museo della Carta und das Papiermühlental

Hinter der Stadt zieht sich die Valle dei Mulini ins Gebirge, das Tal der Mühlen. Ab dem Mittelalter wurde hier Papier aus Baumwolllumpen geschöpft, die bambagina, die Amalfi berühmt machte. In einer erhaltenen Mühle zeigt ein Museum die Stampfwerke und das Schöpfen von Hand, du darfst dabei selbst ein Blatt machen. Weiter oben liegen Mühlenruinen, überwachsen und stimmungsvoll.

4 Valle delle Ferriere

Wer weiter das Tal hinaufsteigt, kommt in ein Naturreservat mit Wasserfällen, Farnen und deutlich kühlerer Luft. Der Weg beginnt direkt in der Stadt und ist die beste Wanderung ab Amalfi: schattig, mit Wasser, ohne Höhenprofil eines Küstenpfads. Feste Schuhe reichen, nach Regen ist es rutschig.

5 Arsenale della Repubblica

Direkt am Hafen liegen die Reste der mittelalterlichen Werft, zwei Hallen mit Kreuzgewölben, in denen die Galeeren der Seerepublik gebaut wurden. Heute beherbergen sie ein kleines Museum zur Seefahrtsgeschichte, mit Kompass, Seerecht und den Prunkkostümen der Regatta der alten Seerepubliken, die alle vier Jahre hier ausgetragen wird.

6 Die Gassen hinter dem Dom

Sobald du die Hauptgasse verlässt, wird es still. Hinter dem Dom führen überwölbte Durchgänge, Treppen und Innenhöfe bergauf, mit Zitronenbäumen, Wäscheleinen und kleinen Werkstätten. Hier findest du auch die besseren Lokale und die Läden mit Sfusato-Zitronen, aus denen der Limoncello und die Delizia al limone gemacht werden.

7 Atrani

Der Nachbarort liegt einen knappen Kilometer weiter und ist zu Fuß in gut zehn Minuten erreichbar, teils durch einen Tunnel neben der Küstenstraße. Atrani ist winzig, drängt sich um einen kleinen Platz mit Kirche und Strand und ist fast immer ruhig, obwohl die Tagesgäste nebenan in Massen stehen. Der beste Tipp für einen Kaffee oder ein Abendessen.

8 Hafen und Strand

Der Strand liegt direkt vor der Stadt, teils frei zugänglich, teils in Konzessionen mit Liegen aufgeteilt. Er ist kiesig und im Sommer voll, funktioniert aber gut für ein schnelles Bad zwischen zwei Programmpunkten. Vom Hafen daneben starten die Fähren und die Bootstouren an der Küste entlang.

Tipp: Dreh die Reihenfolge um. Nimm morgens den ersten Bus oder das erste Boot, sieh dir Dom und Kreuzgang vor zehn an, geh dann ins Papiermühlental hinauf, wenn unten der Andrang einsetzt, und komm am späten Nachmittag zurück. Die Stadt fühlt sich dann völlig anders an.

Bus, Boot oder selbst fahren?

Die kurze Antwort: Fahr nicht selbst. Die Küstenstraße SS163 ist eng, kurvig und im Sommer über Stunden dicht, Gegenverkehr mit Bussen bedeutet ständiges Zurücksetzen, und Parken ist in Amalfi nur in teuren Felsgaragen möglich. Wer mit dem Auto anreist, stellt es für die ganze Zeit in einem Parkhaus ab oder lässt es gleich in Sorrent oder Salerno stehen. Dazu kommen ZTL-Beschränkungen in den Ortskernen und saisonale Fahrverbote nach Kennzeichen auf der Küstenstraße, die kurzfristig gelten können. Wie ZTL grundsätzlich funktioniert, steht im Guide zu den ZTL-Zonen in Italien.

Die SITA-Busse sind das Rückgrat der Küste und verbinden Sorrent, Positano, Amalfi, Ravello und Salerno. Tickets kaufst du vorher in der Tabaccheria, an der Bar oder im Kiosk und entwertest sie beim Einstieg. In der Hochsaison sind die Busse voll, du stehst und wartest an Haltestellen manchmal einen Kurs ab. Stell dich vorn an, wo der Bus einfährt.

Die Fähren sind die angenehmere Alternative: Von Salerno, Positano, Sorrent und Capri gibt es in der Saison regelmäßige Verbindungen nach Amalfi, du sitzt, siehst die Küste von der schönsten Seite und stehst nicht im Stau. Nachteil: Bei Wellengang fallen Kurse aus, und im Winter fährt fast nichts. Plane bei Bootsanreise immer einen Bus als Rückfallebene ein.

Gut zu wissen: Der Coperto auf der Rechnung ist an dieser Küste normal und kein Betrug: Er deckt Gedeck und Brot ab und steht auf der Karte. Trinkgeld ist zusätzlich möglich, aber keine Pflicht.

Wie viel Zeit und was kombinieren?

Für Amalfi selbst reicht ein halber bis ganzer Tag. Als Basis für die Küste brauchst du drei bis vier Nächte, dann bekommst du Positano, Ravello, eine Wanderung und einen Bootstag unter. Ravello liegt nur eine knappe halbe Stunde mit dem Bus bergauf und ist der naheliegendste Halbtagesausflug. Einen Überblick über die ganze Region gibt die Seite zur Amalfiküste, und wer noch überlegt, findet im Vergleich Amalfiküste oder Cinque Terre eine Entscheidungshilfe. Für Antike und Stadt hängst du Pompeji und Neapel an.

Klima und Anreise auf einen Blick

Gerade in Amalfi28°Cklar
  • Wärmster MonatAugust, 31 °C
  • Kühlster MonatJanuar, 6 °C
  • Trockenster MonatJuli
  • Höhe6 m

Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius

13°6°J
14°7°F
15°8°M
18°10°A
22°14°M
27°19°J
30°22°J
31°22°A
26°19°S
22°15°O
18°12°N
14°8°D

Regen Millimeter und Regentage pro Monat

132mm14 TageJ
114mm11 TageF
113mm13 TageM
69mm11 TageA
90mm12 TageM
36mm6 TageJ
20mm4 TageJ
32mm7 TageA
109mm9 TageS
129mm11 TageO
223mm15 TageN
137mm11 TageD

Entfernung ab deutschen Flughäfen

AbEntfernungFlugzeit ca.
München (MUC)887 km1 Std. 40 Min.
Stuttgart (STR)991 km1 Std. 50 Min.
Frankfurt (FRA)1.146 km2 Std. 0 Min.
Köln/Bonn (CGN)1.275 km2 Std. 10 Min.
Berlin (BER)1.307 km2 Std. 15 Min.
Düsseldorf (DUS)1.329 km2 Std. 15 Min.
Hamburg (HAM)1.486 km2 Std. 25 Min.

Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.

Städte in der Nähe

StadtEntfernungMit dem Auto etwa
Ravello2 km0 km, 0 Std. 0 Min.
Positano10 km10 km, 0 Std. 15 Min.
Sorrent19 km20 km, 0 Std. 15 Min.
Capri33 kmnur mit Fähre oder Flug
Neapel37 km50 km, 0 Std. 30 Min.
Matera169 km210 km, 2 Std. 30 Min.

Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit braucht man für Amalfi?

Für den Ort selbst reichen drei bis vier Stunden: Dom mit Kreuzgang und Krypta, ein Bummel durch die Gassen dahinter, der Hafen und ein Abstecher nach Atrani. Mit dem Papiermühlental und der Wanderung ins Valle delle Ferriere wird ein voller Tag daraus. Als Standort für die Küste plane drei bis vier Nächte.

Soll man an der Amalfiküste selbst Auto fahren?

Besser nicht. Die SS163 ist eng und kurvig, im Sommer stundenlang verstopft, Parkplätze sind rar und teuer, dazu kommen ZTL-Zonen in den Orten und saisonale Fahrbeschränkungen. Wer mit dem Auto anreist, parkt es für die gesamte Zeit und nutzt SITA-Busse und Fähren. Das ist billiger, schneller und deutlich entspannter.

Wie kommt man von Amalfi nach Positano?

Mit dem SITA-Bus in etwa 40 bis 50 Minuten, je nach Verkehr, oder in der Saison mit der Fähre in rund 25 Minuten. Das Boot ist bequemer und landschaftlich schöner, fällt aber bei Wellengang aus. Bustickets kaufst du vorher in der Tabaccheria, Fährtickets am Schalter im Hafen.

Ist Amalfi oder Positano der bessere Standort?

Amalfi, wenn du ohne Auto unterwegs bist: Alle Busse und Fähren halten hier, der Ort ist flacher, und die Preise liegen niedriger. Positano ist das schönere Bild, aber steiler, teurer und schlechter angebunden. Wer Ruhe will und Treppen nicht scheut, nimmt Ravello oder das nahe Atrani.

Wann ist die beste Reisezeit für Amalfi?

Mai, Juni, September und die erste Oktoberhälfte. Dann fahren die Fähren, das Wetter ist stabil und die Orte sind nicht überfüllt. Juli und August bedeuten Hitze, volle Busse und Höchstpreise. Im Winter schließen viele Hotels und Restaurants, und der Bootsverkehr ruht weitgehend.