Auf einen Blick
- RegionPiemont, Zentrum von Turin
- CharakterBarocke Platzfolge mit Arkaden, Herz der Planstadt
- Am PlatzPalazzo Reale, Palazzo Madama, Teatro Regio
- Dauer1 bis 2 Stunden für Platz und Via Roma
- KostenFrei zugänglich, Museen separat
- Beste ZeitSpäter Nachmittag und früher Abend
Piazza Castello: der Mittelpunkt Turins
Mitten auf dem Platz steht der Palazzo Madama, ein Gebäude mit zwei Gesichtern: hinten mittelalterliche Burg mit Wehrtürmen, vorne Juvarras barocke Prachtfassade. Er beherbergt das städtische Museum für Alte Kunst, allein das Treppenhaus lohnt einen Blick. An der Nordseite öffnet sich der Palazzo Reale, dazu kommen das Opernhaus Teatro Regio und die Kirche San Lorenzo mit einer der verrücktesten Barockkuppeln Italiens, kostenlos zugänglich und von außen völlig unscheinbar.
Nimm dir Zeit, den Platz einfach zu überqueren und unter den Arkaden zu bummeln. Hier spürst du, warum Turin königlicher wirkt als jede andere italienische Großstadt.
Via Roma und Piazza San Carlo
Die Via Roma ist Turins Flaniermeile: Arkaden aus Marmor, Schaufenster, und nach wenigen Minuten öffnet sich die Piazza San Carlo, der elegante Salon der Stadt mit dem Reiterdenkmal und den Zwillingskirchen am Südende. Bei Regen oder Sommerhitze sind die Arkaden Gold wert, du läufst vom Bahnhof Porta Nuova fast bis zum Königspalast überdacht.
Wer lieber Richtung Fluss will: Die Via Po führt von der Piazza Castello unter Arkaden hinunter zur Piazza Vittorio Veneto, vorbei an Buchhändlern und Studentencafés, mit der Mole Antonelliana als Abstecher auf halber Strecke.
Kaffeehaus-Kultur rund um den Platz
Nirgendwo liegt Turins Kaffeehausdichte höher: Baratti & Milano in der Galleria Subalpina direkt am Platz, das winzige Mulassano, in dem das Tramezzino erfunden wurde, das prachtvolle Caffè San Carlo an der gleichnamigen Piazza. Bestell einen Bicerin, das Turiner Schichtgetränk aus Espresso, heißer Schokolade und Sahne, und nimm dir Zeit. Mehr Adressen und Spezialitäten findest du unter Essen & Trinken in Turin.
Tipp: Komm zweimal: einmal tagsüber für Palazzo Madama und die Arkaden, einmal am frühen Abend, wenn die Fassaden angestrahlt sind und die Turiner zum Aperitivo unterwegs sind. Der Platz ist abends stimmungsvoller als jede Führung.
Gut zu wissen: Ein Kaffee im Stehen an der Bar kostet in Italien deutlich weniger als am Tisch. In den historischen Caffès zahlst du für den Sitzplatz im Prunksaal mit, und genau dafür bist du ja da. Das ist kein Abzocke-Trick, sondern normale Praxis.
Tickets: Platz, Arkaden und die Kirche San Lorenzo sind frei. Nur für den Palazzo Madama und den Palazzo Reale brauchst du Tickets, die du normalerweise problemlos vor Ort oder kurzfristig online bekommst.
Einordnung für deinen Tag
Piazza Castello und Via Roma sind kein Programmpunkt, den man abhakt, sondern das Gerüst, an dem dein Turin-Tag hängt: Fast alle Sehenswürdigkeiten liegen wenige Gehminuten entfernt, und wer zentral schläft, startet hier jeden Morgen. Passende Unterkünfte findest du im Beitrag zu den Hotels in Turin.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istDer Platz ist groß genug, um Andrang zu schlucken, nur bei Konzerten oder Großveranstaltungen wird es eng. Dann weiche in die Parallelwelt aus: Galleria Subalpina, San Lorenzo oder die ruhigeren Gassen des Quadrilatero Romano nebenan.
- Wenn es regnetTurin ist mit seinen Kilometern an Arkaden die beste italienische Großstadt für Regentage: Via Roma und Via Po läufst du fast komplett überdacht. Dazwischen retten dich Kaffeehäuser und der Palazzo Reale über den Nachmittag.
- Mit KindernViel Auslauf, Eisdielen und die Wachablösung vor dem Königspalast als Glücksmoment: Für Kinder funktioniert der Platz gut. Die Kaffeehäuser sind mit quirligen Kleinkindern weniger entspannt, nimm dann lieber ein Eis auf die Hand.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Platz und die Arkaden sind eben und größtenteils glatt gepflastert, gut mit Rollstuhl oder Kinderwagen machbar. Einzelne historische Cafés haben Stufen am Eingang und enge Innenräume, die Piazza San Carlo und die Via Roma sind problemlos.
Häufige Fragen
Was gibt es auf der Piazza Castello zu sehen?
Den Palazzo Madama mitten auf dem Platz, den Palazzo Reale an der Nordseite, das Opernhaus Teatro Regio und die Barockkirche San Lorenzo. Dazu Arkaden, Cafés und die Galleria Subalpina gleich nebenan. Der Platz selbst ist frei zugänglich und Ausgangspunkt fast aller Wege durch Turin.
Ist die Piazza Castello kostenlos?
Ja, der Platz, die Arkaden und die Kirche San Lorenzo kosten nichts. Eintritt zahlst du nur, wenn du in die Museen willst: in den Palazzo Madama oder in den Palazzo Reale mit Waffenkammer und Grabtuch-Kapelle. Beides bekommst du in der Regel ohne lange Vorplanung.
Lohnt sich der Palazzo Madama von innen?
Für Kunstinteressierte ja: Das Museum für Alte Kunst zeigt Malerei, Skulptur und Kunsthandwerk aus mehreren Jahrhunderten, und Juvarras Treppenhaus ist ein Erlebnis für sich. Wer wenig Zeit hat, priorisiert allerdings Palazzo Reale und Ägyptisches Museum.
Wo trinkt man den besten Bicerin in Turin?
Die klassische Adresse ist das Caffè Al Bicerin an der Piazza della Consolata, gut 10 Gehminuten von der Piazza Castello. Aber auch die historischen Häuser rund um den Platz wie Baratti & Milano oder das Caffè San Carlo servieren das Schichtgetränk in prachtvollem Rahmen.
Warum hat Turin so viele Arkaden?
Die Savoyer bauten Turin als repräsentative Planstadt aus und legten über Jahrhunderte Arkadenstraßen an, angeblich auch, damit der Hof trockenen Fußes flanieren konnte. Heute summieren sich die Bogengänge auf rund 18 Kilometer und machen die Stadt bei Regen und Sommerhitze angenehm begehbar.

