Auf einen Blick
- RegionVenetien
- KlassikerRisotto all'Amarone, Pastissada de caval, Gnocchi
- WeineValpolicella, Amarone, Ripasso, Soave, Lugana, Custoza
- SüßesPandoro, der Weihnachtskuchen aus Verona
- EsskulturOsterien, Aperitivo mit Spritz, Coperto ist üblich
Diese Gerichte musst du probieren
Ganz oben steht das Risotto all’Amarone: Reis, geschmolzene Zwiebeln und der große Rotwein der Region, mehr braucht es nicht für Veronas Signature-Gericht. Danach kommt die Pastissada de caval, ein jahrhundertealtes Schmorgericht aus Pferdefleisch mit Polenta, das klingt für viele gewöhnungsbedürftig, gehört aber fest zur Stadt, niemand zwingt dich, jeder Wirt erklärt es dir ehrlich.
Dazu kommen Bigoli, dicke Nudeln mit Enten- oder Fleischragout, Gnocchi, denen Verona sogar eine Karnevalsfigur widmet, den Papà del Gnoco, und zum Käsegang der Monte Veronese aus der Lessinia. Süß endet die Stadt mit dem Pandoro, dem goldenen Weihnachtskuchen, der hier erfunden wurde.
Wo du gut isst
Die Faustregel funktioniert auch in Verona: Je näher der Tisch an Piazza delle Erbe, Piazza Bra oder Julia-Balkon steht, desto höher der Preis und desto austauschbarer der Teller. Die Terrassen dort sind für den Spritz da, gegessen wird in den Gassen dahinter und jenseits der Etsch in Veronetta, wo die Studenten die Preise ehrlich halten.
Such dir eine Osteria mit kurzer, handgeschriebener Karte und frag nach dem Tagesgericht. Fürs Wochenende reservierst du abends besser, Verona isst spät und gern auswärts. Vor der Oper essen viele früh eine Kleinigkeit und nach Mitternacht Pasta, die Küchen rund um die Arena sind darauf eingestellt.
Zwischendurch gilt das italienische Grundgesetz: Der Espresso wird im Stehen an der Bar getrunken und kostet dort deutlich weniger als am Tisch. Und beim Gelato erkennst du Handwerk an gedeckten Farben und Sorten nach Saison, grellgrüne Pistazie ist ein Warnsignal.
Gut zu wissen: Der Coperto, ein fester Betrag pro Person für Gedeck und Brot, ist in Venetien normal und kein Betrug. Er steht auf der Karte und ersetzt das Trinkgeld-Drama: Aufrunden reicht, wenn du zufrieden warst.
Wein: Valpolicella, Amarone, Soave
Verona ist von Weinbergen umzingelt, und das schmeckt man: Aus dem Valpolicella im Nordwesten kommen der leichte Valpolicella, der kräftigere Ripasso und der Amarone, dessen Trauben vor dem Keltern monatelang trocknen. Aus dem Osten stammt der Soave, ein heller, frischer Weißer, vom Gardasee Lugana und Custoza. In jeder guten Enoteca probierst du dich glasweise durch, die passende Tour ins Weinland findest du bei den Aktivitäten.
Tipp: Bestell den Aperitivo wie die Einheimischen: einen Spritz, der in Venetien erfunden wurde, und dazu ein paar Häppchen. Wie die italienische Küche generell tickt, vom Coperto bis zur Gangfolge, liest du im Beitrag Italienische Gerichte.
Häufige Fragen
Was ist das typische Gericht in Verona?
Das Risotto all'Amarone, ein cremiges Risotto mit dem großen Rotwein der Region. Ebenso typisch, aber eigenwilliger: die Pastissada de caval, ein traditionelles Schmorgericht aus Pferdefleisch mit Polenta. Dazu kommen Bigoli-Nudeln, Gnocchi und zum Abschluss ein Stück Pandoro, der aus Verona stammt.
Wo isst man in Verona günstig und gut?
In den Osterien der Seitengassen und vor allem in Veronetta, dem Studentenviertel auf der linken Etsch-Seite. Mittags helfen Tagesmenüs und belegte Panini, abends eine kurze, handgeschriebene Karte als Qualitätssignal. Die Terrassen direkt an den berühmten Plätzen sind fürs Getränk gedacht, nicht fürs Abendessen.
Ist der Coperto in Verona Abzocke?
Nein. Der Coperto ist ein fester Betrag pro Person für Gedeck, Brot und Service am Tisch und in ganz Venetien üblich. Er muss auf der Karte stehen, dann ist er völlig legitim. Trinkgeld gibst du zusätzlich nur durch Aufrunden, ein Pflichtprozentsatz wie in anderen Ländern existiert nicht.
Welchen Wein sollte man in Verona probieren?
Mindestens einen Amarone della Valpolicella, das ist der berühmteste Wein der Gegend, dicht und kräftig aus getrockneten Trauben. Preisbewusste greifen zum Ripasso, der ähnliche Aromen freundlicher verpackt. Als Weißwein gehören Soave und Lugana ins Glas, beide wachsen quasi vor der Haustür.
Muss man in Verona abends reservieren?
Am Wochenende und während des Opernfestivals: ja, gute Osterien sind dann voll. Unter der Woche bekommst du meist spontan einen Tisch, wenn du vor 20 Uhr kommst, danach essen die Italiener. An Opernabenden sind die Küchen rund um die Arena auf frühe und sehr späte Gäste eingestellt.



