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Golf von Neapel und Amalfiküste: Route für 7 bis 10 Tage

Der Golf von Neapel packt Großstadt, Antike, Vulkan, Inseln und eine der schönsten Küstenstraßen der Welt auf wenige Kilometer. Diese Route zeigt dir, wie du das in sieben bis zehn Tagen unterbringst, ohne jeden zweiten Tag den Koffer zu packen.

Der Plan arbeitet mit zwei Standorten, kommt komplett ohne Mietwagen aus und sagt ehrlich, wo es eng, voll oder anstrengend wird.

Golf von Neapel und Amalfiküste: Route für 7 bis 10 Tage
Foto: Diefenbach79, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • StartpunktNeapel, Rückreise ebenfalls ab Neapel
  • Empfohlene Dauer10 Tage, machbar ab 7
  • Basiszwei Standorte: Neapel und Sorrent
  • FortbewegungCircumvesuviana, SITA-Bus, Fähre, kein Mietwagen
  • Beste ReisezeitMai, Juni, September und Anfang Oktober

Die Route auf einen Blick

Der Golf von Neapel ist die dichteste Reiseregion Italiens: Großstadt, Antike, Vulkan, Inseln und eine der berühmtesten Küstenstraßen der Welt liegen auf engstem Raum. Genau deshalb scheitern hier so viele Planungen. Wer jeden Tag den Standort wechselt, verbringt die Hälfte der Reise mit Koffern in Bussen.

Diese Route arbeitet deshalb mit zwei Basen: Neapel für Stadt und Antike, Sorrent für Küste, Inseln und Amalfi. Dazwischen liegt eine einzige Umzugsfahrt. Ein Auto brauchst du auf dieser Route nicht, und in Neapel wäre es sogar ein Nachteil.

Tag Etappe Übernachtung Fortbewegung
1 Ankunft, Spaccanapoli und Lungomare Neapel zu Fuß, Metro
2 Museo Archeologico, Capodimonte oder unterirdisches Neapel Neapel zu Fuß, Metro
3 Pompeji Neapel Circumvesuviana
4 Vesuv oder Herculaneum, danach Umzug nach Sorrent Sorrent Circumvesuviana und Bus
5 Capri Sorrent Fähre ab Sorrent
6 Positano und Amalfi Sorrent SITA-Bus oder Boot
7 Ravello und Rückweg über die Küste Sorrent SITA-Bus
8 Paestum oder Wandern über der Küste Sorrent Bahn mit Umstieg, oder zu Fuß
9 Ischia oder Procida, am besten ab Neapel Neapel Fähre ab Neapel
10 Puffer und Rückreise ab Neapel Neapel Bahn, Flughafen

Anreise in die Region

Neapel hat mit Capodichino einen stadtnahen Flughafen, ein Shuttlebus bringt dich vom Terminal je nach Verkehr in etwa zwanzig Minuten zum Hauptbahnhof und weiter zum Hafen. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug bist du aus Rom in gut einer Stunde da, aus Florenz in rund drei Stunden. Weil die Route ohne Auto funktioniert, ist die Bahn fast immer die bessere Wahl: Du steigst mitten in der Stadt aus, statt auf der Tangenziale im Stau zu stehen.

Wenn du trotzdem mit dem eigenen Wagen kommst, buche ein Hotel mit Garage oder ein bewachtes Parkhaus und lass das Auto dort für die gesamte Zeit stehen. Die Umzugsfahrt nach Sorrent erledigst du auch dann mit der Bahn. Das ist schneller, billiger und nervensparender als jede Variante über die Küstenstraße, und du umgehst gleich mehrere verkehrsbeschränkte Zonen.

Tag 1 bis 3: Neapel, und zwar ohne Auto

Neapel ist laut, dicht und voller Leben, und es ist die einzige Stadt der Route, in der ein Mietwagen dich aktiv behindert. Die Altstadt ist eng, verkehrsbeschränkt und kameraüberwacht, Parken ist teuer und mühsam. Nimm den Wagen, wenn überhaupt, erst am Ende. Wie sich die Stadt zu Fuß und mit der Metro erschließt, steht im Guide zum Verkehr in Neapel.

Der erste Tag gehört der Altstadt: Spaccanapoli, die schnurgerade Gasse quer durch das historische Zentrum, dazu Kirchen, Krippenläden und die erste Pizza im Holzofen. Der zweite Tag ist der Antike gewidmet, und zwar im Museo Archeologico Nazionale. Dort stehen die Originalfunde aus Pompeji und Herculaneum, die Fresken und die Mosaike. Siehst du das Museum vor der Ausgrabung, verstehst du die Ruinen danach deutlich besser.

Tipp: Dreh die übliche Reihenfolge um. Erst Museum, dann Pompeji. Auf dem Gelände selbst steht kaum noch etwas an seinem Platz, die berühmten Wandbilder hängen in Neapel. Wer die Sammlung kennt, sieht in Pompeji Räume statt leerer Mauern.

Tag 3 und 4: Pompeji, Vesuv und Herculaneum

Die Ausgrabungsstädte erreichst du mit der Circumvesuviana, der Regionalbahn ab Napoli Porta Nolana und Garibaldi. Sie ist kein Komfortzug: alte Wagen, voll, gelegentlich verspätet, und auf der Strecke wird gern geklaut. Fahr trotzdem, sie ist mit Abstand die einfachste Verbindung. Sitz mit Blick auf dein Gepäck, halte den Rucksack vorn, dann passiert dir nichts.

Für Pompeji brauchst du einen halben bis ganzen Tag, Schatten gibt es kaum. Ob Pompeji oder Herculaneum besser zu dir passt und wie du die Tickets über die offizielle Seite buchst, klärt die Detailseite, hier sparen wir uns die Wiederholung. Am vierten Tag steht die Alternative an: der Vesuv mit dem Aufstieg zum Kraterrand oder das kleinere, besser erhaltene Herculaneum. Beides an einem Tag ist möglich, aber sportlich.

Am Nachmittag ziehst du weiter nach Sorrent. Die Circumvesuviana fährt direkt bis zur Endstation durch, ab Neapel dauert das gut siebzig Minuten, weil der Zug an jeder Station hält. Bequemer ist der Campania Express, der auf derselben Strecke nur die touristischen Halte bedient, klimatisiert ist und feste Sitzplätze hat. Er fährt allerdings nur in der Saison und nur ein paar Mal am Tag, dafür kostet er mehr. Mit großem Gepäck ist er den Aufpreis wert.

Tag 5 bis 8: Sorrent als Basis

Sorrent ist nicht der schönste Ort der Region, aber der praktischste. Von hier fahren tagsüber im Takt Fähren nach Capri, die SITA-Busse an die Amalfiküste und die Bahn zurück nach Neapel. Dazu gibt es genug Hotels in allen Kategorien, was an der Küste selbst nicht der Fall ist.

Tag fünf gehört Capri. Nimm eine frühe Fähre, dann hast du die Insel eine Stunde lang fast für dich, bevor die Tagesboote aus Neapel eintreffen. Von der Marina Grande bringt dich die Standseilbahn hinauf in den Hauptort, die ruhigere Hälfte der Insel liegt aber in Anacapri: höher gelegen, weniger Boutiquen, und von dort schwebt ein Sessellift auf den Monte Solaro, den höchsten Punkt der Insel, mit Blick über den ganzen Golf. Die Blaue Grotte ist ein Sonderfall, die Einfahrt hängt vom Seegang ab, fällt oft aus und kostet extra, hineingerudert wird in kleinen Booten. Kauf am Hafen gleich beide Fahrtrichtungen, im Hochsommer sind die späten Rückfahrten nach Sorrent regelmäßig ausgebucht. Tag sechs führt an die Küste: Positano mit seiner Häuserkaskade und Amalfi mit dem Dom und der Treppe davor. Am siebten Tag steigst du hinauf nach Ravello, wo die berühmten Gartenterrassen über der Küste hängen und es merklich ruhiger ist als unten am Wasser.

Der achte Tag ist der Puffertag mit Wahlmöglichkeit. Für Antike-Fans lohnt die Fahrt nach Süden zu den drei griechischen Tempeln von Paestum, die zu den besterhaltenen der Welt gehören. Sei dir aber im Klaren, dass es ab Sorrent ein langer Tag wird: Es gibt keine direkte Verbindung, du steigst in Neapel oder Salerno um und bist je Richtung gut zweieinhalb Stunden unterwegs. Wenn dir das zu viel ist, häng Paestum lieber an den An- oder Abreisetag ab Neapel oder Salerno an. Wer lieber läuft, nimmt einen der Höhenwege über der Küste, für die du festes Schuhwerk und Wasser brauchst.

Tag 9: Ischia oder Procida

Capri ist die berühmte Insel im Golf, aber nicht die einzige. Ischia ist viel größer und grüner, lebt von seinen Thermalquellen und Badegärten und hat mit dem Castello Aragonese auf einem Felsen vor der Küste ein Wahrzeichen, das sich vor Capri nicht verstecken muss. Procida ist die kleinste der drei: ein Fischerort mit bunt gestrichenen Häusern über dem Hafen, in zwei bis drei Stunden zu Fuß erkundet und trotzdem der ruhigste Ort der Gegend.

Entscheidend ist die Logistik. Die dichtesten Verbindungen zu beiden Inseln starten in Neapel an den Häfen Molo Beverello und Calata Porta di Massa, dazu kommt Pozzuoli im Westen. Ab Sorrent gibt es in der Saison einzelne Fahrten, aber wenige, und wenn eine ausfällt, sitzt du fest. Deshalb steht Tag neun in dieser Route ganz am Ende: Du ziehst zurück nach Neapel, übernachtest dort und nimmst am Morgen eine der ersten Fähren. Für Ischia lohnt sogar eine Nacht auf der Insel, für Procida reicht der Tag locker.

Amalfiküste: Bus, Boot oder besser gar nicht selbst fahren

Die Küstenstraße SS163 ist schmal, kurvig und in der Saison durchgehend voll. Zwei Verkehrsmittel funktionieren wirklich: der SITA-Bus, der die Orte im Linienverkehr verbindet, und das Boot, das in der Saison zwischen Sorrent, Positano und Amalfi pendelt. Das Boot ist teurer, dafür entspannter und liefert den besseren Blick. Die beste Kombination ist hin mit dem Boot, zurück mit dem Bus, oder umgekehrt.

Im Bus gilt: Setz dich rechts, wenn du Richtung Amalfi fährst, dann sitzt du auf der Meerseite. An den Haltestellen in Positano bilden sich am späten Nachmittag Schlangen, weil alle gleichzeitig zurückwollen. Umgehen kannst du das, indem du früher zurückfährst oder das Boot nimmst.

Achtung: Auf der SS163 gilt in der Hochsaison ein Wechselsystem, das die Zufahrt nach geraden und ungeraden Endziffern des Kennzeichens regelt. Die Zeiträume werden jedes Jahr neu festgelegt und ändern sich. Verlass dich deshalb nicht auf Angaben aus Foren, sondern prüfe die aktuelle Regelung vor der Fahrt auf den offiziellen Seiten der Region und der betroffenen Gemeinden. Dazu kommt in jedem Ort eine verkehrsbeschränkte Zone, wie sie der Beitrag zu ZTL-Zonen in Italien erklärt.

Die Kurzfassung: sieben Tage

Wenn du nur eine Woche hast, streichst du den Puffertag und eine der Inseln: drei Nächte Neapel mit Stadt, Museum und Pompeji, vier Nächte Sorrent mit Capri, Positano und Amalfi sowie Ravello. Vesuv oder Herculaneum fällt dann weg, und das ist verkraftbar. Was nicht wegfallen sollte, ist der freie Nachmittag ohne Programm, sonst kommst du erschöpfter zurück, als du losgefahren bist.

Beste Reisezeit und die häufigsten Planungsfehler

Mai, Juni, September und der frühe Oktober sind ideal: warm genug zum Baden, aber ohne die Hitze und den Andrang des Hochsommers. Im Juli und August ist die Küste voll, die Busse sind es auch. Zwischen November und März schließen an der Amalfiküste viele Hotels und Restaurants, Neapel dagegen funktioniert das ganze Jahr.

Drei Fehler siehst du immer wieder. Erstens: Mietwagen ab Neapel, obwohl die ganze Route ohne Auto besser läuft. Zweitens: Positano als Basis, weil es auf Fotos am schönsten aussieht, obwohl dort jeder Weg über Treppen führt und die Preise am höchsten sind. Drittens: Pompeji am Nachmittag im Hochsommer, wenn Schatten fehlt und die Steine die Hitze zurückwerfen. Alles Weitere zur Region steht im Kampanien-Guide.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für den Golf von Neapel?

Sieben Tage sind das sinnvolle Minimum, zehn sind angenehmer. In einer Woche schaffst du Neapel, Pompeji, Capri und zwei Orte an der Amalfiküste, ohne zu hetzen. Mit zehn Tagen kommen Vesuv oder Herculaneum, eine zweite Insel und ein freier Tag dazu. Für weniger als fünf Tage nimm nur Neapel mit Pompeji.

Braucht man an der Amalfiküste ein Auto?

Nein, und in der Hochsaison ist es sogar hinderlich. Die SS163 ist schmal und voll, Parkplätze sind selten und teuer, jeder Ort hat eine verkehrsbeschränkte Zone, und zeitweise gilt eine Zufahrtsregelung nach Kennzeichen. SITA-Busse und die Boote in der Saison decken alle wichtigen Orte ab. Wenn du mit dem Auto anreist, stell es an deiner Unterkunft ab und lass es dort stehen.

Sorrent oder Positano als Basis?

Sorrent, in fast allen Fällen. Der Ort liegt am Knotenpunkt von Bahn, Bus und Fähre, hat Hotels in jeder Kategorie und ist flach genug, um mit Koffer anzukommen. Positano ist der schönere Ort, aber teurer, steiler und schlechter angebunden. Wohnst du dort, trägst du Gepäck über Treppen und bist für jede Fahrt auf den Bus angewiesen.

Wie kommt man von Neapel nach Pompeji?

Mit der Circumvesuviana, der Regionalbahn ab Napoli Porta Nolana oder Garibaldi Richtung Sorrent. Die Fahrt dauert gut eine halbe Stunde, die Haltestelle liegt direkt am Eingang der Ausgrabung. Die Züge sind alt und voll, achte auf deine Wertsachen. Tickets für die Ausgrabung buchst du vorab über die offizielle Website.

Lohnt sich die Route auch im Winter?

Für Neapel ja, für die Amalfiküste nur eingeschränkt. In der Stadt sind Museen, Kirchen und Pizzerien das ganze Jahr geöffnet, und die Preise sind deutlich niedriger. An der Küste dagegen schließen viele Hotels und Restaurants, die Bootsverbindungen ruhen, und der Busfahrplan dünnt aus. Capri wird im Winter still, hat dafür aber auch seinen Reiz.