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Bezahlen in Italien: Karte, Bargeld und Trinkgeld

Die kurze Antwort vorweg: Mit einer normalen Kredit- oder Debitkarte kommst du in Italien fast überall durch. Betriebe sind verpflichtet, Kartenzahlung anzubieten, kontaktlos ist Standard, und selbst die kleine Bar an der Ecke zieht den Espresso über das Terminal.

Trotzdem ist Bargeld nicht überflüssig. Ein paar Scheine und Münzen retten dich am Marktstand, im Bus, bei der Kurtaxe und beim Trinkgeld. Und beim Abheben gibt es zwei Stellen, an denen du ohne Not Geld verlierst. Hier steht, was du wirklich brauchst, wie die Rechnung im Restaurant aufgebaut ist und wie viel Trinkgeld in Italien tatsächlich üblich ist.

Auf einen Blick

  • WährungEuro
  • KarteBetriebe müssen sie akzeptieren
  • Geldautomatheißt Bancomat
  • CopertoGedeckpauschale, kein Trinkgeld
  • TrinkgeldAufrunden statt Prozentregel
  • ScontrinoKassenbon gehört dir, mitnehmen

Die Grundregel: Karte plus ein Notgroschen in bar

Italien hat den Ruf, ein Bargeldland zu sein. Das stimmt seit Jahren nicht mehr: Restaurants, Hotels, Supermärkte, Museen, Tankstellen und Bars rechnen selbstverständlich mit Karte ab.

Die Fehler passieren nicht beim Bezahlen, sondern am Geldautomaten, beim Bildschirm, der nach der Abrechnungswährung fragt, und beim Trinkgeld, das anders funktioniert als zu Hause.

Gut zu wissen: Nimm zwei Karten mit und bewahre sie getrennt auf, eine im Portemonnaie, eine im Hotelsafe: Terminals fallen aus, Karten werden gesperrt, Rucksäcke verschwinden. Wie du dich in großen Städten schützt, steht unter Sicher in Rom und Neapel.

Wofür du trotzdem Bargeld brauchst

In diesen fünf Situationen fällt die Karte regelmäßig aus oder wird gar nicht erst angeboten. Viel Bargeld brauchst du nie, aber immer ein bisschen.

1 Die Kurtaxe in der Unterkunft

Die Übernachtungsabgabe pro Person und Nacht wird in vielen Städten vor Ort abgerechnet, nicht über die Buchungsplattform, und kleine Häuser und Ferienwohnungen nehmen dafür oft nur Bargeld. Wie das genau funktioniert, steht unter Unterkunft in Italien.

2 Busse, kleine Boote und Tabaccherie

Fahrscheine für Stadtbusse kaufst du häufig vorher am Kiosk oder in der Tabaccheria, erkennbar am weißen T auf dunklem Grund, und dort läuft vieles bar. Auf kleinen Fährlinien und bei Bootstaxis ist es ähnlich, etwa rund um Capri oder in der Lagune von Venedig.

3 Märkte und Straßenstände

Obst, Käse, Streetfood, Souvenirs: Auf Märkten wie dem Mercato Centrale in Florenz oder im Quadrilatero in Bologna geht es schnell, kleine Scheine machen alles einfacher.

4 Trinkgeld

Am Kartenterminal gibt es in Italien in aller Regel kein Feld für Trinkgeld. Wer etwas dalassen will, legt Münzen auf den Tisch.

5 Automaten, Toiletten und Kerzen

Parkautomaten nehmen oft Karte, aber längst nicht alle. Dasselbe gilt für Drehkreuze an öffentlichen Toiletten, Schließfächer an Bahnhöfen und die Münzautomaten für Opferkerzen in Kirchen. Ein paar Münzen in der Jackentasche sparen dir Sucherei.

Tipp: Wechsle große Scheine früh am Tag, am besten im Supermarkt mit einem größeren Einkauf. Abends an einem kleinen Stand endet das oft damit, dass du gar nichts bekommst.

Geld abheben am Bancomat

Der Geldautomat heißt in Italien Bancomat, dasselbe Wort steht auch für das italienische Debitkartensystem. Abheben ist unkompliziert, aber an zwei Stellen wird es unnötig teuer.

Die erste sind Automaten, die nicht zu einer Bank gehören. Sie stehen dort, wo viele Urlauber unterwegs sind: an Bahnhöfen, in Fußgängerzonen, neben Souvenirläden, und verlangen eine eigene Gebühr, die der Bildschirm vor der Auszahlung anzeigt. Du darfst dort abbrechen; Automaten an Filialen echter Banken sind meist die bessere Wahl.

Die zweite Falle ist die Frage nach der Abrechnungswährung: Der Automat bietet an, in deiner Heimatwährung abzurechnen, oder verspricht einen garantierten Kurs. Das ist die dynamische Währungsumrechnung, ihr Kurs ist praktisch immer schlechter als der deiner Bank.

Achtung: Fragt ein Automat oder Kartenterminal, ob du in Euro oder in deiner Heimatwährung abrechnen willst, wähle immer Euro. Das gilt auch für Länder außerhalb der Eurozone auf dem Weg. Die Umrechnung überlässt du deiner Bank, nicht dem Gerät vor dir.

Praktisch heißt das: lieber selten größere Beträge abheben als jeden Tag ein paar Scheine. Und wenn du über die Schweiz anreist, denk daran, dass du dort nicht in der Eurozone bist. Mehr dazu steht unter Anreise nach Italien.

Was wo funktioniert

Situation Karte Bargeld
Restaurant, Trattoria, Pizzeria Normalfall Für das Trinkgeld
Bar, Espresso im Stehen Meist möglich Schneller und gern gesehen
Supermarkt und Kette Immer Nicht nötig
Museum und Ticketschalter Immer Nicht nötig
Stadtbus, Tabaccheria Wechselhaft Sicherste Variante
Markt, Straßenstand Selten Kleine Scheine
Kurtaxe in kleinen Häusern Oft nicht Vor Ort bar

Coperto, Servizio und was auf der Rechnung steht

Auf der Rechnung im Restaurant taucht fast immer eine Position auf, die deutsche Gäste irritiert: der Coperto. Das ist eine Pauschale pro Person für Gedeck, Brot und Service am Tisch, völlig normal und kein verstecktes Trinkgeld. Ihre Höhe muss auf der Speisekarte stehen, meist ganz unten in kleiner Schrift.

Eine Ausnahme ist Rom samt Umland: In Latium ist der Coperto per Regionalgesetz nicht erlaubt, auf der Rechnung steht dort oft ein Posten für Brot oder Service. Manche Häuser rechnen statt des Coperto oder zusätzlich einen Servizio ab, einen prozentualen Bedienungszuschlag; auch der gehört auf die Karte. Steht dort nichts und die Rechnung zeigt trotzdem einen Aufschlag, darfst du höflich nachfragen.

In der Bar zahlst du am Tresen anders als am Tisch: Ein Espresso im Stehen ist die günstige Variante, sobald du dich setzt, kommt der Tischservice dazu. Keine Touristenfalle, sondern Alltag. Mehr dazu steht unter italienische Gerichte, Essen in Rom und Essen in Neapel.

Trinkgeld in Italien: weniger, als du denkst

Trinkgeld ist in Italien kein fester Bestandteil des Einkommens. Niemand rechnet mit einer Prozentregel, und niemand ist beleidigt, wenn du nichts dalässt. Die übliche Geste: aufrunden.

  • Restaurant: Auf den nächsten glatten Betrag aufrunden, bei größeren Runden oder einem richtig guten Abend etwas mehr, aber bar statt über die Karte.
  • Bar: Wer im Stehen einen Kaffee trinkt, lässt oft ein paar Münzen auf dem Tresen. Pflicht ist das nicht.
  • Taxi: Aufrunden reicht. Wenn dir jemand schweres Gepäck einlädt, gern etwas mehr.
  • Hotel und Guide: Ein paar Münzen für den Kofferträger, bei einer guten Führung ein Schein am Ende.

Wichtig ist die Form, nicht die Summe. Leg das Geld auf den Tisch, sag grazie und geh. Zurückgerechnet wird nicht.

Der Scontrino: der Bon, den du mitnimmst

In Italien muss jeder Betrieb dir einen Kassenbon aushändigen, den Scontrino, bei Rechnungen die Ricevuta fiscale. Keine Formalie, sondern Teil der Steuerkontrolle, du bekommst ihn ungefragt.

Nimm ihn mit: Er ist dein einziger Beleg, wenn eine Position nicht stimmt oder eine Karte doppelt belastet wurde. In vielen Bars zahlst du außerdem zuerst an der Kasse und legst den Scontrino am Tresen vor, wenn du bestellst.

Deine Checkliste fürs Portemonnaie

  • Zwei Karten, getrennt aufbewahrt, eine davon kontaktlos.
  • Ein kleiner Bargeldvorrat in kleinen Scheinen, dazu Münzen für Automaten.
  • Bei jeder Frage nach der Währung: in Euro abrechnen lassen.
  • Am Automaten die Gebührenanzeige lesen und im Zweifel abbrechen.
  • Kurtaxe bar einplanen, gerade in B&Bs und Ferienwohnungen.
  • Scontrino einstecken, bis du das Lokal verlassen hast.

Was das fürs Reisebudget bedeutet, steht unter Italien mit kleinem Budget, die passenden Sätze fürs Bestellen findest du unter Italienisch für die Reise. Alle weiteren Grundlagen sammelt Reisetipps für Italien.

Häufige Fragen

Kann ich in Italien überall mit Karte zahlen?

Fast überall. Betriebe sind verpflichtet, elektronische Zahlung anzubieten, und Kontaktlos ist Standard. Ausnahmen bleiben Märkte, Straßenstände, manche Stadtbusse, kleine Bootslinien und einzelne Automaten. Wenn dir jemand sagt, das Gerät sei kaputt, bringt Diskutieren wenig: bar zahlen, Bon verlangen, weitergehen. Mit einem kleinen Bargeldvorrat bist du in jeder dieser Situationen auf der sicheren Seite.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Italien?

Deutlich weniger als in Deutschland. Es gibt keine Prozentregel, aufrunden auf den nächsten glatten Betrag ist völlig ausreichend. Bei besonders gutem Service legst du etwas mehr dazu. Wichtig: Trinkgeld gibst du in bar, weil sich am Kartenterminal in Italien meist kein Betrag dafür eingeben lässt. Wer gar nichts gibt, wird nicht schief angesehen.

Ist der Coperto ein Trinkgeld?

Nein. Der Coperto ist eine Pauschale pro Person für Gedeck, Brot und Tischservice und geht an das Lokal, nicht an die Bedienung. Er ist in Italien normal und muss auf der Speisekarte ausgewiesen sein. Manche Häuser berechnen stattdessen einen prozentualen Servizio. Trinkgeld bleibt davon unberührt und ist weiterhin freiwillig.

Soll ich am Automaten in Euro oder in Heimatwährung abrechnen?

Immer in Euro. Wenn ein Geldautomat oder ein Kartenterminal dir anbietet, den Betrag in deiner Heimatwährung abzurechnen oder einen garantierten Kurs verspricht, ist das die dynamische Währungsumrechnung. Der Kurs des Geräts ist in aller Regel schlechter als der deiner Bank. Wähle Euro, dann rechnet deine eigene Bank um.

Wie viel Bargeld sollte ich dabeihaben?

So wenig wie möglich und so viel wie nötig. Für einen normalen Reisetag reichen kleine Scheine und ein paar Münzen für Bus, Markt, Toilette und Trinkgeld. Größere Summen brauchst du nur, wenn du weißt, dass die Kurtaxe bar fällig wird oder du auf dem Land unterwegs bist, wo kleine Betriebe seltener Karte nehmen.

Muss ich den Kassenbon wirklich mitnehmen?

Ja, nimm ihn mit. Der Scontrino ist in Italien Pflicht und dein einziger Beleg bei einer falschen Abrechnung oder einer doppelten Kartenbelastung. In vielen Bars zahlst du außerdem zuerst an der Kasse und legst den Bon danach am Tresen vor, sonst bekommst du deinen Kaffee nicht.