Auf einen Blick
- RegionVenetien, Herz der Altstadt
- UrsprungRömisches Forum der antiken Stadt
- Torre dei Lamberti84 Meter, Aufzug plus letzte Stufen
- Besuchsdauer1 bis 2 Stunden mit Turm
- Beste ZeitVormittags für den Markt, abends für den Aperitivo
Das Wohnzimmer der Stadt
Wo heute die Marktschirme stehen, lag in der Antike das Forum. Aus dieser Zeit stammt auch die Figur auf dem Brunnen in der Platzmitte: Die Madonna Verona ist eine antike römische Statue, die im 14. Jahrhundert zur Brunnenfigur umgewidmet wurde. Drumherum liefern sich die Fassaden ein Schaulaufen, allen voran die Case Mazzanti mit ihren Renaissance-Fresken und der barocke Palazzo Maffei mit seiner Götterbalustrade.
Die Marktstände verkaufen heute vor allem Souvenirs, Snacks und Obst für Besucher, der Platz bleibt trotzdem ein Erlebnis. Am schönsten ist der frühe Vormittag, wenn die Cafés eindecken und das Licht schräg über die Fresken fällt.
Hoch auf den Torre dei Lamberti
Der 84 Meter hohe Turm neben dem Palazzo della Ragione ist der beste Aussichtspunkt der Altstadt. Ein Aufzug bringt dich fast nach oben, nur die letzten Stufen bis zur Glockenstube steigst du selbst. Oben liegt dir das Ziegelmeer der Altstadt zu Füßen, mit Arena, Etsch-Schleife und den Hügeln dahinter.
Tipp: Geh entweder gleich vormittags hinauf oder in der letzten Stunde vor Schließung. Mittags stauen sich die Gruppen vor dem Aufzug, und das flache Abendlicht schlägt jedes Mittagsfoto.
Piazza dei Signori und die Arche Scaligere
Durch den Arco della Costa wechselst du auf die Piazza dei Signori, wo Dante ernst von seinem Sockel blickt, er lebte im Exil am Hof der Scaliger. Der Platz ist ein Architektur-Ensemble aus Rathaus, Herrscherpalast und der zierlichen Loggia del Consiglio, deutlich ruhiger als die Nachbarin.
Gleich dahinter stehen die Arche Scaligere, die gotischen Grabmäler der Herrscherfamilie: Marmor-Baldachine, Reiterfiguren und ein kunstvolles Schmiedeeisengitter mit dem Leiter-Wappen der Familie. Du siehst sie sehr gut von der Straße aus.
Gut zu wissen: Unter dem Arco della Costa hängt seit Jahrhunderten ein Walknochen. Der Legende nach fällt er herab, sobald die erste völlig ehrliche Person darunter hindurchgeht. Er hängt noch.
Aperitivo mit Aussicht
Abends gehört die Piazza delle Erbe dem Aperitivo. Die Cafés am Platz verlangen dafür Lagenzuschlag, für einen Spritz mit dieser Kulisse ist das in Ordnung. Zum Essen wechselst du besser in die Seitengassen, Tipps dazu findest du unter Essen & Trinken in Verona. Von hier bist du in zwei Minuten an der Casa di Giulietta und in zehn an der Ponte Pietra, mehr Ideen liefert die Top-11-Übersicht.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWird es auf der Piazza delle Erbe zu voll, weiche einen Torbogen weiter auf die Piazza dei Signori aus, dort verläuft sich die Menge. Beim Lamberti-Turm lohnt bei Schlange der Abendbesuch kurz vor Schließung.
- Wenn es regnetDie Arkaden und Torbögen rund um beide Plätze bieten Unterschlupf für kurze Schauer, und der Lamberti-Turm funktioniert auch bei bedecktem Himmel. Bei Dauerregen ist das Museum im Castelvecchio die bessere Wahl.
- Mit KindernUnkompliziert: Brunnen, Marktstände und der Walknochen unterm Bogen geben genug zu gucken, und die Turmfahrt mit dem Aufzug ist ein kleines Abenteuer. Auf der Aussichtsplattform Kinder im Blick behalten.
- Mit eingeschränkter MobilitätBeide Plätze sind eben, aber durchgehend gepflastert, teils holprig. Der Lamberti-Turm ist dank Aufzug weitgehend zugänglich, nur die obersten Stufen bleiben. Die Arche Scaligere betrachtest du ohnehin von der Straße aus.
Häufige Fragen
Was ist das Besondere an der Piazza delle Erbe?
Sie ist seit der Antike ununterbrochen der zentrale Platz Veronas, erst als Römisches Forum, dann als Marktplatz. Dazu kommen die Freskenfassaden der Case Mazzanti, der Brunnen mit der antiken Madonna Verona und der Blick auf den Lamberti-Turm, eine Kulisse, die es so nur hier gibt.
Lohnt sich der Aufstieg auf den Torre dei Lamberti?
Ja, zumal der Aufzug fast die ganze Arbeit übernimmt. Von oben überblickst du die komplette Altstadt in der Etsch-Schleife samt Arena. Wenn du nur einen Aussichtspunkt einplanen willst, nimm stattdessen das Castel San Pietro, dort ist der Blick auf die Stadt noch schöner und der Aufstieg über die Treppe kostenlos.
Findet auf der Piazza delle Erbe noch ein Markt statt?
Ja, an den meisten Tagen stehen Stände auf dem Platz, allerdings verkaufen sie inzwischen überwiegend Souvenirs, Snacks und Obst für Besucher. Ein klassischer Wochenmarkt für Einheimische ist es nicht mehr. Fürs Flair lohnt der Vormittag, wenn zwischen den Schirmen noch Platz zum Schauen bleibt.
Ist die Piazza dei Signori einen Umweg wert?
Es ist nicht einmal ein Umweg, nur ein Torbogen trennt die beiden Plätze. Die Piazza dei Signori ist ruhiger und architektonisch strenger, mit Dante-Denkmal und Loggia del Consiglio. Zusammen mit den Arche Scaligere dahinter gehört sie zu jedem Verona-Rundgang.
Wo trinkt man am besten einen Aperitivo in Verona?
Für die große Kulisse: an der Piazza delle Erbe, mit Lagenzuschlag. Günstiger und lokaler wird es in den Gassen dahinter und im Viertel Veronetta auf der anderen Flussseite. Ein Spritz gehört in Venetien zum Abend wie das Abendläuten, du machst also nichts falsch, wenn du einfach bestellst.




