Auf einen Blick
- RegionVenetien, Viertel Veronetta
- AngelegtEnde des 16. Jahrhunderts für die Familie Giusti
- Berühmt fürZypressenallee, Labyrinth, Belvedere mit Stadtblick
- Besuchsdauer1 bis 1,5 Stunden
- Beste ZeitVormittags oder später Nachmittag, Frühling und Herbst
Ein Renaissancegarten wie aus dem Lehrbuch
Die Familie Giusti legte den Garten hinter ihrem Palazzo als Bühne an, und genau so funktioniert er bis heute: unten das streng geometrische Parterre mit Buchshecken, Statuen und Brunnen, darüber der wilde Hang mit Grotten und Aussichtsterrassen. Die schnurgerade Zypressenallee verbindet beide Welten und zieht den Blick automatisch nach oben zur Felswand mit der steinernen Fratze, dem Mascherone.
Das kleine Hecken-Labyrinth gilt als eines der ältesten Europas in seiner Form, verlaufen kannst du dich darin kaum, Spaß macht es trotzdem. Wer die Wege bis zum Belvedere hinaufsteigt, wird mit einem stillen Blick über Dächer, Türme und Hügel belohnt.
Goethe war schon hier
Der Garten war fester Halt der Grand Tour, der Bildungsreise durch Italien. Goethe besuchte ihn 1786 auf seiner Italienischen Reise und nahm einen Zypressenzweig als Andenken mit, so steht es in seinen Aufzeichnungen. Wenn du zwischen den Hecken stehst, siehst du den Garten fast unverändert wie er damals.
Gut zu wissen: Einige der Zypressen sind mehrere hundert Jahre alt. Ein schwerer Sturm hat dem Baumbestand vor einigen Jahren zugesetzt, der Garten wurde seither sorgfältig aufgeforstet und gepflegt.
Der ruhige Kontrapunkt
Der Giardino Giusti liegt in Veronetta, dem Universitätsviertel auf der linken Etsch-Seite, gute zehn Gehminuten von der Ponte Pietra. Genau diese Lage macht ihn zum perfekten Baustein für den Nachmittag: erst Garten, dann durch die Gassen zum Aufstieg aufs Castel San Pietro zum Sonnenuntergang. Danach hast du dir eine Osteria aus dem Guide Essen & Trinken verdient.
Tipp: Komm vormittags oder in den letzten zwei Stunden vor Schließung, dann teilst du die Wege mit einer Handvoll Menschen. Der Kontrast wirkt am stärksten, wenn du vorher im Gedränge an der Casa di Giulietta warst, mehr Stationen findest du in der Top-11-Übersicht.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istEchtes Gedränge gibt es hier praktisch nie, der Garten ist Veronas ruhigste Sehenswürdigkeit. Sollte doch eine Gruppe im Parterre stehen, steig zuerst zum Belvedere hinauf und nimm das Labyrinth danach.
- Wenn es regnetDer Garten ist ein Freiluftziel, bei leichtem Nieselregen hat er mit glänzendem Buchs und leeren Wegen sogar Atmosphäre. Bei echtem Regen verschiebe den Besuch und geh stattdessen ins Museum im Castelvecchio.
- Mit KindernLabyrinth, Grotten und die Steinfratze am Hang machen den Garten überraschend kindertauglich. Die Wege sind sicher, Rennen ist im unteren Parterre aber ungern gesehen. Eine Stunde reicht mit Kindern völlig.
- Mit eingeschränkter MobilitätDas untere Parterre ist eben und mit Kies gut begehbar, auch mit Rollstuhl machbar. Die oberen Terrassen und das Belvedere erreichst du nur über Hangwege und Stufen, den Stadtblick musst du dir hier leider erarbeiten.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Giardino Giusti wirklich?
Ja, wenn du mehr als einen Tag in Verona bist oder Gärten liebst. Er gehört zu den am besten erhaltenen Renaissancegärten Italiens, und die Mischung aus strengem Parterre, Zypressenallee und Aussichtsterrassen gibt es in keiner anderen italienischen Stadt so kompakt. Dazu kommt die Ruhe, die im Zentrum selten geworden ist.
Wie komme ich zum Giardino Giusti?
Zu Fuß über die Ponte Nuovo oder die Ponte Pietra nach Veronetta, vom Zentrum aus in 10 bis 15 Minuten. Die Kombination mit Ponte Pietra und Castel San Pietro liegt auf der Hand, alles drei liegt auf derselben Flussseite und lässt sich zu einem halben Tag verbinden.
Ist das Labyrinth im Giardino Giusti groß?
Nein, es ist ein kompaktes Buchshecken-Labyrinth, in dem man sich kaum ernsthaft verlaufen kann, die Hecken sind hüft- bis schulterhoch. Sein Reiz liegt im Alter und in der Form, es gilt als eines der ältesten erhaltenen Gartenlabyrinthe Europas. Kinder lieben es trotzdem.
Was hat Goethe mit dem Giardino Giusti zu tun?
Goethe besuchte den Garten 1786 auf seiner Italienischen Reise und beschrieb die mächtigen Zypressen, einen Zweig nahm er als Andenken mit. Der Garten war damals ein Pflichttermin für Italienreisende, und weil er kaum verändert wurde, siehst du heute fast dasselbe Bild wie er.
Wie viel Zeit sollte man für den Garten einplanen?
Eine bis anderthalb Stunden reichen für Parterre, Labyrinth, Zypressenallee und den Aufstieg zum Belvedere. Wer gern liest oder zeichnet, findet schattige Bänke für einen längeren Stopp. In Kombination mit Veronetta und Ponte Pietra wird daraus ein entspannter halber Tag.




