Auf einen Blick
- Auswahl15 Städte an vier Küsten
- Küstenlängeüber 7.000 Kilometer
- BadezeitJuni bis September, im Süden ab Mai
- Wärmstes MeerAugust und September
- Bester MonatSeptember, warmes Wasser bei weniger Andrang
- Strand direkt am OrtCefalù, Rimini, Cagliari, Alghero
Drei Küsten, drei Charaktere
Italien hat über 7.000 Kilometer Küste, und die verhält sich je nach Meer völlig unterschiedlich. Die ligurische Küste im Nordwesten ist steil, eng und farbig: Häuser stapeln sich über kleinen Buchten, Sandstrände sind die Ausnahme. Die tyrrhenische Küste im Südwesten liefert die großen Bilder, Steilküste bei Amalfi, Inseln vor Neapel, dazu warmes Wasser bis in den Oktober.
Die Adria im Osten ist das Gegenteil: flach, sandig, familientauglich, mit langen Stränden und ruhigem Wasser. Und dann sind da die Inseln. Sizilien und Sardinien haben Küstenstädte, die es auf dem Festland so nicht gibt, weil dort Antike, Barock und Badebucht auf einem Fleck liegen.
Ligurische Küste
1 Genua
Genua ist die einzige echte Großstadt an dieser Küste und deshalb angenehm unpoliert. Die Altstadt hat die engsten Gassen Europas, dahinter stehen die Palazzi der Via Garibaldi, die als Ensemble UNESCO-Welterbe sind. Zum Baden fährst du hinaus nach Boccadasse, einem alten Fischerviertel mit Kiesbucht mitten im Stadtgebiet.
Warum du herkommst: für eine Hafenstadt mit echtem Alltag, Fokaccia am Morgen und Pesto an der Quelle, statt für eine Kulisse.
2 Portofino
Portofino ist winzig, teuer und trotzdem sein Geld wert, wenn du den Tag richtig legst. Der halbrunde Hafen mit den ockerfarbenen Häusern ist das bekannteste Postkartenmotiv Liguriens, der Fußweg zur Kirche San Giorgio und zum Leuchtturm dauert zwanzig Minuten und zeigt die Bucht von oben.
Warum du herkommst: für einen Bootsausflug ab Santa Margherita und einen Aperitif am Hafen. Zum Übernachten sind die Nachbarorte die klügere Wahl.
3 Portovenere
Portovenere steht am Südende des Golfs von La Spezia: eine bunte Häuserzeile am Wasser, darüber die Burg, vorn auf dem Felsen die schwarzweiße Kirche San Pietro. Von hier fahren Boote zu den Cinque Terre und zur Insel Palmaria, deren Kiesstrände deutlich ruhiger sind als alles an der Hauptküste.
Warum du herkommst: für dieselbe Kulisse wie in den Cinque Terre, aber mit Parkplatz und ohne Bahnhofsgedränge.
Tyrrhenische Küste
4 Neapel
Neapel liegt an einem der schönsten Golfe der Welt, mit dem Vesuv als Hintergrund. Die Stadt ist laut, dicht und intensiv, und sie hat die beste Pizza des Landes. Baden gehst du hier nicht, dafür fährst du in einer Stunde nach Capri, Ischia oder Procida.
Warum du herkommst: für Altstadt, Museen und Ausgangspunkt. Pompeji und der Vesuv liegen vor der Tür.
5 Sorrent
Sorrent sitzt auf einer Steilkante über dem Golf, mit Aufzügen und Rampen hinunter zu den Badeplattformen. Es ist der praktischste Standort der Region: Fähren nach Capri, Bahn nach Pompeji und Neapel, Busse an die Amalfiküste.
Warum du herkommst: als Basis mit Infrastruktur. Klassische Sandstrände musst du allerdings suchen, hier dominieren Stege und Kiesbuchten.
6 Positano
Positano ist das Bild, das jeder von der Amalfiküste kennt: pastellfarbene Häuser, die sich in einer Schlucht bis zum Wasser stapeln. Der Ort besteht praktisch nur aus Treppen, unten liegt der Spiaggia Grande mit Booten und Liegenreihen.
Warum du herkommst: für die Kulisse und den Blick von oben. Bist du schlecht zu Fuß, nimm die Höhenmeter ernst.
7 Amalfi
Amalfi war einmal eine Seerepublik und hat deshalb einen Dom, der jeder größeren Stadt gut stünde: eine steile Freitreppe, ein Kreuzgang mit maurischen Bögen. Der Ort ist flacher als Positano und damit der bequemste Standort an der Küste, von hier fahren die Busse hinauf nach Ravello.
Warum du herkommst: für Kirche, Papiermühlen-Geschichte und Bootsanleger auf kurzem Weg.
Adriatische Küste
8 Triest
Triest ganz im Nordosten fühlt sich an wie Wien am Meer: große Kaffeehäuser, habsburgische Fassaden und mit der Piazza Unità d’Italia der größte zum Meer offene Platz Europas. Gebadet wird auf Betonplattformen und an der felsigen Küste Richtung Duino.
Warum du herkommst: für Kaffee, Literaturgeschichte und eine Stadt, die anders klingt als der Rest Italiens.
9 Rimini
Rimini hat einen Ruf als Bettenburg an einem endlosen Sandstrand, und das stimmt auch. Weniger bekannt ist der römische Kern mit Augustusbogen und Tiberiusbrücke, dazu die Nähe zu Ravenna mit seinen Goldmosaiken und zu San Marino.
Warum du herkommst: für flaches Wasser, komplette Strandinfrastruktur und Familienfreundlichkeit ohne Kompromisse.
10 Bari
Bari ist die Hauptstadt Apuliens und war lange nur Fährhafen. Die Altstadt Bari Vecchia hat sich gedreht: Basilika San Nicola, Kastell, Gassen, in denen Frauen an Tischen Orecchiette formen. Die Strandpromenade Richtung Süden ist eine der längsten Italiens.
Warum du herkommst: als Tor zu Apulien, mit Alberobello, Ostuni und Lecce in Reichweite.
Die Inseln
Welche Insel zu welcher Reise passt, von Sizilien und Sardinien bis Ischia, Elba und den Äolischen, klärt der Überblick zu den italienischen Inseln.
11 Palermo
Palermo ist die kulturell dichteste Stadt Siziliens: normannische Kirchen mit arabischen Kuppeln, Goldmosaike in der Cappella Palatina, Märkte, auf denen gerufen und gegrillt wird. Zum Baden fährst du nach Mondello, einer weiten Sandbucht am Stadtrand.
Warum du herkommst: für Geschichte, Streetfood und eine Stadt, die niemandem gefallen will.
12 Cefalù
Cefalù ist der seltene Fall, in dem alles zusammenfällt: normannischer Dom mit byzantinischen Mosaiken, mittelalterliche Altstadt bis ans Wasser, dahinter der Felsen La Rocca, davor ein langer Sandstrand direkt am Ort.
Warum du herkommst: weil du hier vormittags Weltkulturerbe und nachmittags Strand hast, ohne ins Auto zu steigen.
13 Taormina
Taormina hängt hoch über dem Ionischen Meer, mit dem antiken Theater vor der Kulisse des Ätna. Der Ort selbst liegt oben, das Wasser unten: Mit der Seilbahn geht es hinunter nach Mazzarò und zur Isola Bella.
Warum du herkommst: für den vielleicht schönsten Theaterblick Europas. Rechne mit hohen Preisen und Tagesgästen ab dem späten Vormittag.
14 Cagliari
Cagliari ist Sardiniens Hauptstadt und wird als Reiseziel unterschätzt. Das Viertel Castello liegt auf einem Kalkfelsen über der Stadt, mit Bastionen und Blick über den Golf. Der Stadtstrand Poetto ist acht Kilometer lang, dahinter stehen Flamingos in den Salinen.
Warum du herkommst: für die Kombination aus Altstadt auf dem Berg und langem Strand im Stadtgebiet.
15 Alghero
Alghero im Nordwesten Sardiniens war jahrhundertelang katalanisch, was man an Straßenschildern und Sprache bis heute merkt. Die Altstadt liegt hinter Bastionen direkt am Wasser, nördlich schließen lange Sandstrände an, westlich die Steilküste von Capo Caccia.
Warum du herkommst: für eine Altstadt am Meer mit eigener Geschichte, dazu Olbia und die Costa Smeralda als mögliche Fortsetzung.
Die 15 Städte im Überblick
| Stadt | Küste | Strand am Ort | Beste Zeit |
|---|---|---|---|
| Genua | Ligurisch | Kiesbucht Boccadasse | Mai bis Oktober |
| Portofino | Ligurisch | kaum, Badestege | Mai, Juni, September |
| Portovenere | Ligurisch | Kies, Boot nach Palmaria | Mai bis September |
| Neapel | Tyrrhenisch | nein, Inseln in Reichweite | ganzjährig |
| Sorrent | Tyrrhenisch | Badeplattformen | Mai bis Oktober |
| Positano | Tyrrhenisch | ja, Kies | Mai, Juni, September |
| Amalfi | Tyrrhenisch | ja, Kies | Mai bis Oktober |
| Triest | Adriatisch | Plattformen, Fels | Juni bis September |
| Rimini | Adriatisch | ja, langer Sandstrand | Juni bis September |
| Bari | Adriatisch | am Stadtrand | Mai bis Oktober |
| Palermo | Sizilien | Mondello am Stadtrand | April bis Oktober |
| Cefalù | Sizilien | ja, direkt am Ort | Mai bis Oktober |
| Taormina | Sizilien | unten per Seilbahn | April bis Oktober |
| Cagliari | Sardinien | ja, Poetto | Mai bis Oktober |
| Alghero | Sardinien | ja, nördlich der Stadt | Mai bis Oktober |
Stadt und Strand kombinieren: was realistisch geht
Nicht jede Küstenstadt ist ein Badeort. In Genua, Neapel, Triest und Bari liegt der Strand am Rand oder eine Fahrt entfernt, dafür bekommst du eine Stadt mit Alltag, Museen und günstigeren Preisen. In Cefalù, Rimini, Alghero und Cagliari klappt beides am selben Tag. An der Amalfiküste dagegen zahlst du für die Lage und bekommst Kies statt Sand, dafür Kulissen, die es nirgends sonst gibt.
Gut zu wissen: Ein großer Teil der italienischen Strände ist in Abschnitte, die Stabilimenti oder Lidi, aufgeteilt, wo du Liege und Schirm mietest. Dazwischen gibt es fast überall die spiaggia libera, den kostenlos zugänglichen Abschnitt, meist ohne Service und ohne Rettungsschwimmer. Beide Varianten sind normal, achte nur auf die Beschilderung, bevor du dein Handtuch auslegst.
Achtung: Die Küstenstraßen sind im Sommer der Engpass, nicht die Autobahn. An der Amalfiküste stehen Busse und Autos stundenlang, Parkplätze sind knapp und teuer, und fast jede Altstadt am Meer hat eine kameraüberwachte ZTL. Nimm Fähren und Busse, wo es sie gibt, und stell den Wagen außerhalb ab. Wie die Sperrzonen funktionieren, steht im Guide zu den ZTL-Zonen in Italien.
Beste Reisezeit fürs Meer
Zum Baden ist Juni bis September die sichere Zeit, im Süden und auf den Inseln oft schon ab Mitte Mai und bis in den Oktober hinein. Das Wasser ist im August und September am wärmsten, September ist deshalb der beste Monat überhaupt: warmes Meer, weniger Andrang, normale Preise. Im Juli und August sind Küstenorte voll und teuer, und viele Italiener sind selbst unterwegs, vor allem um den 15. August. Für Städte am Meer ohne Badeabsicht funktionieren auch April, Mai und Oktober bestens.
Tipp: Wähle eine Stadt als Basis und fahr zum Baden hinaus, nicht umgekehrt. In Palermo, Cagliari oder Genua wohnst du deutlich günstiger als im Badeort nebenan, hast abends Auswahl beim Essen und bist mit Bus oder Bahn in zwanzig Minuten am Wasser. Konkrete Strände findest du bei den schönsten Stränden Italiens.
Ehrliche Einschätzung
Wer eine Kombination aus Kultur und Meer sucht, ist auf den Inseln am besten aufgehoben: Cefalù, Cagliari und Alghero liefern beides ohne Kompromiss und ohne die Preise der Amalfiküste. Wer die großen Bilder will, nimmt Positano und Ravello in Kauf, dass es voll, eng und teuer wird. Und wer eine echte Stadt am Meer sucht, in der nicht alles auf Gäste ausgerichtet ist, fährt nach Genua, Bari oder Triest. Mehr Ziele zur Auswahl stehen bei den Italien Highlights und den schönsten Dörfern Italiens.
Häufige Fragen
Welche Stadt in Italien liegt am schönsten am Meer?
Für die Kombination aus Altstadt und Strand am selben Ort ist Cefalù auf Sizilien kaum zu schlagen: normannischer Dom mit Goldmosaiken, Gassen bis ans Wasser und ein langer Sandstrand direkt daneben. Wer die dramatischere Kulisse sucht, nimmt Positano an der Amalfiküste, zahlt dafür aber deutlich mehr und läuft sehr viele Treppen.
Welche italienische Küste ist die beste für Familien?
Die Adria. Der Strand fällt flach ab, das Wasser ist ruhig, und die Orte zwischen Rimini und dem Süden haben komplette Infrastruktur mit Liegen, Schirmen und Rettungsschwimmern. Ligurien und die Amalfiküste sind steil und kiesig, dort ist Baden mit kleinen Kindern deutlich anstrengender.
Kann man in Neapel oder Genua baden?
Direkt in der Innenstadt nicht, aber beide Städte haben Badeplätze am Rand. In Genua ist das die Kiesbucht von Boccadasse, in Neapel fährst du besser mit der Fähre nach Procida, Ischia oder Capri. Beide Städte lohnen sich vor allem als Basis für Kultur und Essen, nicht als Badeort.
Wann ist das Meer in Italien am wärmsten?
Im August und September. Der September ist insgesamt der beste Monat: Das Wasser hat die Wärme des Sommers gespeichert, die Küstenorte leeren sich nach dem Ferienende, und die Preise fallen. Im Süden und auf den Inseln lässt sich oft bis in den Oktober hinein baden.
Was kostet ein Strandbesuch in Italien?
Das hängt vom Abschnitt ab. In den Stabilimenti mietest du Liege und Schirm, die Preise unterscheiden sich stark je nach Ort und Saison. Daneben gibt es fast überall die spiaggia libera, den frei zugänglichen Strandabschnitt ohne Service. Achte auf die Beschilderung, dann weißt du vorher, worauf du dich setzt.
Braucht man an der Küste ein Auto?
Oft ist es eher hinderlich. An der Amalfiküste stehst du im Sommer stundenlang und findest keinen Parkplatz, in Cinque Terre sind Autos ohnehin ausgeschlossen. Bahn, Bus und Fähre sind entlang der Küsten meist die schnellere Lösung. Für Sardinien und das Landesinnere Siziliens brauchst du dagegen einen Mietwagen.





