Region in Italien

Emilia-Romagna: Städte & Highlights

Die Emilia-Romagna ist die Region, in der Italien isst. Parmigiano, Prosciutto di Parma, Balsamico, Mortadella und Tortellini kommen alle von hier, und zwar aus Orten, die keine 100 Kilometer auseinanderliegen. Dazu gehören Ferrari, Lamborghini und Ducati und mit Ravenna die schönsten Mosaiken Europas.

Hier bekommst du den Überblick über die sechs Städte, die sich wirklich lohnen, über Food Valley und Motor Valley, über das flache Radland dazwischen und darüber, wann und wie du am besten reist.

Emilia-Romagna: Städte & Highlights
Foto: Fiorry, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • HauptstadtBologna
  • Bekannteste StädteBologna, Parma, Modena, Ravenna, Ferrara, Rimini
  • UNESCO-WelterbeMosaiken in Ravenna, Ferrara, Dom und Piazza Grande in Modena, Portiken von Bologna
  • Empfohlene Dauer5 bis 8 Tage
  • Beste ReisezeitApril bis Juni, September und Oktober
  • AnreiseFlug nach Bologna, Bahn aus Mailand, Venedig und Florenz

Was die Emilia-Romagna ausmacht

Die Region liegt zwischen Po und Apennin und ist die flachste Gegend Italiens. Durch sie zieht seit der Antike die Via Aemilia, eine schnurgerade Römerstraße von Rimini nach Piacenza, an der die wichtigsten Städte wie an einer Perlenschnur aufgereiht sind. Genau dieser Linie folgen heute Autobahn und Schnellzugstrecke, weshalb du hier so bequem von Stadt zu Stadt kommst wie kaum sonst wo in Italien.

Zwei Hälften, ein Name: Die Emilia im Westen ist Nebel, Landwirtschaft, Käse und Schinken. Die Romagna im Osten geht in die Adria über und lebt vom Badetourismus. Massentourismus gibt es nur an der Küste, die Städte im Landesinneren sind erstaunlich unbehelligt und funktionieren als normale, wohlhabende Provinzstädte mit sehr gutem Essen.

Die Städte, die sich lohnen

1 Bologna

Bologna ist die Hauptstadt und die beste Basis: Piazza Maggiore, die schiefen Due Torri, das Studentenviertel rund um die älteste Universität Europas und kilometerlange Portiken, die seit 2021 UNESCO-Welterbe sind. Unter ihnen läufst du bei Regen trockenen Fußes fast durch die halbe Stadt.

Zwei bis drei Tage sind sinnvoll. Bologna ist außerdem der Bahnknoten der Region, von hier erreichst du jede andere Stadt in unter anderthalb Stunden.

2 Parma

Parma ist elegant, ruhig und ausgesprochen gepflegt: rosa und gelb getünchte Palazzi, ein romanischer Dom mit Correggios Kuppelfresko, ein achteckiges Baptisterium aus rosa Marmor und mit dem Teatro Farnese ein komplett aus Holz gebauter Theatersaal. Dazu die beiden Namen, die jeder kennt, Parmigiano Reggiano und Prosciutto di Parma.

Ein Tag reicht für die Stadt, zwei, wenn du eine Käserei oder einen Schinkenkeller im Umland besuchen willst.

3 Modena

Modena hat ein kompaktes Welterbe-Zentrum aus romanischem Dom, dem schiefen Glockenturm Ghirlandina und der Piazza Grande. Der überdachte Markt Albinelli ist einer der schönsten Italiens. Und dann ist da der echte Aceto Balsamico Tradizionale, der jahrzehntelang in Fässern auf Dachböden reift und mit dem Supermarktprodukt wenig zu tun hat.

Modena ist zugleich das Tor zur Motor Valley, Maranello liegt keine halbe Stunde entfernt.

4 Ravenna

Ravenna war spätantike Hauptstadt und byzantinischer Vorposten in Italien, und davon sind Mosaiken erhalten, die europaweit ihresgleichen suchen. Acht frühchristliche Bauten stehen auf der Welterbeliste, darunter San Vitale, das Mausoleum der Galla Placidia und Sant’Apollinare in Classe.

Ein voller Tag genügt, weil die Bauten dicht beieinanderliegen. Für die kleineren Räume gibt es zeitlich getaktete Zutritte, informiere dich vorab auf den offiziellen Seiten.

5 Ferrara

Ferrara war Residenz der Este und wurde im 15. Jahrhundert planmäßig erweitert, was die Stadt zu einem frühen Beispiel für Stadtplanung der Renaissance und zum Welterbe macht. Im Zentrum steht ein Wasserschloss mit Graben, drumherum breite, gerade Straßen und eine intakte Stadtmauer.

Ferrara ist außerdem eine der stärksten Fahrradstädte Italiens, halb Ferrara fährt Rad. Leih dir eines und umrunde die Mauer.

6 Rimini

Rimini ist Italiens bekanntestes Seebad und im Sommer entsprechend voll: kilometerlanger Sandstrand, dicht an dicht Strandbäder, Hotels aus allen Jahrzehnten. Was viele nicht wissen: Die Altstadt hat mit dem Augustusbogen und der Tiberius-Brücke römische Bauten und mit dem Tempio Malatestiano einen bedeutenden Renaissancebau.

Als Kulturziel ist Rimini nicht die erste Wahl, als Badepause zwischen zwei Städten aber sehr praktisch.

Food Valley: der Grund, warum viele herkommen

Nirgends in Italien liegen so viele geschützte Lebensmittel so dicht beieinander. Rund um Parma reift der Parmigiano Reggiano in Käsereien, die Führungen anbieten, meist früh am Morgen, wenn gearbeitet wird. Der Prosciutto di Parma kommt aus den Hügeln südlich der Stadt, der Culatello aus der feuchten Po-Ebene. In Modena reift der traditionelle Balsamico auf Dachböden, in Bologna kommen Mortadella, Tagliatelle al ragù und Tortellini in Brühe auf den Tisch. Der Osten hat die Piadina, ein dünnes Fladenbrot, das an Buden entlang der Straßen belegt verkauft wird.

Führungen bei Käsereien und Schinkenbetrieben musst du in der Regel vorab anmelden, oft eine Woche im Voraus und meist an Werktagen. Was wo auf den Teller gehört, steht ausführlich unter Essen und Trinken in Bologna.

Gut zu wissen: In der Emilia-Romagna heißt Spaghetti Bolognese nichts. Das Original ist Tagliatelle al ragù, breite Eiernudeln mit einem lange geschmorten Fleischsugo. Wenn eine Speisekarte im Zentrum Spaghetti Bolognese anbietet, ist das ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass sie sich an Touristen richtet.

Motor Valley

Zwischen Bologna und Modena liegt die dichteste Ansammlung von Sportwagenmarken der Welt. Ferrari sitzt in Maranello, Lamborghini in Sant’Agata Bolognese, Ducati in Bologna, Maserati in Modena. Fast alle betreiben Werksmuseen, dazu kommt in Modena das Museum im Geburtshaus von Enzo Ferrari. Für Werksbesichtigungen und Fahrerlebnisse gilt: rechtzeitig auf den offiziellen Seiten der Hersteller buchen, die Kontingente sind klein.

Flaches Radland

Weil die Ebene fast ohne Steigung auskommt, ist die Region ein ausgesprochen entspanntes Radgebiet. Ferrara und Bologna haben starke Radkulturen, entlang des Po und im Delta führen lange, flache Routen durch Auwälder und Lagunen mit sehr viel Vogelwelt. Räder bekommst du in den Städten unkompliziert, und Regionalzüge nehmen sie gegen einen Zuschlag mit.

Beste Reisezeit, Anreise und Route

April bis Juni und September bis Oktober sind am angenehmsten. Der Hochsommer ist in der Ebene schwül, der Winter oft neblig und feucht, dafür ist genau das die Zeit für schweres Essen und leere Museen. Der Flughafen Bologna liegt stadtnah, die Schnellzüge verbinden Bologna mit Mailand, Venedig, Florenz und Rom in ein bis zwei Stunden.

Eine runde Woche: drei Nächte Bologna mit Tagesausflügen nach Modena und Parma, dann zwei Nächte Ravenna oder Ferrara. Ein Auto brauchst du nur für Käsereien und Werksmuseen im Umland, sonst reicht der Zug. In den Altstädten gelten überall ZTL-Zonen mit Kameraüberwachung, Details dazu stehen im Überblick zu den ZTL-Zonen in Italien.

Tipp: Buche eine Käserei-Führung bei Parma auf einen Werktagmorgen. Die Kessel laufen in den frühen Stunden, danach siehst du nur noch Lagerregale. Kombiniere den Vormittag mit einem Besuch bei einem Schinkenbetrieb in den Hügeln und lass den Nachmittag für die Altstadt von Parma, das ergibt einen der besten Tage der ganzen Region.

Ehrliche Einschätzung

Die Emilia-Romagna hat keine Postkartenlandschaft wie die Toskana und keine Küste wie Ligurien. Ihre Städte sind schön, aber selten spektakulär, und die Ebene ist im Hochsommer zäh. Dafür bekommst du das beste Essen des Landes, die dichteste Museums- und Mosaikensubstanz abseits der großen Namen und Städte, in denen normale Menschen leben statt Souvenirläden. Wer schon in Rom, Florenz und Venedig war und einmal ein Italien ohne Warteschlangen erleben will, ist hier genau richtig.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für die Emilia-Romagna?

Fünf bis acht Tage. Drei Nächte Bologna mit Tagesausflügen nach Modena und Parma sowie zwei Nächte in Ravenna oder Ferrara ergeben eine runde Woche. Für einen reinen Kurztrip reichen drei Tage Bologna plus ein Ausflug. Wer Käsereien, Werksmuseen und Radtouren einbaut, sollte zehn Tage einplanen.

Was ist die Food Valley genau?

So nennt man den Streifen entlang der Via Emilia zwischen Piacenza und Bologna, in dem außergewöhnlich viele geschützte Spezialitäten entstehen: Parmigiano Reggiano, Prosciutto di Parma, Culatello, Aceto Balsamico Tradizionale aus Modena und Mortadella aus Bologna. Viele Betriebe bieten Führungen an, für die du dich vorab anmelden musst.

Lohnt sich Ravenna für einen Tag?

Ja. Die acht frühchristlichen Bauten mit ihren byzantinischen Mosaiken liegen dicht beieinander und sind an einem vollen Tag gut zu schaffen. San Vitale und das Mausoleum der Galla Placidia sind die Höhepunkte, Sant'Apollinare in Classe liegt etwas außerhalb. Für die kleineren Räume gibt es zeitlich getaktete Zutritte.

Kann man die Region ohne Auto bereisen?

Weitgehend ja. Bologna, Modena, Parma, Ferrara, Ravenna und Rimini liegen alle an Bahnlinien mit dichtem Takt, von Bologna aus sind es überallhin unter anderthalb Stunden. Ein Mietwagen hilft nur für Käsereien, Schinkenbetriebe und Werksmuseen im Umland. In den Altstädten selbst gelten ohnehin strenge ZTL-Zonen.

Ist die Emilia-Romagna gut zum Radfahren?

Sehr gut, weil die Ebene fast ohne Steigungen auskommt. Ferrara gilt als Fahrradstadt, entlang des Po und durch das Delta führen lange flache Routen mit viel Vogelwelt. Leihräder bekommst du in allen Städten, Regionalzüge nehmen Fahrräder gegen einen Zuschlag mit. Ideal sind Frühjahr und Herbst, im Hochsommer ist es schwül.