Auf einen Blick
- RegionPiemont
- Süßes ErbeHeimat von Gianduja und Giandujotto
- AperitivoGeburtsstadt des Wermuts (Ende 18. Jahrhundert)
- AusflugszielLanghe mit Alba und Barolo, UNESCO-Weinlandschaft
- Beste ZeitHerbst für Trüffel und Weinlese, Winter für Schokolade
Die Schokoladen-Route: Gianduja und Giandujotto
Turin ist Italiens Schokoladenhauptstadt. Als Kakao einst knapp und teuer war, streckten die Turiner Chocolatiers ihn mit gerösteten piemontesischen Haselnüssen, heraus kam Gianduja und daraus das Giandujotto, die goldverpackte Praline in Bootsform. Eine eigene Schokoladen-Tour brauchst du nicht zu buchen: Lauf einfach von Chocolatier zu Chocolatier durchs Zentrum, von traditionsreichen Häusern bis zu modernen Handwerksbetrieben, und probiere dich durch.
Pflichttermin dazwischen: eine cioccolata calda, die dickflüssige heiße Schokolade, oder ein Bicerin in einem der historischen Kaffeehäuser. Die besten Adressen stehen im Beitrag Essen & Trinken in Turin.
Tipp: Die Schokoladen-Route ist das perfekte Winterprogramm: draußen kalt und neblig, drinnen heiße Schokolade im Jugendstilsaal. Im Hochsommer schmilzt dir das Giandujotto dagegen in der Tasche.
Aperitivo-Tour: zurück zum Ursprung
Der Aperitivo wurde in Turin geboren: Hier mischte Antonio Benedetto Carpano Ende des 18. Jahrhunderts seinen Wermut, und die Bars der Stadt zelebrieren das Erbe bis heute. Das Ritual ist einfach: Ab dem späten Nachmittag bestellst du einen Vermouth, Spritz oder analkoholfreien Aperitif und bekommst Häppchen dazu, von Chips und Oliven bis zu kleinen Buffets.
Die besten Reviere: die Piazza Vittorio Veneto mit Blick Richtung Fluss, die Gassen des Quadrilatero Romano und das Ausgehviertel San Salvario. Eine geführte Aperitivo- oder Vermouth-Tour lohnt sich, wenn du die Geschichte dazu willst, nötig ist sie nicht: Barwechsel auf eigene Faust funktioniert genauso gut.
Tagesausflug in die Langhe: Alba, Barolo und Trüffel
Eine gute Autostunde südöstlich von Turin beginnen die Langhe, sanfte Weinberghügel mit Burgen und Dörfern, seit 2014 UNESCO-Welterbe. Hier wachsen Barolo und Barbaresco, in Alba dreht sich im Herbst alles um den weißen Trüffel. Der klassische Tag: vormittags Alba, mittags lange essen, nachmittags über Barolo und La Morra durch die Weinberge mit Verkostung auf einem Weingut, die du vorab reservierst.
Am flexibelsten bist du mit dem Mietwagen, es gibt aber auch geführte Touren ab Turin, wenn alle mitprobieren wollen. Mehr zur Weinregion liest du unter Weinregionen Italiens und zur Region insgesamt unter Piemont.
Achtung: Sowohl Turin als auch viele Dörfer im Piemont haben kameraüberwachte ZTL-Zonen in den Ortskernen. Fahr nie hinter Einheimischen durch eine Einfahrt mit ZTL-Schild, parke außerhalb und geh die letzten Meter zu Fuß. Wie das System funktioniert, erklärt unser Beitrag zu den ZTL-Zonen in Italien.
Noch mehr Ideen für Turin
Die Reggia di Venaria, das riesige Barockschloss vor den Toren der Stadt, füllt einen halben Tag und ist mit dem Bus erreichbar. Autofans steuern das Automobilmuseum MAUTO an oder das Lingotto-Areal, die frühere Fiat-Fabrik mit ihrer Teststrecke auf dem Dach. Fußballfans verbinden ein Stadionerlebnis mit dem Gedenken an das Grande Torino auf dem Hügel von Superga. Und wer lieber draußen ist, mietet ein Rad und fährt am Po entlang durch den Parco del Valentino. Die Klassiker der Stadt findest du gesammelt unter Sehenswürdigkeiten in Turin.
Häufige Fragen
Welche Aktivitäten lohnen sich in Turin am meisten?
Die drei Turiner Klassiker: eine selbstgebaute Schokoladen-Route durch die Chocolatiers und Kaffeehäuser, ein ausgedehnter Aperitivo-Abend im Quadrilatero Romano oder in San Salvario und, mit einem Extratag, der Ausflug in die Weinberge der Langhe nach Alba und Barolo.
Braucht man für die Langhe ein Auto?
Am flexibelsten bist du mit dem Mietwagen, denn die schönsten Dörfer und Weingüter liegen verstreut in den Hügeln. Alternativ fährst du mit dem Zug nach Alba und buchst dort eine Tour, oder du nimmst eine geführte Tagestour ab Turin, bei der niemand fahren muss und alle probieren dürfen.
Was ist ein Giandujotto?
Die klassische Turiner Praline: eine kleine, bootförmige Schokolade aus Gianduja, also Kakao mit geröst gemahlenen piemontesischen Haselnüssen, meist in Goldpapier gewickelt. Erfunden wurde sie im 19. Jahrhundert in Turin und ist bis heute das beliebteste süße Mitbringsel der Stadt.
Wie funktioniert der Aperitivo in Turin?
Ab dem späten Nachmittag bestellst du in einer Bar ein Getränk, klassisch einen Wermut oder Spritz, und bekommst dazu Snacks oder Zugang zu einem kleinen Buffet. Bezahlt wird das Getränk, die Häppchen sind inklusive. In der Geburtsstadt des Wermuts gehört mindestens ein Abend davon zum Programm.
Wann ist die beste Zeit für Trüffel in Alba?
Die Saison des weißen Alba-Trüffels läuft im Herbst, mit dem Höhepunkt rund um die Trüffelmesse zwischen Oktober und Anfang Dezember. Dann sind die Langhe am stimmungsvollsten, aber auch am vollsten: Restaurants und Unterkünfte solltest du in dieser Zeit deutlich früher reservieren.



