Auf einen Blick
- Start und ZielMailand, als Rundreise
- StreckeRund 700 Kilometer ohne Ausflüge
- Dauer10 Tage entspannt, 7 Tage sportlich
- Beste ZeitEnde Mai bis Anfang Oktober
- PflichtthemaZTL-Zonen in allen Altstädten
Die Route auf einen Blick
| Etappe | Strecke | Reine Fahrzeit | Realistisch mit Pausen |
|---|---|---|---|
| Mailand nach Como | rund 50 km | ca. 30 Min | 1 Std |
| Como nach Bergamo | rund 60 km | ca. 45 Min | 1 Std 15 |
| Bergamo nach Sirmione | rund 100 km | ca. 1 Std | 1 Std 30 |
| Sirmione nach Verona | rund 40 km | ca. 30 Min | 45 Min |
| Verona nach Malcesine | rund 50 km | ca. 30 Min | 1 Std 15 |
| Malcesine nach Riva del Garda | rund 20 km | ca. 15 Min | 45 Min |
| Riva del Garda nach Trient | rund 40 km | ca. 30 Min | 45 Min |
| Trient nach Bozen | rund 60 km | ca. 45 Min | 1 Std |
| Dolomiten-Rundtour ab Bozen | rund 150 km Passstraßen | ca. 4 Std | ganzer Tag |
| Bozen zurück nach Mailand | rund 300 km über Verona | ca. 3 Std 30 | halber Tag |
Die Spalte rechts ist die ehrliche: Am Gardasee und in den Dolomiten sind die Straßen schmal, kurvig und im Sommer voll. Planst du nur die reine Fahrzeit, sitzt du abends genervt im Stau. Rechne auf jeder Bergetappe mindestens ein Drittel mehr ein. Wer statt dieses Norditalien-Bogens nur die Berge will, findet die reine Bergwoche unter Dolomiten-Rundreise.
Tag 1 und 2: Mailand
Starte in Mailand, weil hier die Mietwagen günstig sind und die Anreise per Flug oder Bahn am einfachsten ist. Nimm den Wagen aber erst am Abreisetag, denn in Mailand brauchst du kein Auto: Die Metro bringt dich überall hin, und die Stadt ist von Umweltzonen und einer Innenstadt-Maut durchzogen.
Zwei Tage reichen für Dom, Galleria, Castello Sforzesco und einen Abend an den Navigli. Wer das Letzte Abendmahl sehen will, braucht ein Ticket über die offizielle Seite, in der Hauptsaison Monate vorher.
Achtung: Jede Altstadt auf dieser Route hat eine ZTL, also eine kameraüberwachte verkehrsbeschränkte Zone. Das gilt für Mailand, Bergamo, Verona, Trient und Bozen ebenso wie für kleine Seeorte. Fahre grundsätzlich ein Parkhaus an, nie die Hoteladresse, und lies vorher ZTL-Zonen in Italien.
Tag 3: Comer See
Von Mailand bist du in einer knappen Stunde in Como. Der See ist der dramatischste der drei großen Seen: steile Ufer, alte Villen, Berge, die direkt aus dem Wasser wachsen. Der Trick lautet, das Auto stehen zu lassen und die Fähre zu nehmen. Die Uferstraßen sind eng, langsam und im Sommer eine Geduldsprobe, während du vom Wasser aus alles siehst, wofür der See berühmt ist.
Wer noch einen Tag mehr hat, hängt einen Abstecher zum Lago Maggiore an: Von Como sind es rund 50 Kilometer nach Stresa mit den Borromäischen Inseln, alternativ liegt das stille Orta San Giulio etwa eine Stunde entfernt.
Tag 4: Bergamo
Von Como sind es rund 60 Kilometer nach Bergamo, und das ist die Stadt, die auf dieser Route am meisten unterschätzt wird. Die Città Alta liegt auf einem Hügel hinter venezianischen Mauern, die Fahrt hinauf ist ohnehin gesperrt. Stell das Auto unten ab und nimm die Standseilbahn, das ist Teil des Vergnügens.
Ein halber Tag genügt für die Piazza Vecchia, die Cappella Colleoni und einen Spaziergang auf der Stadtmauer mit Blick in die Ebene. Danach fährst du weiter Richtung Gardasee.
Tag 5 und 6: Gardasee
Rund 100 Kilometer bringen dich von Bergamo nach Sirmione am Südufer. Die Halbinsel mit Wasserburg und römischer Villenanlage ist der klassische Einstieg in den Gardasee, allerdings auch der vollste Ort am ganzen See. Fahr früh hin oder spät, mittags steht dort alles.
Der Norden ist die andere Welt: Malcesine mit der Seilbahn auf den Monte Baldo und Riva del Garda am Fuß der Felswände. Die Gardesana, die Uferstraße, ist landschaftlich grandios und verkehrstechnisch zäh: viele Tunnel, kaum Überholmöglichkeiten, Radfahrer und Wohnmobile. Deshalb steht in der Tabelle für zwanzig Kilometer eine dreiviertel Stunde.
Tipp: Nutze die Autofähre zwischen Torri del Benaco und Toscolano-Maderno, wenn du von Ost nach West wechseln willst. Das spart dir die komplette Umrundung des Sees und ist deutlich entspannter als jede Uferstraße.
Tag 7: Verona
Von Sirmione sind es nur rund 40 Kilometer nach Verona, damit ist es die kürzeste Etappe der Reise. Verona ist kompakt genug für einen Tag: Arena, Piazza delle Erbe, Castelvecchio, ein Aperitivo am Fluss. Parke an der Stadtmauer, das Zentrum ist beschränkt und ohnehin fußläufig.
Wenn im Sommer Oper in der Arena gespielt wird, lohnt sich eine zusätzliche Übernachtung, denn die Vorstellungen enden spät. Buche Karten früh über die offizielle Seite.
Tag 8: durchs Etschtal nach Trient
Ab Riva del Garda führt die Route ins Etschtal nach Trient, rund 40 Kilometer. Die Stadt ist der Übergang zwischen Italien und dem Alpenraum: italienische Piazze, bemalte Fassaden, dahinter Berge. Das Castello del Buonconsiglio ist der Pflichtstopp, und das Museum für Wissenschaft ist eine der besten Adressen für Familien im ganzen Norden.
Tag 9 und 10: Bozen und die Dolomiten
Weitere 60 Kilometer nordwärts liegt Bozen, zweisprachig, mit Laubengassen und dem Mann aus dem Eis im Archäologiemuseum. Von hier startet die schönste Fahrt der ganzen Reise: eine Passrunde durch die Dolomiten. Rechne dafür einen ganzen Tag, nicht die vier Stunden reine Fahrzeit, denn du wirst alle zehn Minuten anhalten wollen.
Wer noch Zeit hat, hängt Meran mit seinen Gärten an, rund 30 Kilometer westlich, oder Brixen im Norden. Mehr Ideen für die Region stehen unter Südtirol.
Gut zu wissen: Hohe Dolomitenpässe sind nicht ganzjährig offen. Vor Ende Mai und ab Ende Oktober kann Schnee liegen, einzelne Straßen bleiben im Winter gesperrt. Prüfe die Lage am Morgen der Fahrt und plane eine Talroute als Ersatz ein.
Wo du übernachtest
Der wichtigste Planungsfehler auf dieser Route ist, jede Nacht woanders zu schlafen. Packen, einchecken und Parkplatz suchen kosten dich pro Wechsel gut zwei Stunden. Besser sind vier Standorte: Mailand, ein Ort am Gardasee, Verona und Bozen. Von dort aus erreichst du alles andere als Tagesausflug.
Am Gardasee lohnt sich die Frage, welches Ufer zu dir passt. Das Südufer ist flacher, wärmer und familientauglich, der Norden felsig, sportlich und windig, weshalb dort die Surfer und Kletterer sitzen. Für Ruhe meidest du die Hauptorte und nimmst ein Dorf ein paar Kilometer landeinwärts, das spart Geld und Parkstress.
Varianten für mehr oder weniger Zeit
Hast du nur eine Woche, streiche Bergamo und den Comer See und fahre direkt von Mailand an den Gardasee. Damit verlierst du eine Landschaft, gewinnst aber zwei Tage für die Dolomiten, die ohnehin der Höhepunkt sind.
Hast du mehr als zehn Tage, hängst du im Osten an: Von Verona sind es rund 60 Kilometer nach Vicenza mit den Palladio-Bauten, weitere 40 nach Padua und noch einmal 40 bis Venedig. Venedig fährst du aber nicht an: Stell das Auto in einem Parkhaus am Festland ab und nimm Zug oder Bus hinüber, in der Stadt selbst gibt es keine Straßen.
Eine dritte Variante führt statt in die Berge nach Westen: von Mailand über Turin und weiter nach Genua ans Meer. Das ist die richtige Wahl im Frühling oder Herbst, wenn die Pässe noch oder schon gesperrt sind.
Praktisches für die Fahrt
- Autobahnen sind mautpflichtig. Du ziehst bei der Auffahrt ein Ticket und zahlst bei der Abfahrt, achte auf die richtige Spur, die Telepass-Spuren sind nur für Abonnenten.
- An Tankstellen bedeutet fai da te Selbstbedienung und servito Bedienung, letztere kostet mehr. Viele Automaten nehmen nachts nur Karte.
- Im Sommer sind die Seeufer und die Passstraßen an Wochenenden am vollsten. Fahre lange Etappen unter der Woche und früh am Tag.
- Bei Mietwagen gilt: Kennzeichen fotografieren, Zustand dokumentieren und die Zusatzkosten vorher klären, siehe Italien mit dem Mietwagen.
- Zur Anreise aus dem deutschsprachigen Raum, inklusive Brenner und Vignetten in den Nachbarländern, findest du alles unter Mit dem Auto nach Italien.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für diese Route?
Zehn Tage sind ideal, damit du in Mailand, am Gardasee und in Südtirol jeweils zwei Nächte bleiben kannst. In sieben Tagen geht es, wenn du Bergamo streichst und den Comer See auf einen halben Tag kürzt. Unter einer Woche wird es Fahrerei statt Urlaub, dann besser nur die Seen oder nur die Dolomiten.
Wann ist die beste Reisezeit für Norditalien?
Ende Mai bis Anfang Oktober, weil dann die Dolomitenpässe verlässlich offen sind. Juni und September sind am angenehmsten: warm genug für die Seen, nicht so voll wie im Hochsommer. Im Juli und August sind Gardasee und Passstraßen an Wochenenden sehr voll, im Frühling und Herbst kann in den Bergen bereits oder noch Schnee liegen.
Brauche ich für die Route unbedingt ein Auto?
Für die Städte nicht: Mailand, Bergamo, Verona, Trient und Bozen sind mit der Bahn gut verbunden. Für die Seeorte und die Dolomiten macht das Auto den Unterschied, weil Busse selten fahren und Passstraßen ohne eigenen Wagen kaum erlebbar sind. Ein guter Kompromiss ist, den Mietwagen erst nach Mailand zu übernehmen und vor der Rückfahrt wieder abzugeben.
Wie umgehe ich die Staus am Gardasee?
Fahre die Uferstraßen früh am Morgen oder am späten Nachmittag und meide Samstage. Nutze die Autofähre zwischen den Ufern statt der Umrundung, und stelle das Auto in den Orten in einem Parkhaus ab, statt an der Promenade zu suchen. Für kurze Strecken zwischen den Seeorten sind die Personenfähren oft schneller und schöner als jede Straße.
Sind die Dolomitenpässe für Fahranfänger machbar?
Ja, wenn du dir Zeit nimmst. Die Straßen sind gut ausgebaut und asphaltiert, aber kurvenreich, teils schmal und mit vielen Motorrädern unterwegs. Fahre in niedrigen Gängen, nutze Ausweichbuchten zum Überholenlassen und plane deutlich mehr Zeit ein als die Navigation vorschlägt. Fühlst du dich unsicher, nimm eine Talroute und eine Seilbahn nach oben.
Kann ich die Route auch umgekehrt fahren?
Ohne Probleme. Aus Deutschland oder Österreich über den Brenner startest du sinnvollerweise in Bozen und fährt die Runde andersherum, mit Mailand am Ende. Der Vorteil: Du bist an den Bergen zuerst, wenn das Wetter im Frühsommer stabiler ist, und hast die Seen als ruhigen Ausklang.




