Auf einen Blick
- RegionLatium
- LageWestufer des Tibers, südlich des Vatikans
- CharakterAltstadtviertel mit Trattorien- und Barkultur
- Besuchsdauer2 bis 4 Stunden, am besten ab dem späten Nachmittag
- HighlightBasilika Santa Maria in Trastevere (Mosaiken)
- AnreiseZu Fuß über die Ponte Sisto oder Tram 8
Warum Trastevere so besonders ist
Trastevere heißt wörtlich „jenseits des Tibers“, und genau so fühlt es sich an: Das Viertel liegt nur eine Brücke vom Zentrum entfernt und tickt trotzdem anders. Die Gassen sind eng, kopfsteingepflastert und voller Trattorien, über dir hängt Wäsche zwischen den Häusern, an jeder Ecke sitzt jemand mit einem Espresso oder einem Glas Wein. Tagsüber kannst du hier wunderbar ziellos schlendern, abends wird das Viertel zur größten Freiluftbühne der Stadt.
Der beste Plan: Komm am späten Nachmittag über die Ponte Sisto, lauf dich in den Gassen warm, nimm den Blick vom Gianicolo mit und bleib zum Abendessen. Mehr Rom pro Stunde bekommst du kaum, mehr Ideen dieser Art findest du in unseren Insider-Tipps für Rom.
Santa Maria in Trastevere
Das Herz des Viertels ist die Piazza di Santa Maria in Trastevere mit ihrem Brunnen und der gleichnamigen Basilika, einer der ältesten Kirchen Roms. Innen leuchten goldene Mosaiken aus dem 12. und 13. Jahrhundert, draußen sitzt halb Trastevere auf den Brunnenstufen. Der Eintritt ist frei, angemessene Kleidung vorausgesetzt.
Gut zu wissen: Auch Santa Cecilia in Trastevere ein paar Gassen weiter lohnt sich: stiller Innenhof, die berühmte Cäcilien-Statue und kaum Besucher.
Gianicolo: der beste Blick über Rom
Vom westlichen Rand des Viertels führt ein Fußweg hinauf auf den Gianicolo-Hügel. Oben wartet eine der schönsten Aussichten der Stadt: ganz Rom zu Füßen, von den Kuppeln der Altstadt bis zu den Bergen dahinter, komplett kostenlos. Punkt zwölf Uhr mittags wird hier traditionell eine Kanone abgefeuert, ein kurioses kleines Spektakel. Der Aufstieg dauert etwa 20 Minuten, Sonnenuntergang ist die beste Zeit.
Essen ohne Touristenfalle
Trastevere gilt als Roms Genussviertel, zieht aber genau deshalb auch Lockvogel-Lokale an. Die Regeln sind einfach: Meide Restaurants mit Fotokarte, „Tourist Menu“ und Kellnern, die dich am Eingang hineinreden wollen. Je näher an der Piazza di Santa Maria, desto teurer und beliebiger wird es oft.
Besser isst du in den Nebengassen südlich der Viale di Trastevere und rund um die Piazza San Cosimato, wo vormittags noch ein echter Lebensmittelmarkt stattfindet. Probier ein Supplì auf die Hand, danach Carbonara oder Cacio e Pepe. Was sonst auf den Teller gehört und woran du Nepp erkennst, steht in unserem Guide Essen & Trinken in Rom.
Tipp: Reservier fürs Abendessen ab 21 Uhr oder iss früh gegen 19 Uhr. Dazwischen ist in den guten Lokalen ohne Reservierung selten ein Tisch frei.
Anreise und beste Zeit
Zu Fuß erreichst du Trastevere von der Piazza Navona und dem Campo de‘ Fiori in gut zehn Minuten über die Ponte Sisto. Alternativ bringt dich die Tram 8 von der Piazza Venezia direkt an die Viale di Trastevere, mehr dazu im Verkehrs-Guide. Wer das Viertel als Basis mag: In unserem Überblick über die besten Hotelviertel Roms spielt Trastevere ganz vorn mit. Für den ersten Besuch gilt: Der späte Nachmittag und der Abend zeigen das Viertel von seiner besten Seite.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWenn die Piazza di Santa Maria überläuft, weiche in die Gassen südlich der Viale di Trastevere aus oder iss früh gegen 19 Uhr. Komplett überlaufen? Dann ist Testaccio, ein Viertel weiter südlich, die ehrliche Alternative mit ebenso guter Küche.
- Wenn es regnetBei Regen sind Santa Maria und Santa Cecilia in Trastevere die richtigen Ziele, danach ein langes Mittagessen. Die Villa Farnesina mit Fresken von Raffael liegt ebenfalls im Viertel und ist ein unterschätztes Schlechtwetterziel.
- Mit KindernTagsüber gut machbar: kurze Wege, Gelato an jeder Ecke, der Markt an der Piazza San Cosimato mit kleinem Spielplatz. Abends wird es eng und laut, dann ist ein Kinderwagen auf dem Kopfsteinpflaster mühsam.
- Mit eingeschränkter MobilitätDas Viertel ist flach, aber durchgehend kopfsteingepflastert, teils mit schmalen oder fehlenden Gehwegen. Die Tram 8 ist gut erreichbar. Der Weg auf den Gianicolo ist steil, hier helfen Bus oder Taxi.
Häufige Fragen
Lohnt sich Trastevere auch tagsüber?
Ja, aber anders: Vormittags sind die Gassen ruhig, der Markt an der Piazza San Cosimato läuft und du hast Santa Maria in Trastevere fast für dich. Das große Leben mit vollen Piazzas und Straßenmusik beginnt erst am Abend. Ideal ist die Kombination: nachmittags schlendern, abends bleiben.
Ist Trastevere abends sicher?
Das Viertel ist bis spät in die Nacht belebt und gilt als sicher. Wie überall in Rom gilt: Taschendiebe arbeiten dort, wo Menschenmengen stehen, also Tasche nach vorn auf vollen Piazzas. Nach Mitternacht sind einige Ecken laut und feierfreudig, gefährlich sind sie deshalb nicht.
Wie komme ich am besten nach Trastevere?
Am schönsten zu Fuß über die Ponte Sisto, vom Campo de' Fiori sind es etwa zehn Minuten. Die Tram 8 fährt von der Piazza Venezia direkt an die Viale di Trastevere. Eine Metrostation gibt es im Viertel nicht, der Bahnhof Trastevere liegt weiter draußen und lohnt nur mit Regionalzug.
Wo habe ich den besten Blick über Rom?
Vom Gianicolo direkt oberhalb von Trastevere. Der Aufstieg zu Fuß dauert rund 20 Minuten, oben stehst du kostenlos über den Dächern der Stadt. Zum Sonnenuntergang ist es am schönsten und am vollsten; wer es ruhiger mag, kommt am Vormittag zur Kanone um zwölf.
Kann man in Trastevere gut übernachten?
Ja, das Viertel ist eine der charmantesten Basen Roms: zentral, voller Restaurants und abends lebendig. Genau das ist der Haken: Rund um die Piazzas kann es bis nach Mitternacht laut sein. Wähle eine Unterkunft in den ruhigeren Gassen südlich der Viale di Trastevere.



