Auf einen Blick
- RegionPiemont
- StadtbildBarocke Planstadt mit rund 18 Kilometern Arkaden
- UNESCOResidenzen des Hauses Savoyen (seit 1997)
- Ideale Dauer2 bis 3 Tage
- Beste ReisezeitFrühjahr und Herbst, im Winter oft klare Alpensicht
- AnreiseBahnhöfe Porta Nuova und Porta Susa, Zentrum gut zu Fuß
Die Top 10 Sehenswürdigkeiten in Turin
1 Mole Antonelliana & Nationales Kinomuseum
Das Wahrzeichen Turins: 167,5 Meter hoch, 1863 als Synagoge begonnen und als kühnste Backsteinkonstruktion ihrer Zeit vollendet. Der gläserne Panoramaaufzug schwebt mitten durch die offene Kuppel hinauf zur Aussichtsterrasse. An klaren Tagen liegt dir die komplette Alpenkette zu Füßen, buche dafür ein Zeitfenster am späten Nachmittag.
Im Inneren sitzt das Nationale Kinomuseum, und das ist weit mehr als ein Schlechtwetterprogramm: Liegesessel unter der Kuppel, Originalrequisiten, begehbare Filmwelten. Wie du Aufzug und Museum am besten kombinierst, liest du im Guide zur Mole Antonelliana.
2 Ägyptisches Museum
Das Museo Egizio wurde 1824 gegründet und ist das älteste ägyptische Museum der Welt. Nur Kairo hat eine bedeutendere Sammlung. Das vollständig erhaltene Grab des Baumeisters Kha und seiner Frau Merit ist der Moment, in dem auch Museumsmuffel still werden.
Plane 2 bis 3 Stunden ein und buche fürs Wochenende vorab ein Zeitfenster. Alle Details stehen im Beitrag zum Ägyptischen Museum.
3 Palazzo Reale & Musei Reali
Der Königspalast der Savoyer bildet mit Waffenkammer, Gemäldegalerie und Gärten die Musei Reali, einen der großen Palastkomplexe Europas, nur ohne die Menschenmassen von Versailles. Höhepunkte sind die Prunkräume, die Armeria Reale und die wiedereröffnete Grabtuch-Kapelle von Guarini.
Ehrlich gesagt: Das Turiner Grabtuch selbst siehst du fast nie, es wird nur zu seltenen Anlässen gezeigt. Die Kapelle allein lohnt trotzdem. Mehr dazu im Guide zum Palazzo Reale.
4 Piazza Castello & Via Roma
Die Piazza Castello ist der Mittelpunkt Turins: Königspalast, Palazzo Madama und Opernhaus rahmen den riesigen Platz, unter den Arkaden reihen sich Cafés. Von hier zieht die Via Roma mit ihren Marmorarkaden schnurgerade zur Piazza San Carlo, dem eleganten Salon Turins.
Kostet nichts, gehört aber zu jedem Besuch. Was du rund um den Platz nicht verpassen solltest, steht im Beitrag zur Piazza Castello.
5 Basilika Superga
Auf einem Hügel hoch über der Stadt thront Juvarras barocke Kuppelbasilika. Die Anfahrt mit der historischen Zahnradbahn ist schon die halbe Attraktion, oben warten die Grüfte der Savoyer und der beste Blick auf Turin und die Alpen.
Hinter der Basilika liegt die Gedenkstätte für die Fußballmannschaft Grande Torino, die hier 1949 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam. Alles zur Anfahrt im Guide zur Basilika Superga.
6 Parco del Valentino & Borgo Medievale
Turins grüne Lunge zieht sich am Ufer des Po entlang: Radler, Ruderboote, Liegewiesen und mittendrin ein komplett nachgebautes mittelalterliches Dorf von 1884, das keinen Eintritt kostet. Perfekt für den Nachmittag, an dem du keine Museen mehr sehen willst.
Mehr zum Park und zum Borgo liest du im Beitrag zum Parco del Valentino.
7 Quadrilatero Romano
Das älteste Viertel der Stadt folgt noch dem römischen Straßenraster. Tagsüber schlenderst du durch enge Gassen mit Handwerksläden und Kirchen wie der Consolata, abends füllen sich die Bars zum Aperitivo. Hier steht auch das Caffè Al Bicerin, in dem Turins berühmtes Schichtgetränk aus Espresso, Schokolade und Sahne serviert wird.
Das Viertel braucht kein Programm: Du lässt dich treiben, schaust in Innenhöfe und endest früher oder später mit einem Glas Vermouth auf einer der kleinen Piazze. Genau dafür ist es da.
8 Porta Palazzo & Balon
Auf der Piazza della Repubblica breitet sich einer der größten offenen Märkte Europas aus: Berge von Gemüse, Käse aus dem Piemont, Stände mit Streetfood. Samstags kommt der Flohmarkt Balon dazu, ein Labyrinth aus Trödel, Antiquitäten und Kuriositäten. Wer Turin jenseits der Paläste sehen will, ist hier richtig, Wertsachen trotzdem nah am Körper tragen. Am besten kommst du vormittags, wenn die Stände voll sind und die Markthalle in Betrieb ist.
9 Historische Caffès
Turin hat eine Kaffeehauskultur wie Wien, nur mit weniger Rummel: Baratti & Milano in der Galleria Subalpina, das Caffè San Carlo, das winzige Mulassano, in dem das Tramezzino erfunden wurde. Ein Bicerin oder eine heiße Schokolade in einem dieser Säle gehört zum Pflichtprogramm, am besten am Nachmittag, wenn die Frühstücksgäste weg sind und du einen Fensterplatz bekommst. Mehr Adressen findest du unter Essen & Trinken in Turin.
10 Monte dei Cappuccini
Der kleine Klosterhügel am anderen Po-Ufer ist in 10 Minuten erklommen und liefert das klassische Postkartenmotiv: die Mole vor der Alpenkette. Kostenlos, nie überlaufen und besonders schön am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Stadt anstrahlt. Der Aufstieg beginnt an der Kirche Gran Madre di Dio gegenüber der Piazza Vittorio Veneto, oben warten eine Aussichtsterrasse und eine Kirche der Kapuziner. Für Fotografen ist das der beste Spot der Stadt.
Tickets: Nur zwei Sehenswürdigkeiten in Turin brauchen echte Planung: das Ägyptische Museum (Zeitfenster, an Wochenenden und Feiertagen oft Tage vorher ausgebucht) und der Panoramaaufzug der Mole. Buche beide nur über die offiziellen Websites, den Rest entscheidest du spontan.
Rundgang: so verbindest du alles in 2 Tagen
Tag 1 gehört dem Zentrum: morgens Piazza Castello und Palazzo Reale, mittags durchs Quadrilatero Romano mit Bicerin-Pause, nachmittags über die Via Roma zur Piazza San Carlo und weiter zur Mole. Abends Aperitivo an der Piazza Vittorio Veneto. Tag 2: früh ins Ägyptische Museum, danach durch den Parco del Valentino spazieren oder mit der Zahnradbahn nach Superga hinauf. Wie du dich dabei am besten bewegst, steht im Beitrag zum Verkehr in Turin.
Mit einem dritten Tag füllst du die Lücken: vormittags Porta Palazzo und Quadrilatero Romano, mittags eine lange Pause im Kaffeehaus, nachmittags Monte dei Cappuccini oder ein Ausflug zur Reggia di Venaria vor den Toren der Stadt. Der Vorteil von Turin ist, dass du fast nichts vorbuchen musst und den Plan jederzeit dem Wetter anpassen kannst: klare Tage für Aussichten, graue Tage für Museen und Schokolade.
Tipp: Prüfe vor dem Besuch die Schließtage. Einige Häuser schließen montags ganz oder verkürzen die Zeiten, dann ist der Montag dein Tag für Superga, Parks und Kaffeehäuser.
Gut zu wissen: Staatliche Museen sind am ersten Sonntag im Monat oft gratis. Klingt verlockend, bedeutet aber auch volle Säle. In Turin ist das einer der wenigen Momente mit spürbarem Andrang, an allen anderen Tagen hast du erstaunlich viel Platz.
Sehenswürdigkeiten für Regentage
Turins Arkaden entlang Via Roma und Via Po nehmen dem Regen den Schrecken. Innen tragen dich das Ägyptische Museum, das Kinomuseum in der Mole und der Palazzo Reale jeweils einen halben Tag, die Slots sind an nassen Tagen schneller weg. Verschieben solltest du den Panorama-Aufzug, den Parco del Valentino und Superga.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Turin?
Zwei volle Tage reichen für die Top-Sehenswürdigkeiten: einen für das Zentrum mit Palazzo Reale, Mole und Kaffeehäusern, einen für das Ägyptische Museum plus Superga oder den Parco del Valentino. Mit drei Tagen kannst du zusätzlich einen Ausflug in die Langhe oder nach Venaria einplanen und die Stadt in Ruhe genießen.
Ist Turin einen Besuch wert?
Ja, gerade weil die Stadt unterschätzt wird. Turin bietet königliche Paläste, eines der besten Museen Italiens und eine große Kaffeehaus- und Aperitivo-Kultur, aber deutlich weniger Besucher als Rom, Florenz oder Venedig. Du bekommst also viel Italien ohne Gedränge und zu moderateren Preisen.
Was ist die wichtigste Sehenswürdigkeit in Turin?
Die Mole Antonelliana ist das Wahrzeichen und liefert mit dem Panoramaaufzug den besten Blick über Stadt und Alpen. Inhaltlich ist das Ägyptische Museum der Höhepunkt: die bedeutendste Sammlung außerhalb Kairos. Wenn du nur Zeit für zwei Dinge hast, nimm genau diese beiden.
Kann man das Turiner Grabtuch sehen?
Das Tuch selbst wird nur bei seltenen, vorher angekündigten Ausstellungen öffentlich gezeigt, dazwischen lagert es geschützt im Dom. Sehen kannst du jederzeit die Grabtuch-Kapelle von Guarini im Komplex des Palazzo Reale und die Kapelle im Dom, in der das Tuch aufbewahrt wird.
Sind die Sehenswürdigkeiten in Turin teuer?
Nein, im Vergleich zu Venedig oder Florenz ist Turin günstig. Vieles ist sogar kostenlos: Piazza Castello, Parco del Valentino samt Borgo Medievale, Monte dei Cappuccini und die Märkte. Bezahlt wird vor allem für die großen Museen, und auch dort liegen die Preise unter dem Niveau der bekannteren Städte.



