Auf einen Blick
- ToskanaFlorenz, Siena, Pisa und Lucca, 7 bis 14 Tage
- UmbrienPerugia, Assisi, Orvieto und Spoleto, 4 bis 7 Tage
- LandschaftChianti und Val d'Orcia gegen Wälder und Bergstädte
- Besonderheit UmbrienEinzige Region ohne Küste und ohne Außengrenze
- Beste ReisezeitMai, Juni, September und Oktober
- AnreiseFlug nach Florenz oder Pisa, Bahn über Florenz und Rom
Die Kurzfassung
Nimm die Toskana, wenn du zum ersten Mal in Mittelitalien bist und die berühmten Städte und Landschaften sehen willst. Nimm Umbrien, wenn du das schon kennst, Ruhe suchst, aufs Budget schaust oder einfach keine Lust auf Warteschlangen hast. Für Wiederholungstäter ist Umbrien fast immer die bessere Wahl, für die erste Rundreise durch Mittelitalien führt kaum ein Weg an der Toskana vorbei.
| Kriterium | Toskana | Umbrien |
|---|---|---|
| Landschaft | sanfte Hügel, Zypressen, Weinberge, Küste | bewaldete Hügel, Ebenen, Bergstädte, keine Küste |
| Städtedichte | hoch, viele große Namen dicht beieinander | geringer, dafür geschlossene Altstädte |
| Andrang | hoch in Florenz, Siena, Pisa und San Gimignano | moderat, Spitzen nur in Assisi |
| Preisniveau | höher, besonders im Chianti und Val d’Orcia | durchweg günstiger bei Unterkunft und Essen |
| Wein | Chianti, Brunello di Montalcino, Vino Nobile | Sagrantino di Montefalco, Orvieto Classico |
| Ohne Auto | gut, Bahn und Busse verbinden die großen Städte | eingeschränkt, viele Orte liegen auf Bergkuppen |
| Empfohlene Dauer | 7 bis 14 Tage für Städte und Land | 4 bis 7 Tage |
| Passt zu | Kunst, erste Italienreise, Weinreisen | Ruhe, zweite Runde, kleines Budget |
Toskana: die großen Namen
Die Toskana ist Weltkunst auf engem Raum. Florenz allein füllt zwei bis drei Tage, dazu kommen Siena mit seiner muschelförmigen Piazza, Pisa mit dem Ensemble aus Dom, Baptisterium und Schiefem Turm sowie Lucca mit einer begehbaren Stadtmauer rundherum. Kleinere Orte wie San Gimignano, Volterra, Arezzo und Cortona ergänzen das Programm.
Das Land dazwischen ist der zweite Grund: das Chianti zwischen Florenz und Siena, die Crete Senesi mit ihren kahlen Lehmhügeln und das Val d’Orcia rund um Pienza und Montepulciano, das als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe zählt. Eine fertige Route mit Etappen steht in der Toskana-Rundreise.
Die Kehrseite ist bekannt: Genau diese Orte kennt jeder. In Florenz, Siena und San Gimignano ist es zwischen zehn und siebzehn Uhr voll, im Sommer sehr voll. Wer früh aufsteht, spät isst und die Hauptorte antizyklisch besucht, bekommt trotzdem eine ruhige Toskana.
Tipp: Wohn nicht im Ort, den alle fotografieren, sondern zehn Autominuten daneben. Rund um San Gimignano, Pienza und Montepulciano gibt es reichlich Agriturismi auf dem Land, die abends ruhig sind und morgens vor allen anderen am Ziel. So sparst du außerdem beim Zimmerpreis, ohne Fahrzeit zu verlieren.
Umbrien: das ruhigere Programm
Umbrien ist die einzige Region auf dem italienischen Festland ohne Küste und ohne Außengrenze, weshalb sie das grüne Herz des Landes heißt. Statt Meer gibt es Hügel, Olivenhaine und Städte, die auf Felskuppen sitzen. Perugia ist die lebendige Hauptstadt mit Universität, Assisi das große Ziel mit der Basilika San Francesco und den Fresken, die zum UNESCO-Welterbe gehören.
Dazu kommen Orvieto auf seinem Tuffplateau mit einer der eindrucksvollsten Domfassaden Italiens, Spoleto mit Aquädukt und Festung sowie Gubbio, das steil und mittelalterlich am Hang klebt. Eine Route dazu findest du in der Umbrien-Rundreise, weitere kleine Orte in ganz Italien unter Die schönsten Dörfer Italiens.
Was Umbrien nicht hat, sind Museen vom Kaliber der Uffizien und eine Stadt in der Größenordnung von Florenz. Wer Kunstgeschichte im großen Stil sucht, wird hier weniger fündig. Für Landschaft, Ruhe und intakte Altstädte bekommst du dagegen mehr fürs Geld.
Fünf Orte, die den Unterschied zeigen
1 Florenz
Kunstdichte, die es in Umbrien nirgends gibt: Uffizien, Dom mit Brunelleschis Kuppel, Accademia. Dafür brauchst du Zeitfenster und Geduld. Ob dir Florenz oder Rom besser liegt, klärt der Vergleich Rom oder Florenz.
2 Siena
Die geschlossenste große Altstadt der Toskana, gebaut wie ein Amphitheater rund um die Piazza del Campo. Tagsüber voll mit Bussen, abends erstaunlich ruhig, weil die meisten Gäste weiterfahren. Eine Übernachtung lohnt sich deshalb.
3 Val d’Orcia
Das Postkartenmotiv schlechthin: Zypressenreihen, Lehmhügel, Weingüter. Rund um Pienza und Montepulciano liegen die schönsten Straßen der Region, und hier zeigt die Toskana, warum sie so berühmt ist.
4 Assisi
Umbriens einziger echter Massenmagnet, und trotzdem eine andere Erfahrung. Nach der Abfahrt der Tagesgruppen wird die Stadt still, der Blick über die Ebene bleibt. Übernachte, dann siehst du beide Seiten. Für die Basilika gilt wie in vielen italienischen Kirchen eine Kleiderordnung, Schultern und Knie sollten bedeckt sein.
5 Orvieto
Der beste Einstieg nach Umbrien, wenn du von Rom kommst: Die Stadt liegt an der Bahnstrecke, die Altstadt thront auf einem Tuffplateau, und der Dom mit seiner Mosaikfassade ist ein Ziel für sich.
Wein, Öl und Trüffel
Beim Wein liegt die Toskana vorn, was Bekanntheit und Auswahl angeht: Chianti Classico, Brunello di Montalcino und Vino Nobile aus Montepulciano sind Namen, die weltweit gelesen werden. Umbrien hält mit dem kräftigen Sagrantino aus Montefalco und dem weißen Orvieto Classico dagegen, die Weingüter sind kleiner und der Besuch oft persönlicher. Einen Überblick über beide Gebiete gibt Weinregionen Italiens.
Auf dem Teller ist Umbrien deftiger: schwarze Trüffel aus dem Bergland rund um Norcia, Wurstwaren, Linsen und Nudeln, die nach Hand aussehen. Die Toskana setzt auf Rindfleisch, Bohnen, Brotgerichte und Olivenöl. Salzarmes Brot findest du in beiden Regionen, das ist Absicht und kein Fehler.
Ohne Auto unterwegs
Hier trennen sich die Regionen deutlich. In der Toskana verbindet die Bahn Florenz, Pisa, Lucca und Arezzo, und nach Siena fährt der Regionalzug über Empoli in etwa anderthalb Stunden, sodass eine reine Städtereise ohne Auto gut funktioniert. Nur das Hügelland zwischen den Städten bleibt ohne Wagen schwer erreichbar.
In Umbrien ist der Zug eine Option für Perugia, Assisi, Spoleto und Orvieto, alle liegen an Bahnstrecken. Die Bahnhöfe liegen aber häufig unterhalb der Altstadt im Tal, sodass du auf Busse, Rolltreppen oder Standseilbahnen angewiesen bist. Für alles abseits davon brauchst du ein Auto. Denk in beiden Regionen an die ZTL-Zonen in den Altstädten, Details stehen im ZTL-Guide und im Mietwagen-Guide.
Gut zu wissen: In Umbrien endet die Bahnfahrt fast nie in der Altstadt. In Perugia bringt dich der Minimetrò vom Bahnhof Fontivegge hinauf, in Orvieto die Standseilbahn ab dem Bahnhof im Tal, in Assisi hält der Zug unten in Santa Maria degli Angeli und der Stadtbus fährt weiter hoch. Plan pro Ankunft eine gute halbe Stunde Zusatzweg ein und nimm keine Unterkunft, zu der du den Koffer bergauf tragen musst.
Beide kombinieren
Das ist die naheliegendste Lösung, denn die Regionen grenzen aneinander. Zwei Wochen lassen sich sauber aufteilen: fünf Nächte Toskana mit Florenz, Siena und dem Val d’Orcia, danach über Cortona hinüber nach Umbrien mit Perugia, Assisi und Orvieto. Von Orvieto aus fährst du mit dem Zug direkt weiter nach Rom und schließt die Reise dort ab.
Hast du nur eine Woche, entscheide dich für eine Region und mach sie richtig. Der häufigste Planungsfehler in Mittelitalien ist nicht die falsche Region, sondern zu viele Orte in zu wenigen Tagen. Wann du am besten kommst, steht im Monat-für-Monat-Guide: Mai, Juni, September und Oktober sind für beide Regionen die stärksten Monate.
Häufige Fragen
Ist Umbrien die bessere Toskana?
Für Wiederholungstäter oft ja. Umbrien hat ähnliche Hügellandschaften, intakte Altstädte und deutlich weniger Andrang, dazu niedrigere Preise bei Unterkunft und Essen. Was fehlt, sind die großen Museen und eine Stadt im Format von Florenz. Für die erste Reise nach Mittelitalien bleibt die Toskana die naheliegendere Wahl.
Wie viele Tage braucht man für die Toskana?
Sieben Tage sind das sinnvolle Minimum, wenn du Florenz, Siena und etwas Hügelland sehen willst. Zwei Wochen erlauben zusätzlich Lucca, Pisa, das Val d'Orcia und ein paar ruhige Tage auf einem Agriturismo. Umbrien kommt mit vier bis sieben Tagen aus, weil die Wege kürzer sind.
Ist Umbrien günstiger als die Toskana?
In der Regel ja, vor allem bei Unterkünften. Agriturismi und Stadthotels liegen spürbar unter dem Niveau von Chianti und Val d'Orcia, und auch beim Essen zahlst du weniger. Der Unterschied ist im Hochsommer am größten, wenn die toskanischen Klassiker ihre Spitzenpreise aufrufen.
Kann man Toskana und Umbrien in einer Reise verbinden?
Sehr gut, die Regionen grenzen aneinander. Eine bewährte Aufteilung für zwei Wochen sind fünf Nächte Toskana mit Florenz, Siena und dem Val d'Orcia, danach eine Woche Umbrien mit Perugia, Assisi und Orvieto. Von Orvieto führt die Bahnstrecke direkt weiter nach Rom.
Geht die Toskana ohne Auto?
Für die Städte ja. Florenz, Pisa, Lucca und Arezzo liegen an Bahnstrecken, nach Siena fährt der Regionalzug über Empoli, oft ohne Umsteigen, alternativ nimmst du den Schnellbus ab Florenz. Fürs Hügelland mit Weingütern, kleinen Dörfern und Agriturismi brauchst du ein Auto. In Umbrien ist es ähnlich, dort liegen viele Bahnhöfe zusätzlich unterhalb der Altstadt im Tal.
Welche Region ist besser für Weinreisen?
Die Toskana, wegen der Dichte an bekannten Gebieten: Chianti Classico zwischen Florenz und Siena, Brunello rund um Montalcino und Vino Nobile in Montepulciano. Umbrien punktet mit kleineren Gütern und persönlicheren Besuchen, vor allem beim Sagrantino aus Montefalco und beim weißen Orvieto Classico.





