Auf einen Blick
- HauptstadtNeapel
- Bekannteste ZieleNeapel, Pompeji, Vesuv, Amalfiküste, Sorrent, Capri
- UNESCO-WelterbeAltstadt von Neapel, Pompeji und Herculaneum, Amalfiküste, Cilento mit Paestum
- Empfohlene Dauer7 bis 10 Tage
- Beste ReisezeitMai, Juni, September und Oktober
- AnreiseFlug nach Neapel, Schnellzug ab Rom in gut einer Stunde
Was Kampanien ausmacht
Alles hier hängt am Vulkan. Der Vesuv hat die Städte an seinem Fuß begraben und konserviert, er hat den Boden so fruchtbar gemacht, dass Tomaten, Zitronen und Wein an den Hängen wachsen, und er steht als Silhouette hinter jedem Foto des Golfs. Drumherum liegt eine der am dichtesten besiedelten und lautesten Ecken Europas, und daneben eine Küste, die zu den schönsten der Welt gehört.
Diese Nähe von Extremen ist typisch. Kampanien ist nicht die Region für Reisende, die alles glatt und geordnet mögen. Züge sind voll, Straßen eng, Neapel ist laut und ungeschminkt. Dafür bekommst du Antike, Küste und Küche in einer Dichte, die im Rest Europas kein Gegenstück hat.
Die Ziele, die sich lohnen
1 Neapel
Neapel ist die eigenwilligste Großstadt Italiens: enge Gassen mit Wäscheleinen über der Straße, barocke Kirchen hinter unscheinbaren Türen, das Archäologische Nationalmuseum mit den Funden aus Pompeji, das Königsschloss am Meer und die Pizza, die hier erfunden wurde.
Plane mindestens zwei volle Tage und nimm die Stadt als Basis, nicht als Zwischenstopp. Zum Ruf: Neapel ist mit normaler Aufmerksamkeit gut zu bereisen, was du beachten solltest, steht unter sicher in Rom und Neapel.
2 Pompeji
Pompeji ist die größte antike Stadt, die man betreten kann: Straßen, Läden, Villen mit Wandmalerei, ein Amphitheater, alles unter Asche konserviert. Das Gelände ist riesig, unterschätze das nicht, drei bis vier Stunden gehen schnell vorbei und du hast dann längst nicht alles gesehen.
Die Alternative für alle, die weniger Zeit oder Hitze vertragen, ist Herculaneum. Es ist deutlich kleiner, aber besser erhalten, mit Holzbalken, Türen und oberen Stockwerken. Für beide gilt: Tickets nur über die offiziellen Seiten kaufen, im Umfeld tummeln sich Wiederverkäufer.
3 Vesuv
Der Vesuv lässt sich bis zum Kraterrand begehen. Vom Parkplatz führt ein Schotterweg in einer knappen halben Stunde hinauf, oben läufst du ein Stück am Rand entlang und blickst in den Krater und über den ganzen Golf. Der Zugang ist reguliert, Zeitfenster werden vorab vergeben.
Nimm feste Schuhe, der Weg ist rutschig, und rechne mit Wind und deutlich kühlerer Luft als unten. Bei tief hängenden Wolken lohnt der Aufstieg nicht, dann siehst du oben nichts.
4 Amalfiküste
Die Amalfiküste zieht sich südlich der Halbinsel von Sorrent entlang: Felswände, die senkrecht ins Wasser fallen, Orte wie Positano und Amalfi, die in Schluchten kleben, und mit Ravello ein Dorf hoch oben mit Gärten über der Küste. Die Küstenstraße ist eng und im Sommer verstopft.
Nimm Boot und Bus statt eigenem Auto. Zwei bis drei Nächte reichen, viele nutzen Sorrent als günstigere Basis.
5 Sorrent
Sorrent liegt auf einer Steilküstenterrasse und ist der praktischste Knotenpunkt der Region: Bahnverbindung nach Neapel und Pompeji, Fähren nach Capri, Busse an die Amalfiküste. Die Stadt selbst ist stark auf Tourismus ausgelegt, hat aber eine hübsche Altstadt und deutlich mehr Auswahl bei Hotels als die Küstendörfer.
Wer Amalfiküste und Pompeji kombinieren will, ohne dreimal umzuziehen, wohnt hier richtig.
6 Capri
Capri ist die berühmteste der Inseln im Golf: steile Felsen, die Faraglioni vor der Küste, die Gärten des Augustus und oben Anacapri mit dem Sessellift auf den Monte Solaro. Tagsüber ist die Insel voll, weil Fähren im Takt Gäste anliefern.
Die Lösung ist simpel: entweder über Nacht bleiben oder mit der ersten Fähre kommen und die Piazzetta erst nachmittags ansteuern. Als Alternativen im Golf liegen Ischia mit Thermen und Procida als kleinste und einfachste der drei.
Achtung: Für Pompeji, Herculaneum und den Vesuv gibt es Tickets ausschließlich über die offiziellen Stellen der Ausgrabungsstätten und des Nationalparks. Rund um die großen Namen sind Seiten unterwegs, die offiziell wirken, aber nur Kontingente mit hohem Aufschlag weiterverkaufen. Buche direkt, nicht über eine Suchmaschinenanzeige, und rechne in der Hauptsaison mit vergebenen Zeitfenstern.
Gut zu wissen: Das Coperto auf der Rechnung ist völlig normal, ein Gedeckpreis pro Person, der auf der Speisekarte steht. Er ist kein Trick und kein Servicezuschlag, den du diskutieren musst. Was du dagegen prüfen solltest, sind Fischgerichte, die nach Gewicht abgerechnet werden: Frag vor der Bestellung nach dem Preis pro Kilo.
Cilento: der ruhige Süden
Südlich von Salerno beginnt der Cilento, ein weiter Nationalpark mit Bergen, Wäldern und einer Küste, die kaum jemand auf dem Zettel hat. Hier stehen mit den griechischen Tempeln von Paestum drei der besterhaltenen dorischen Bauwerke überhaupt, mitten in der Ebene und ohne Gedränge. Die Küstenorte weiter südlich sind einfach, italienisch geprägt und preislich eine andere Welt als die Amalfiküste. Wer im August in die Region will und trotzdem Platz sucht, sollte hier suchen.
Anreise und unterwegs
Neapel hat einen stadtnahen Flughafen, dazu Schnellzüge, die aus Rom in gut einer Stunde ankommen. Innerhalb der Region ist die Circumvesuviana das Rückgrat: Sie verbindet Neapel mit Herculaneum, Pompeji und Sorrent. Ehrlich gesagt ist sie oft überfüllt, wenig komfortabel und nicht immer pünktlich, aber sie fährt genau dorthin, wo alle hinwollen. Fahre außerhalb der Stoßzeiten, halte Wertsachen im Blick und rechne mit Verspätungen.
Zur Küste und zu den Inseln nimmst du Fähren und Tragflügelboote ab dem Hafen von Neapel oder ab Sorrent, im Sommer fahren sie dicht. An der Amalfiküste sind Busse und Boote fast immer die bessere Wahl als ein Auto: Die Straße ist schmal, Parkplätze sind teuer und knapp, und in der Hochsaison gelten dort zeitweise Verkehrsbeschränkungen. Dazu hat jede Altstadt eine ZTL, siehe die Übersicht zu den ZTL-Zonen in Italien.
Tipp: Geh vor Pompeji ins Archäologische Nationalmuseum in Neapel. Die Mosaiken, Fresken und Bronzen aus den Ausgrabungen stehen dort, nicht vor Ort. Wer das Museum zuerst gesehen hat, läuft anschließend durch Pompeji und weiß, was in den leeren Räumen einmal hing. Umgekehrt bleibt das Gelände für viele eine Ansammlung grauer Mauern.
Beste Reisezeit
Mai, Juni, September und Oktober sind klar am besten. Das Meer ist ab Juni warm, die Ausgrabungen sind ohne Schatten im Hochsommer eine Qual, und im August ist die Küste voll und teuer, weil dann auch die Italiener Urlaub haben. Der Winter ist in Neapel mild und die Stadt funktioniert ganz normal weiter, an der Amalfiküste schließt dagegen ein großer Teil der Hotels und Restaurants.
Route und Basis
Für zehn Tage hat sich diese Aufteilung bewährt: vier Nächte Neapel mit Pompeji, Vesuv und Museum, danach drei bis vier Nächte Sorrent oder an der Amalfiküste, dazwischen ein Tag Capri. Wer mehr Zeit hat, hängt den Cilento mit Paestum an. Vermeide es, jeden zweiten Tag umzuziehen: Die Wege sind kurz, aber langsam, und ein Hotelwechsel kostet an der Küste schnell einen halben Tag.
Ehrliche Einschätzung
Kampanien ist anstrengender als Norditalien. Der Verkehr ist zäh, die Circumvesuviana unbequem, Neapel laut, und an der Amalfiküste zahlst du im Sommer Preise, die in keinem Verhältnis zur Zimmergröße stehen. Trotzdem ist es für viele die Region, an die sie sich am längsten erinnern: eine antike Stadt, durch die man wirklich läuft, ein begehbarer Vulkan, eine Küste wie eine Kulisse und in Neapel eine Stadt, die man entweder sofort mag oder nie. Komm im Frühjahr oder Herbst, nimm Boot und Bahn statt Auto und gib der Stadt mehr als einen Tag.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Kampanien?
Sieben bis zehn Tage. Vier Nächte Neapel decken die Stadt, Pompeji und den Vesuv ab, danach drei bis vier Nächte in Sorrent oder an der Amalfiküste plus ein Tag Capri. Wer nur die Höhepunkte will, schafft Neapel und Pompeji in vier Tagen. Für den Cilento mit Paestum plane zwei weitere Nächte ein.
Pompeji oder Herculaneum?
Pompeji ist viel größer und gibt dir das Gefühl, durch eine ganze Stadt zu laufen, dafür brauchst du drei bis vier Stunden und viel Sonnenschutz. Herculaneum ist kleiner, dichter und besser erhalten, mit Holzbalken und oberen Stockwerken, und in gut zwei Stunden zu schaffen. Mit Kindern oder bei Hitze ist Herculaneum die klügere Wahl.
Wo wohnt man am besten in Kampanien?
Zweigeteilt: erst Neapel für Stadt, Museum, Pompeji und Vesuv, dann Sorrent oder ein Ort an der Amalfiküste für Küste und Capri. Sorrent ist der praktischste Knoten, weil dort Bahn, Fähren und Küstenbusse zusammenkommen, und meist günstiger als Positano oder Amalfi. Häufige Hotelwechsel lohnen sich hier nicht.
Braucht man an der Amalfiküste ein Auto?
Besser nicht. Die Küstenstraße ist eng und kurvig, Parkplätze sind teuer und knapp, in der Hochsaison gelten dort zeitweise Verkehrsbeschränkungen, und jede Altstadt hat eine ZTL. Busse fahren die ganze Strecke ab, Boote verbinden die Orte im Sommer zuverlässig und sind meist schneller und angenehmer als die Straße.
Ist Neapel sicher für Reisende?
Mit normaler Aufmerksamkeit ja. Die typischen Probleme sind Taschendiebstahl in vollen Bahnen und an belebten Plätzen, nicht Gewalt gegen Reisende. Trage Wertsachen dicht am Körper, zeig auf der Straße kein teures Handy und meide nachts leere Nebenstraßen. Konkrete Hinweise findest du auf der Seite zu Sicherheit in Rom und Neapel.






