Auf einen Blick
- RegionSüdtirol, Trentino und Venetien
- Empfohlene Dauer7 Tage, machbar ab 5, ideal 10
- Streckerund 400 Kilometer, viele Passkilometer
- Basiszwei Standorte: Grödnertal und Hochpustertal
- StatusUNESCO-Welterbe seit 2009
- Beste ReisezeitEnde Juni bis Anfang Oktober
Für wen diese Route passt
Diese Runde ist für alle gemacht, die Berge sehen wollen, ohne Bergsteiger zu sein: kurze Etappen, Höhenmeter per Seilbahn, zwei bis vier Stunden Wandern am Tag auf breiten Wegen. Anspruchsvollere Touren starten in denselben Tälern; mit Kindern kürzt du die Wanderungen und bleibst auf den Almen. Wer stattdessen den großen Bogen über Seen und Städte sucht, fährt besser den Roadtrip durch Norditalien, der die Dolomiten nur am Ende streift.
Weniger gut passt die Route ohne Auto. Im Sommer fahren zwar gute Wanderbusse, aber Pässe und Drei Zinnen kosten dann viel Zeit. Ohne Wagen bleibst du besser an einem Ort: Bozen mit dem Ötzi-Museum und den Seilbahnen auf die Hochplateaus, oder Brixen als ruhigere Alternative im Eisacktal. Beide erreichst du direkt mit der Bahn.
Die Route auf einen Blick
Das Prinzip ist einfach: zwei Standorte statt sieben. Die erste Hälfte wohnst du im Grödnertal, am Fuß von Seceda und Seiser Alm. Die zweite Hälfte verbringst du im Hochpustertal, von wo aus Drei Zinnen und Pragser Wildsee in Reichweite liegen. Dazwischen liegt ein einziger Umzugstag, und der führt über die schönsten Pässe der Region.
| Tag | Etappe | Übernachtung | Fahrzeit (Schätzung) |
|---|---|---|---|
| 1 | Anreise über den Brenner, Stopp in Brixen | Grödnertal | rund 1 Stunde ab Brixen |
| 2 | Seiser Alm | Grödnertal | kurz, Auffahrt mit der Seilbahn |
| 3 | Seceda und Talwanderungen | Grödnertal | kurz |
| 4 | Sellarunde über vier Pässe | Grödnertal | 2 bis 3 Stunden reine Fahrt |
| 5 | Falzaregopass, Cortina, Hochpustertal | Toblach oder Sexten | rund 2,5 Stunden |
| 6 | Drei Zinnen | Toblach oder Sexten | rund 1 Stunde je Richtung |
| 7 | Pragser Wildsee und Rückfahrt | Abreise | rund 1 Stunde bis Brixen |
Die Fahrzeiten sind konservative Schätzungen für die reine Fahrt ohne Stopps. Auf Passstraßen brauchst du im Hochsommer deutlich länger, weil Wohnmobile, Rennräder und Motorräder das Tempo vorgeben.
1 Tag 1: über den Brenner ins Grödnertal
Aus Deutschland und Österreich kommst du über die Brennerautobahn, fährst im Eisacktal ab und über St. Ulrich hinauf ins Grödnertal, auf Ladinisch Gherdëina. Bist du früh dran, lohnt ein Stopp in Brixen: Dom, Kreuzgang mit gotischen Fresken und eine kompakte Altstadt unter Laubengängen, in gut zwei Stunden gesehen.
Im Tal reihen sich St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein aneinander, alle drei Wintersportorte, im Sommer ruhig und als Basis ideal. Schau am ersten Nachmittag nach, welche Seilbahnen laufen: Nicht jede ist den ganzen Sommer in Betrieb.
2 Tag 2: Seiser Alm
Die Seiser Alm gilt als größte Hochalm der Alpen: ein welliges Wiesenplateau auf rund 1.800 bis 2.000 Metern, mit Schlern und Langkofel als Kulisse. Dazu die Wege: breit, sanft und auch mit Kinderwagen machbar.
Wichtig ist die Zufahrt: Die Straße von Seis hinauf ist tagsüber für Privatautos gesperrt. Du nimmst also die Seilbahn ab Seis am Schlern und stellst das Auto an der Talstation ab, oder du fährst mit dem Wanderbus. Für die Parkplätze oben brauchst du ohnehin eine Reservierung, das macht die Seilbahn zur einfacheren Lösung. Von der Bergstation bei Compatsch bringen dich Sessellifte weiter, und an fast jedem Weg liegt eine Hütte.
Tipp: Viele Unterkünfte in Südtirol geben dir für die Dauer des Aufenthalts eine Gästekarte für Busse und Regionalzüge. Frag schon bei der Buchung danach. Damit werden die Wanderbusse zur Seiser Alm zur bequemsten Lösung, und die Parkplatzsuche fällt weg.
3 Tag 3: Seceda und das Grödnertal
Seceda ist das Motiv, das du kennst, auch wenn dir der Name nichts sagt: eine grüne Grasflanke, die vorne wie mit dem Messer abgeschnitten in senkrechte Felszacken übergeht. Hinauf kommst du von St. Ulrich in zwei Etappen, erst mit der Kabinenbahn nach Furnes, dann mit der Seilbahn zum Grat. Auch hier wird der Andrang gesteuert: Ein Großteil der Plätze läuft über feste Zeitfenster, die du vorab online buchst, ein kleinerer Teil bleibt für Spontane. An schönen Tagen reservierst du besser, vor allem für den Vormittag.
Eine gute Runde: hinab zur Regensburger Hütte, weiter zur Bergstation Col Raiser und mit der Bahn nach St. Christina. Nachmittags lohnt das Langental bei Wolkenstein, ein flacher Talweg zwischen Wänden, der auch bei durchwachsenem Wetter funktioniert.
4 Tag 4: die Sellarunde über vier Pässe
Der Sellastock ist ein wuchtiger Felsklotz, um den vier Pässe herumführen: Grödnerjoch, Campolongo, Pordoijoch und Sellajoch. Die Runde ist rund 55 Kilometer lang und lässt sich an einem Tag gemütlich fahren, mit Pause an jedem Pass.
Der Höhepunkt liegt am Pordoijoch: Eine Seilbahn bringt dich auf den Sass Pordoi, eine Felsterrasse auf knapp 2.950 Metern mit Blick über das ganze Massiv. Bei klarer Sicht erkennst du die Marmolata, mit 3.343 Metern der höchste Berg der Dolomiten. Starte früh: Ab dem späten Vormittag sind die Passhöhen und ihre Parkplätze voll.
5 Tag 5: Falzaregopass, Cortina und Hochpustertal
Der Umzugstag ist der schönste Fahrtag. Von Wolkenstein geht es über das Grödnerjoch nach Alta Badia und weiter über den Falzaregopass, ein Stück der Großen Dolomitenstraße. Am Pass fährt eine Seilbahn auf den Lagazuoi, wo Stollen und Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg im Fels stecken, der Blick von der Terrasse gehört zu den weitesten der Region.
Danach rollst du hinunter nach Cortina d’Ampezzo, Hauptort der Ampezzaner Dolomiten und Austragungsort der Winterspiele von 1956. Der Ort ist teurer und mondäner als seine Südtiroler Nachbarn, eine Stunde auf dem Corso reicht. Am Nachmittag geht es über Toblach ins Hochpustertal.
6 Tag 6: Drei Zinnen
Die Drei Zinnen sind das Wahrzeichen der Dolomiten: drei Felstürme, die von Norden wie eine geschlossene Wand wirken und von Süden wie drei einzelne Zähne. Hinauf führt eine Mautstraße von Misurina zur Auronzohütte, und genau da liegt die Hürde: In der Hauptsaison buchst du vorab online ein Zeitfenster samt Kennzeichen, die Plätze oben sind begrenzt, ohne Buchung kommst du an schönen Tagen nicht durch. Auch für den Shuttlebus aus dem Pustertal wird reserviert. Wie die Regelung aktuell aussieht, steht auf der offiziellen Seite der Gemeinde Auronzo, prüf sie ein paar Tage vorher.
Die Umrundung ist die beste Wanderung der Region: rund zehn Kilometer auf überwiegend breiten Wegen, mit mehreren Hütten, drei bis vier Stunden plus Pausen. Der berühmte Blick auf die Nordwände öffnet sich erst hinter der Dreizinnenhütte, lauf die Runde also wirklich ganz. Wind- und Regenjacke gehören in den Rucksack, oben schlägt das Wetter schnell um.
Achtung: Gewitter bilden sich in den Dolomiten meist am Nachmittag. Starte Bergwanderungen früh, sei rechtzeitig zurück und verlass bei aufziehenden Wolken den Grat. Auf der Seiser Alm und rund um die Drei Zinnen gibt es kaum Schutz, und die Wege sind bei Nässe rutschig.
7 Tag 7: Pragser Wildsee und Rückfahrt
Der Pragser Wildsee liegt in einem Seitental des Pustertals: dunkelgrün, von Wänden umstellt, mit einem hölzernen Bootshaus am Ufer. Die Runde um den See ist flach und in gut einer Stunde gelaufen. Diese Postkartenlage hat den Ort so überlaufen gemacht, dass die Zufahrt reguliert wird.
Danach fährst du über Bruneck und das Pustertal zurück Richtung Brixen und Brennerautobahn. Wenn noch Zeit bleibt, häng in Bozen das Archäologiemuseum mit Ötzi an, der beste Plan für einen Regentag.
Gut zu wissen: Die Straße zum Pragser Wildsee ist in der Hauptsaison zeitweise nur mit Reservierung, mit dem Bus oder außerhalb bestimmter Zeitfenster befahrbar. Die Regeln ändern sich jede Saison, deshalb steht hier bewusst keine Zahl. Prüfe den Stand kurz vor der Fahrt auf der offiziellen Website der Region und leg dir eine Alternative zurecht, etwa den Toblacher See oder das Fischleintal.
Passstraßen: was du vorher wissen solltest
Die Pässe sind der eigentliche Reiz und zugleich die häufigste Fehlkalkulation. Kurven, Steigungen und Gegenverkehr drücken den Schnitt auf 30 bis 40 Kilometer pro Stunde, an schönen Wochenenden noch weiter. Ein Pass ist eine Stunde, drei Pässe sind ein halber Tag, egal was die Karte behauptet.
Die meisten Übergänge öffnen erst im späten Frühjahr und schließen im Herbst nach dem ersten größeren Schneefall. Dazu fährt Südtirol den Verkehr auf den Pässen zurück: Am Grödnerjoch läuft ein Versuch mit stark begrenzter Fahrzeugzahl pro Tag, ausgenommen sind Anlieger, Übernachtungsgäste und Lieferanten; ob daraus eine dauerhafte Regelung wird und ob sie auf Sella-, Pordoi- und Campolongopass ausgeweitet wird, war zuletzt offen. Prüfe vor der Sellarunde auf den offiziellen Seiten der Gemeinden und Bergbahnen, welche Übergänge frei befahrbar sind. Macht ein Pass zu, fährst du bis zum letzten offenen Übergang und wieder zurück, landschaftlich verlierst du wenig.
Tank vor der Passfahrt voll, oben kommt lange keine Tankstelle, und bergab rollst du besser im niedrigen Gang, statt dauerhaft zu bremsen.
Kürzer und länger: 5 oder 10 Tage
Mit fünf Tagen streichst du den Umzug: Du bleibst im Grödnertal, machst Seiser Alm, Seceda und die Sellarunde und fährst die Drei Zinnen als langen Tagesausflug. Sportlich, aber du sparst dir zweimal Ein- und Auspacken.
Mit zehn Tagen wird die Reise ruhiger statt größer. Häng zwei Nächte im Eisacktal an und nimm Brixen mit der Plose dazu, oder fahr im Westen über den Karerpass, wo sich der Latemar im Karersee spiegelt. Auch Meran mit den Gärten von Trauttmansdorff und Trient im Süden passen gut ans Ende. Wer wandern will, ersetzt zwei Tagestouren durch Hüttenübernachtungen und sieht die Wände im Morgenlicht.
Beste Reisezeit
Die Sommersaison läuft grob von Ende Juni bis Anfang Oktober; vorher liegt oben oft noch Schnee, viele Hütten und Bahnen haben zu. Juli und August sind zuverlässig warm, aber auch die Zeit der früh vollen Parkplätze. September ist der beste Kompromiss: stabileres Wetter, klare Luft, weniger Betrieb.
Ende September und Anfang Oktober kommt die Lärchenfärbung dazu, dann leuchten ganze Hänge goldgelb. Der Winter ist eine völlig andere Reise mit Skigebieten und geschlossenen Pässen, dazu passt der Überblick zum Skifahren in Italien. Eine allgemeine Einordnung liefert der Guide zur besten Reisezeit für Italien.
Mietwagen, ZTL und Parken
Ein Auto brauchst du für diese Route. Nimm einen kleinen Wagen für enge Kehren und knappe Parkbuchten, und buche Automatik früh, sie ist in Italien selten. Die Brennerautobahn kostet Maut, die Passstraßen selbst sind mautfrei, für die Zufahrt zu den Drei Zinnen fällt dagegen eine Straßengebühr an.
Achtung: Auch in den Bergen gibt es ZTL-Zonen, also kameraüberwachte Altstadtbereiche mit Fahrverbot. Bozen, Brixen und Bruneck haben solche Zonen. Das Bußgeld kommt Monate später über die Autovermietung, samt Bearbeitungsgebühr und pro Einfahrt. Park konsequent in den Parkhäusern am Altstadtrand. Wie das System funktioniert, erklärt der Guide zu den ZTL-Zonen in Italien, die Grundlagen der Anmietung stehen unter Italien mit dem Mietwagen, und für die Anfahrt aus dem Norden hilft die Übersicht mit dem Auto nach Italien.
Parken kostet an allen Talstationen etwas, meist am Automaten und nicht immer per Karte. Die beliebten Plätze sind am Vormittag voll: Früh da sein bringt einen Platz und besseres Licht.
Die häufigsten Planungsfehler
Erstens: zu viele Standorte, jeder Umzug kostet einen halben Tag. Zweitens: zu spät losfahren, volle Parkplätze und Nachmittagsgewitter bestrafen Langschläfer doppelt. Drittens: das Wetter unterschätzen, auf 2.000 Metern sind zehn Grad und Wind auch im August normal, Jacke und Mütze gehören in den Rucksack.
Wenn du diese drei Punkte beachtest, läuft die Woche fast von selbst. Mehr Kontext liefern der Überblick zu den Dolomiten und zu Südtirol, Tourenvorschläge stehen unter Wandern in Italien, und wer Berge und Wasser gegeneinander abwägt, liest Dolomiten oder Gardasee.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für eine Dolomiten-Rundreise?
Sieben Tage sind der beste Zuschnitt: drei bis vier im Grödnertal für Seiser Alm, Seceda und die Sellarunde, danach drei im Hochpustertal für Drei Zinnen und Pragser Wildsee. Mit fünf Tagen bleibst du an einem Standort und fährst die Drei Zinnen als Tagesausflug. Ab zehn Tagen wird die Reise nicht größer, sondern ruhiger.
Braucht man in den Dolomiten ein Auto?
Für diese Rundreise ja. Ohne Auto verlierst du an den Pässen und bei den Drei Zinnen viel Zeit. Wer ohne Wagen kommt, bleibt besser an einem Ort mit Bahnanschluss, etwa Bozen oder Brixen, und nutzt Wanderbusse und Seilbahnen. Für einzelne Ziele wie die Seiser Alm sind Bus und Seilbahn ohnehin die bessere Wahl.
Wann sind die Passstraßen in den Dolomiten offen?
Die Übergänge öffnen im späten Frühjahr, sobald der Schnee weg ist, und schließen im Herbst nach dem ersten größeren Schneefall. Verlässlich befahrbar sind sie etwa von Ende Juni bis Anfang Oktober. Die genauen Termine unterscheiden sich je nach Pass und Winter, prüf sie kurz vor der Fahrt auf den offiziellen Seiten der Gemeinden.
Muss man den Pragser Wildsee reservieren?
In der Hauptsaison gilt eine Zufahrtsregelung für das Tal, die Reservierung, Bus oder bestimmte Zeitfenster vorsieht. Die Regeln ändern sich jede Saison, deshalb lohnt ein Blick auf die offizielle Website der Region kurz vor der Fahrt. Plan eine Alternative ein, falls der Tag ausgebucht ist, etwa den Toblacher See oder das Fischleintal.
Welche Basis ist besser: Grödnertal, Bozen oder Cortina?
Das Grödnertal liegt am zentralsten für Seiser Alm, Seceda und die Pässe. Bozen und Brixen sind besser, wenn du mit der Bahn anreist und Stadt mit Bergen kombinieren willst. Cortina ist landschaftlich stark und dicht an den Drei Zinnen, aber teurer und weiter weg vom Westteil. Für eine Woche funktioniert die Kombination Grödnertal plus Hochpustertal am besten.
Kann man die Drei Zinnen auch ohne lange Wanderung sehen?
Ja. Von der Auronzohütte am Ende der Mautstraße stehst du direkt unter den Südwänden, dafür brauchst du keinen Schritt zu gehen. Für die Zufahrt brauchst du in der Hauptsaison allerdings eine Online-Reservierung. Der berühmte Blick auf die drei Nordwände liegt auf der anderen Seite und erfordert die Umrundung. Ein guter Kompromiss ist der Hin- und Rückweg bis zur Lavaredohütte, das ist deutlich kürzer.






