Piemont · Turin

Mole Antonelliana & Kino-Museum: Aufzug, Aussicht, Tipps

Die Mole Antonelliana ist das Wahrzeichen Turins: 167,5 Meter Backstein, die über den Dächern der Stadt aufragen und sogar die italienische 2-Cent-Münze zieren. Der gläserne Panoramaaufzug schwebt mitten durch die Kuppel hinauf zur Aussichtsterrasse, und im Inneren wartet mit dem Nationalen Kinomuseum eines der originellsten Museen Italiens.

Hier liest du, wie du Aufzug und Museum am besten kombinierst, wann das Licht am schönsten ist und welche Fehler du dir sparen kannst.

Auf einen Blick

  • RegionPiemont, im Zentrum von Turin
  • Bauzeit1863 bis 1889, Architekt Alessandro Antonelli
  • Höhe167,5 Meter, Aussichtsterrasse auf rund 85 Metern
  • HeuteSitz des Nationalen Kinomuseums (Museo Nazionale del Cinema)
  • Dauer1,5 bis 2,5 Stunden für Museum und Aufzug
  • Lage5 Gehminuten von der Piazza Castello

Warum die Mole mehr ist als ein Aussichtsturm

Begonnen wurde der Bau 1863 als Synagoge, doch Architekt Alessandro Antonelli baute immer höher, bis die jüdische Gemeinde ausstieg und die Stadt übernahm. Das Ergebnis war lange das höchste begehbare Backsteingebäude Europas und ist bis heute ein technisches Wunderwerk. Für Turin ist die Mole das, was der Eiffelturm für Paris ist, nur dass du hier selten anstehen musst.

Der Panoramaaufzug: Fahrt durch die Kuppel

Der Aufzug ist der Grund, warum sich der Besuch doppelt lohnt: Die verglaste Kabine fährt frei durch den offenen Kuppelraum, ohne Schacht, nur an Seilen. Schon die Fahrt ist ein Erlebnis. Oben auf der Terrasse liegt dir Turin zu Füßen, dahinter die Alpenkette mit dem markanten Monviso. Am klarsten ist die Sicht an Tagen nach Regen oder im Winter.

Das schönste Licht hast du am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang, wenn die Berge glühen. Genau deshalb sind diese Slots auch zuerst weg: Buche den Aufzug vorab mit Zeitfenster, besonders am Wochenende.

Das Nationale Kinomuseum: besser als sein Ruf

Viele planen das Museum als Anhängsel ein und bleiben dann doppelt so lange. Die Aula del Tempio unter der Kuppel ist ein riesiger Saal mit Liegesesseln, Filmprojektionen und begehbaren Kulissen, von der Saloon-Bar bis zum Alien-Set. Drumherum erzählt die Sammlung die Vorgeschichte des Kinos mit Laterna Magica, Schattenspielen und optischen Tricks, die auch ohne Filmwissen Spaß machen.

Plane 1,5 bis 2 Stunden nur für das Museum. Mit Kindern funktioniert es erstaunlich gut, weil man fast alles anschauen, anfassen oder ausprobieren darf.

Tipp: Nimm das Kombiticket aus Museum und Aufzug und lege den Aufzug ans Ende des Besuchs, möglichst in die goldene Stunde. Danach bist du in 10 Minuten an der Piazza Castello für den Aperitivo.

Gut zu wissen: Der Aufzug kann bei Wartungsarbeiten oder starkem Wind geschlossen sein. Das Museum lohnt sich auch allein, und für den Blick auf die Stadt weichst du dann auf den Monte dei Cappuccini aus, der kostenlos ist.

Tickets: Museum und Aufzug gibt es einzeln oder im Kombi, jeweils mit Zeitfenster für den Aufzug. An Wochenenden und in den Ferien sind die Abendslots schnell ausgebucht, buche also zuerst die Mole und plane den Rest des Tages darum herum.

Zur offiziellen Website

Was in der Nähe liegt

Die Mole steht mitten im Zentrum: Zur Piazza Castello und zum Palazzo Reale läufst du 5 bis 10 Minuten, das Ägyptische Museum ist ebenfalls fußläufig. Über die Via Po erreichst du in einer Viertelstunde die Piazza Vittorio Veneto am Fluss, eine der besten Adressen für den Abend. Mehr Ideen findest du in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Turin.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istSind die Aufzug-Slots weg, nimm ein reines Museumsticket und versuche es am nächsten Morgen direkt zur Öffnung, unter der Woche ist fast immer Platz. Für den Stadtblick sofort umschwenken auf den Monte dei Cappuccini, 20 Gehminuten entfernt und kostenlos.
  • Wenn es regnetPerfektes Regenprogramm: Das Museum liegt komplett im Inneren und füllt locker einen halben Tag. Nur der Aufzug lohnt bei tiefhängenden Wolken nicht, verschiebe ihn auf ein klares Zeitfenster.
  • Mit KindernFunktioniert ab etwa 5 Jahren richtig gut: Liegesessel, Filmkulissen und viele Stationen zum Ausprobieren. Die Aufzugfahrt ist für die meisten Kinder das Highlight. Kinderwagen kannst du an der Garderobe abgeben.
  • Mit eingeschränkter MobilitätMuseum und Aufzug sind mit Rampen und Liften gut zugänglich, die Aussichtsterrasse erreichst du ohne Treppen. Nur die oberste Ebene einzelner Ausstellungsbereiche hat Stufen. Das Umfeld ist eben und gut gepflastert.

Häufige Fragen

Lohnt sich der Aufzug auf die Mole Antonelliana?

Ja, an klaren Tagen unbedingt. Die Fahrt durch die offene Kuppel ist einmalig, und oben siehst du die ganze Stadt vor der Alpenkette. Bei Nebel oder tiefen Wolken lohnt er dagegen kaum, dann lieber nur das Kinomuseum besuchen und den Aufzug verschieben.

Muss man Tickets für die Mole vorab buchen?

Für den Aufzug ja, zumindest an Wochenenden, in den Ferien und für die Slots rund um den Sonnenuntergang. Unter der Woche bekommst du oft auch spontan ein Zeitfenster. Buche ausschließlich über die offizielle Website des Kinomuseums, nicht über Drittanbieter.

Wie lange dauert der Besuch der Mole Antonelliana?

Rechne mit 1,5 bis 2,5 Stunden: etwa 15 bis 30 Minuten für Aufzug und Terrasse, den Rest für das Kinomuseum. Wer sich für Filmgeschichte begeistert, bleibt auch länger. Nur für den Aufzug allein reicht knapp eine Stunde inklusive Wartezeit.

Ist das Kinomuseum auch ohne Filmwissen interessant?

Ja. Der große Saal unter der Kuppel, die begehbaren Kulissen und die optischen Apparate aus der Frühzeit des Kinos funktionieren völlig ohne Vorwissen. Es ist eher ein Erlebnisort als ein klassisches Museum und gerade deshalb auch bei Familien beliebt.

Kann man die Mole von außen kostenlos ansehen?

Natürlich, und das solltest du sogar: Besonders schön ist der Blick aus der Via Montebello direkt am Fuß des Turms und abends, wenn die Mole beleuchtet ist. Das klassische Fotomotiv mit Alpen im Hintergrund bekommst du vom Monte dei Cappuccini auf der anderen Flussseite.