Reise-Inspiration

Die größten Städte Italiens (Top 20)

Italien hat nur zwei Städte mit mehr als einer Million Einwohnern. Dafür gibt es ein dichtes Netz mittelgroßer Städte, die kulturell viel schwerer wiegen, als ihre Größe vermuten lässt: Florenz liegt bei rund 360.000 Einwohnern und ist trotzdem eines der wichtigsten Reiseziele Europas.

Hier bekommst du die 20 größten Städte in bewusst gerundeten Größenordnungen, dazu jeweils kurz, wofür die Stadt steht und ob sich ein eigener Trip lohnt. Alle Angaben beziehen sich auf die Kernstadt, nicht auf den Ballungsraum.

Auf einen Blick

  • Größte StadtRom
  • Über eine Millionnur Rom und Mailand
  • Verteilung11 der Top 20 liegen in Norditalien
  • Zahlenbasisgerundete Einwohnerzahl der Gemeinde

So liest du diese Liste

Italien zählt Einwohner nach comune, also nach Gemeindegebiet. Das verzerrt zwei Fälle deutlich. Neapel wirkt kleiner, als es sich anfühlt, weil der Ballungsraum weit über die Stadtgrenze hinausreicht. Venedig wirkt größer, weil zur Gemeinde auch das Festland mit Mestre gehört, wo die meisten Einwohner tatsächlich leben.

Die Zahlen unten sind gerundet, und das mit Absicht. Ab Platz 13 liegen die Städte so dicht beieinander, dass sich die Reihenfolge je nach Erhebung verschiebt. Für deine Reiseplanung ändert das nichts, für Diskussionen am Küchentisch schon.

Gut zu wissen: Größe sagt in Italien wenig darüber aus, wie viel es zu sehen gibt. Siena, Lucca und Matera tauchen in dieser Liste nicht auf und füllen trotzdem locker drei Tage. Wenn du nach Zielen statt nach Rangplätzen suchst, hilft dir die Übersicht aller Städte weiter.

Die 20 größten Städte Italiens

1 Rom, rund 2,8 Millionen

Rom ist doppelt so groß wie Mailand und die einzige Stadt Italiens, in der du 2000 Jahre am Stück ablaufen kannst: Kolosseum, Forum Romanum, Pantheon, Barockbrunnen, Vatikan. Rechne mit vier Tagen für die Pflichtprogramme, danach fängt die Stadt erst an interessant zu werden.

Wer zum ersten Mal nach Italien fliegt, macht mit Rom nichts falsch. Alles Weitere im Rom-Guide und bei den Sehenswürdigkeiten.

2 Mailand, etwa 1,4 Millionen

Mailand ist Wirtschafts- und Modehauptstadt und wird von Rom-Fans gern unterschätzt. Der Dom gehört zu den ungewöhnlichsten Kirchen Europas, dazu kommen das Letzte Abendmahl und die Aperitivo-Kultur an den Navigli.

Zwei Tage reichen für das Wesentliche. Danach ist Mailand vor allem ein sehr guter Ausgangspunkt für die Seen. Zum Mailand-Guide.

3 Neapel, knapp eine Million

Neapel ist die lauteste, dichteste und für viele die spannendste Großstadt des Landes. Die Altstadt ist UNESCO-Welterbe, die Pizza ist der Maßstab, und mit Pompeji und dem Vesuv liegen zwei Weltklasse-Ausflüge direkt vor der Tür.

Neapel fordert Aufmerksamkeit und belohnt sie sofort. Zum Neapel-Guide.

4 Turin, rund 850.000

Turin ist die eleganteste der großen Städte: Arkadenstraßen über Kilometer, barocke Plätze, historische Cafés mit Marmortischen. Dazu das Ägyptische Museum, das nach Kairo als das bedeutendste seiner Art gilt.

Wer Rom, Florenz und Venedig kennt, findet hier ein anderes, ruhigeres Italien. Zum Turin-Guide.

5 Palermo, gut 600.000

Palermo mischt normannische Kathedralen, arabisch geprägte Kuppeln und Straßenmärkte, auf denen gerufen wird wie in einem Basar. Die Stadt ist an den Rändern rau und im Kern großartig, und sie ist der beste Startpunkt für eine Sizilien-Rundreise. Zum Palermo-Guide.

6 Genua, um 560.000

Genua war jahrhundertelang Seemacht und sieht bis heute so aus: Palastreihen an der Via Garibaldi, dahinter die engsten Altstadtgassen Europas, davor der umgebaute Alte Hafen. Gute Basis für Portofino und die Cinque Terre. Zum Genua-Guide.

7 Bologna, rund 390.000

Bologna hat rund 40 Kilometer Arkaden im Zentrum, die älteste Universität Europas und den Ruf, am besten zu essen. Die zwei schiefen Türme und das Marktviertel Quadrilatero liegen fünf Gehminuten auseinander. Zum Bologna-Guide.

8 Florenz, rund 360.000

Florenz ist die kleinste Weltstadt dieser Liste. Das historische Zentrum lässt sich in 20 Minuten durchqueren, enthält aber die Uffizien, den David und die Brunelleschi-Kuppel. Genau deshalb ist es im Sommer so voll. Zum Florenz-Guide.

9 Bari, um 315.000

Bari ist Apuliens Hauptstadt und für viele nur Fähr- und Flughafenstadt. Zu Unrecht: Bari Vecchia mit der Basilika San Nicola und den Orecchiette-Frauen in der Gasse ist einen halben Tag wert. Von hier startet fast jede Apulien-Reise. Zum Bari-Guide.

10 Catania, um 300.000

Catania ist aus schwarzer Lava gebaut, liegt direkt unter dem Ätna und hat den lautesten Fischmarkt Siziliens. Barock in Dunkelgrau, dazu ein Nachtleben, das die Universität prägt. Gute Basis für Taormina und Syrakus. Zum Catania-Guide.

11 Verona, rund 255.000

Verona liegt genau zwischen Gardasee und Venedig und hat mit der römischen Arena eine der schönsten Opernbühnen der Welt. Die Altstadt ist kompakt, das Preisniveau liegt spürbar unter dem von Venedig. Zum Verona-Guide.

12 Venedig, rund 250.000 mit Mestre

Auf den Inseln der Lagune leben nur noch etwa 50.000 Menschen, der große Rest der Gemeinde wohnt auf dem Festland. Genau daraus entsteht Venedigs Grundproblem: sehr viele Gäste, sehr wenige Bewohner. Zum Venedig-Guide und den Insider-Tipps.

13 Messina, um 215.000

Messina ist Siziliens Tor zum Festland, die Fähren über die Meerenge fahren dicht getaktet. Nach dem schweren Erdbeben von 1908 wurde die Stadt neu aufgebaut, sie ist deshalb eher Durchgangsstation als Reiseziel. Ideen für den Rest der Insel auf der Sizilien-Seite.

14 Padua, um 210.000

Padua hat die zweitälteste Universität Italiens, mit der Scrovegni-Kapelle einen Giotto-Freskenzyklus von Weltrang und mit dem Prato della Valle einen der größten Plätze Europas. Als Tagesausflug ab Venedig unterschätzt, als Übernachtungsort deutlich günstiger. Zum Padua-Guide.

15 Triest, um 200.000

Triest war der Hafen der Habsburger und fühlt sich bis heute mehr nach Wien und Ljubljana an als nach Italien: große Kaffeehäuser, k. u. k. Fassaden, im Winter der Bora-Wind. Wer Italien schon zu kennen glaubt, findet hier etwas Neues. Zum Triest-Guide.

16 Brescia, um 195.000

Brescia liegt zwischen Bergamo und Gardasee und hat mitten im Zentrum ein römisches Forum sowie langobardische Bauten, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Als eigenes Reiseziel selten auf dem Zettel, als Zwischenstopp Richtung Seen sinnvoll. Mehr in der Lombardei.

17 Parma, um 195.000

Parma steht für Schinken, Parmesan und ein Zentrum, das Norditalien im besten Sinn zeigt: rosa Marmor, Arkaden, überall Fahrräder. Ein bis zwei Tage reichen, gut kombinierbar mit Modena. Zum Parma-Guide.

18 Prato, um 195.000

Prato ist Textilstadt und liegt so nah an Florenz, dass es fast dazugehört. Für Reisende eher am Rand interessant, für Zahlenfans ein guter Beleg dafür, wie dicht besiedelt die Toskana in Wahrheit ist.

19 Tarent, um 190.000

Tarent, italienisch Taranto, war in der Antike eine bedeutende griechische Stadt und ist heute vor allem Industrie- und Marinehafen. Das archäologische Museum ist erstklassig, der Rest der Stadt braucht Geduld. Schönere Ziele in der Region findest du unter Apulien.

20 Modena, um 185.000

Modena schließt die Liste mit Dom, Torre Ghirlandina und Piazza Grande als UNESCO-Welterbe, dazu Balsamico-Keller und die Ferrari-Museen in Modena und im nahen Maranello. Kompakt, wohlhabend, sehr gut zu essen. Zum Modena-Guide.

Welche große Stadt lohnt sich für welchen Trip?

Für den ersten Italien-Städtetrip: Rom, dann Florenz, dann Venedig. Diese drei stehen nicht ohne Grund auf jeder Liste, und sie funktionieren auch in einer Woche zusammen, weil die Schnellzüge sie in ein bis zwei Stunden verbinden.

Für Wiederholungstäter: Turin, Genua, Bologna und Triest. Alle vier sind groß genug für ein langes Wochenende, aber nicht auf Massentourismus getrimmt. Du bekommst normale Preise, italienische Nachbartische und kürzere Schlangen.

Für den Süden: Neapel und Palermo. Beide verlangen etwas Aufmerksamkeit im Verkehr und im Gedränge, beide zahlen das sofort zurück. Wie du dort entspannt unterwegs bist, steht unter Sicher unterwegs in Rom und Neapel.

Tipp: Fast alle Innenstädte dieser Liste sind ZTL-Zonen und für Ortsfremde gesperrt. Wenn du mit dem Auto anreist, park außerhalb und fahr mit Bus, Tram oder Metro hinein. Wie das System funktioniert, steht im Guide Mit dem Auto nach Italien.

Häufige Fragen

Wie viele Millionenstädte hat Italien?

Nur zwei: Rom mit rund 2,8 Millionen und Mailand mit etwa 1,4 Millionen Einwohnern. Neapel liegt knapp darunter. Rechnet man die Ballungsräume statt der Gemeindegrenzen, kommen Neapel und Turin dazu, weil dort sehr viele Menschen in den direkt angrenzenden Städten leben.

Warum wirkt Neapel viel größer, als die Zahl sagt?

Weil die Gemeinde klein geschnitten ist. Rund um Neapel liegen dicht bebaute Nachbarstädte, die formal eigenständig sind, aber baulich nahtlos übergehen. Der Ballungsraum zählt deutlich mehr Einwohner als die Stadt selbst, und genau so fühlt sich Neapel auch an.

Welche große Stadt ist am besten für einen ersten Besuch?

Rom. Nirgendwo sonst bekommst du Antike, Renaissance, Barock und modernes Alltagsleben so dicht nebeneinander. Wenn du es ruhiger magst und lieber zu Fuß unterwegs bist, ist Florenz die bessere Wahl. Für ein verlängertes Wochenende mit guter Anbindung passt Mailand.

Sind die kleinen Städte nicht schöner als die großen?

Oft ja. Siena, Lucca, San Gimignano oder Matera sind kompakter und stimmungsvoller. Die großen Städte punkten dafür mit Museen, Anbindung, Restaurantdichte und Leben außerhalb der Saison. Die schönste Reise mischt beides: eine Großstadt als Basis, kleine Orte als Tagesausflüge.

Kann ich in italienischen Großstädten mit dem Auto fahren?

In die Zentren besser nicht. Fast alle haben ZTL-Zonen mit Kameras, die Bußgelder kommen Monate später per Post. Stell das Auto in einem Parkhaus am Rand ab und nutz den Nahverkehr. In Rom, Mailand, Neapel und Turin fährt Metro oder Tram bis mitten hinein.